Lands End – San Franciscos gruene Seite

By chrisuti

San Francisco ist anders als viele amerikanische Staedte und hat einen ganz besonderen Reiz. Sie ist wie eine ‘Bella Donna’, die jeden mit ihrer Anziehungskraft in ihren Bann zieht, sobald man in ihre Naehe kommt. Sie hat wie jede interessante Frau unterschiedlichste Seiten, die man erst ueber laengere Zeit entdeckt: die liebenswerte (mit den vielen Huegeln, Cable Cars, Strandhaeusern, Golden Gate Bridge), die verschwenderische (mit der Marina, Fishermans Wharf, den Piers), die geheimnisvolle (mit China Town und dem Japan Viertel), die offizielle (mit Market Street und Mission District) und die natuerliche Seite (Golden Gate Park, Presidio und Lands End). Aber genauso schwierig und lueckenhaft wie jede Beschreibung einer Traumfrau ist es, San Francisco zu erklaeren. Man muss sich verzaubern lassen, die Zeit vergessen, die Situation geniessen und sich freuen in diesem Augenblick genau hier zu sein. Ein Flirt mit dieser Stadt zaubert unweigerlich ein Laecheln auf das Gesicht dessen, der diese Schoenheit auf sich wirken laesst. Ein heisser Flirt, von dem man sich nur sehr schwer wieder trennen moechte… Na, endlich Lust, uns hier zu besuchen?

Lands End ist eine dieser gruenen Seelen von San Francisco, die man sehen sollte, wenn man einen Sinn fuer Landschaften hat. Fuer alle anderen bietet sich zumindestens ein toller Blick auf die Golden Gate Bridge. Man kann Lands End ueber einen ca. 3 Meilen langen Rundkurs bewandern, was wir eigentlich jedem empfehlen koennen. Am Beginn kurz hinter China Beach muss man ein bischen auf tieffliegende Golfbaelle achten, da sich direkt gegenueber ein Golfplatz fuer Anfaenger befindet. Hat man unbeschadet die ersten Meter hinter sich gebracht und die ersten Jogger freundlich mit einem Hi und einem Laecheln begruesst, gibt es am Eagle Point den ersten tollen Blick auf die Golden Gate Bridge:

Gegenueber befindet sich Marin Headlands und dazwischen der tolle blaue Ozean. Wir hatten uns dieses Mal fuer eine Tour in San Francisco richtig angezogen, d.h. auf jeden Fall Jacke oder Fleece dabei. Man wuerde es nicht glauben, aber es ist hier auch im Sommer kuehl. Viele der Jogger, die Lands End als ihre Trainingsstrecke nutzen, haben Handschuhe an. Naja, der normale Kalifornier war sicher noch nie im Januar bei -20 Grad in den Hoehen von Trois Vallees, aber das ist eine andere Geschichte… Auf jeden Fall mit T-Shirt und Shorts, wie der gemeine Tourist sich das vorstellt, zeigt die Schoene ihre kalte Schulter und blaest mit kuehlem Wind jede Vorstellung von Sommer und Waerme aus den Gliedern. Ihr wisst, die Launen einer schoenen Frau soll man nicht versuchen zu verstehen, sondern man sollte auf sie vorbereitet sein… Der Weg wechselt ab zwischen einem dichten Wald, der immer wieder seine ’sweet spots’ mit tollem Blick auf Kueste, Meer und andere natuerliche Schoenheiten freigibt:

Als naechsten Hoehepunkt kommt man an Sutro’s Bad, die Ruine einer ehemaligen Salzwasser-Schwimmhalle, die sich in die wilde Landschaft direkt integriert hat und einer groesseren Anzahl von Enten und Voegeln nun als privates Freibad dient.

Am Ende liegt das Cliffhouse, ein Restaurant mit direktem Meerblick an den Seal Rocks, an denen frueher die Seehunde ihr Domizil hatten. Inzwischen tummeln sie sich lieber am Fishermans Wharf und geben dort ihre Konzerte. Wahrscheinlich haben sie so mehr Zuhoerer und bekommen mehr Beifall, who knows…  Wer jetzt eine Ruhepause benoetigt, kann sich am Point Lobos an dem anschliessenden Ocean Beach erfrischen oder den Kitesurfern bei ihrem Treiben zuschauen. Bei entsprechenden Wellen sieht man auch Surfer, die die perfekte Welle suchen

Nun aber wieder zurueck ueber eine alternative Route. Die rauhe Landschaft, die sich auf diesem Weg zeigt, ist einfach unbeschreiblich schoen. Die Amerikaner beschreiben diesen Teil von San Francisco als ‘wild, beautiful, dramatic and incredible’. Was kann ich noch mehr sagen? Ein weiteres Bild sagt doch mehr als tausend Worte:

Wenn man bedenkt, dass man inmitten einer Grossstadt ist, sind diese Ausblicke noch umso beindruckender. Wenige Meilen vom Hummer und Seafood Grill am Fisherman’s Wharf ist man gefangen in der rauhen Schoenheit des Ozeans mit seinen Steilkuesten, wenige Meter entfernt vom Strandleben. Wer jetzt nicht ueberzeugt ist hierherzukommen, der verpasst was! Aber nicht vergessen, Jacke einpacken trotz kalifornischer Temperaturen. Ihr wollt euch doch nicht gleich auf dem ersten Ausflug als Tourist outen, oder?

Bis bald!

 

 

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