Na, schon gespannt wie es weitergeht? Habe ich mir doch gedacht (und auch ein bischen gehofft)
. Aber endlich hat das Warten ein Ende, the adventure is going on …
In Carmel starteten wir in den 17 Miles Drive, einen Rundweg an der Kueste vorbei an Pacific Grove und Pebble Beach, einer total schoenen und urspruenglichen Landschaft. Erst einmal knapp 10 Dollar berappen, um den freundlichen Ranger am Entry Point nicht zum aeussersten zu treiben (ich dachte Raubritter sind eigentlich abgeschafft), aber es gab hierfuer zumindestens eine Karte mit den wichtigsten Aussichtspunkten oder Vista Points, wie die Amerikaner dies bezeichnen. Ausserdem lernt man was ueber das Gebiet: 1602 (die sind sich aber sehr sicher mit den Jahreszahlen) entdecken und kartografieren die Spanier die Monterey Halbinsel. 1880 eroeffnet das erste Hotel, 1919 der erste Golfplatz und 1929 das erste nationale Golftournier in Pebble Beach, also eine sehr geschichtstraechtige Gegend. Insgesamt gibt es 21 Punkte, an denen es etwas besonderes zu sehen gibt (keine Angst, ich erzaehle nicht ueber alle etwas, sondern nur ueber die 20 wichtigsten
). Zu Anfang sieht man einen huebschen Sandstrand, der dann immer mehr in eine Steinkueste uebergeht (mein Geografielehrer wird mir vielleicht irgendwann verzeihen…) und sehr typisch fuer diese Gegend ist.
Einer der sehr beeindruckenden Punkte ist der Bird Rock (Vista Point 10 fuer die Buchhalter). Hier tummeln sich eine Unzahl an Seevoegeln (das war ja auch ziemlich schwer zu erraten) und eigentlich noch mehr Robben, die hier heimisch sind. Es ist total klasse dieses Treiben zu beobachten:
Ein wirkliches Must-See ist das Wahrzeichen dieser Gegend, the lone cypress. Diese Zypresse steht seit mehr als 250 Jahren auf dem Fels und ist sicher einer der meistfotografierten Baeume der Gegend. Man muss auch wirklich zugeben, das Bild hat etwas:
Wer auch immer fuer das Giessen dieses Baumes zustaendig ist, er hat einen guten Job gemacht. Der Baum wirkt wie ein ueberdimensionaler Bonsai (irgendwie Paradox). Es eignet sich natuerlich auch fuer ein huebsches Hintergrundbild fuer uns (diese Idee hatte sicher noch keiner vor uns gehabt
).
Nun aber weiter der Kueste entlang nach Big Sur, das eigentliche Ziel unserer Reise. Es ist nun auch so langsam an der Zeit einen Campingplatz zur Uebernachtung zu finden. Nach unserem Reisefuehrer sind hier unzaehlige Campingplaetze, so dass es eine Leichtigkeit sein sollte, einen zu finden. Die meisten sind als Walk-In ausgezeichnet, worauf wir uns (noch) keinen richtigen Reim machen konnten. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass dies wohl bedeutet, dass man hier nicht im voraus reservieren muss, sondern einfach nur reingehen und sagen hier bin ich, wo ist mein Platz (ganz klar: walk in and call it home). Nachdem wir die ersten Campingplaetze links liegen liessen, da wir ja weiter suedlich wollten, haben wir uns entschlossen den naechsten anzusteuern. Doch welch boeses Schild will uns hier den Zutritt vermiessen: Campground full! Das muss ein Versehen sein, wir fahren also rein und schauen uns um. Leider war das Schild korrekt und wir machten uns auf den Weg zum naechsten. Einen Grossteil der Campingplaetze (ihr wisst, diese Walk-In) haben von der Strasse keinen erkennbaren Zugang, bis uns klar wurde, was dieses Walk-In bedeutet. Auto parken, alles Gepaeck, Essen, Getraenke, Socken und Zelt auf den Ruecken packen und den Berg in nicht vorhersehbare Weite hochkraxeln, um dann vielleicht irgendwann den Campground zu finden. Wir hatten jedoch nicht unbedingt fuer diese Variante gepackt. Unsere Campingplatzauswahl war somit auf ca. 10% der gedachten Menge geschrumpft. Aber nicht unterkriegen lassen und die gute Laune behalten (was nicht schwer ist
).
An der Zufahrt zum naechsten wieder dieses Schild, das Unheil versprach: Campground full! Der Ranger an der Einfahrt, den wir nach einem freien Platz fragten (es war schon ca. 18 Uhr), hatte sich fast vor Lachen auf die Schenkel geklopft und meinte, dass er auch den vielen anderen, die HEUTE MORGEN nach an einem freien Platz fragten nicht sagen konnte, wo es noch ein Plaetzchen gibt. Aber er wuenschte uns auf jeden Fall viel Glueck. Zu nett, THANK YOU!!! Wir sahen uns schon nach einem Motel Ausschau halten, aber hierfuer ist diese Gegend eigentlich zu stark Outdoor und ausserdem sitzen da sicher schon die vermeintlichen Camper, die heute morgen bereits gesucht haben. Also den naechsten anfahren, hier sieht es zumindestens nach mehreren freien Plaetzen aus. Zumindestens auf den ersten Blick. Als wir dann naeher kamen prangten an diesen freien Plaetzen gut leserliche RESERVED Schilder, auch nicht besser als Campground full. Als wir bereits wieder rausfahren wollten, kam eine Amerikanerin auf uns zu und sagte, dass an einem der Plaetze heute ein Gast vorzeitig abreisen musste. Unglaublich, aber wir hatten wahrscheinlich den letzten verfuegbaren Platz in Suedcalifornien ergattert, man muss Glueck haben. Innerhalb von 10 Minuten hatten Miro, Uta und ich unsere Zelte aufgestellt, das war knapp! Also schnell Grill angeworfen und Feuer gemacht, real american camping!
Wir wurden dann noch mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang belohnt, was wir uns ja auch wirklich verdient hatten.
Morgen ist dann Hiking angesagt. Aber nun erst einmal auf den Schock ein Corona trinken. Prost! Ihr habt es schon geahnt, die Story von Big Sur ist noch nicht zu Ende.
Bis bald!
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