Nachdem wir nach einem kurzen Schlaf in unserer Luxussuite in Las Vegas wieder erwacht waren, machten wir uns auf, diese kuenstliche Wuestenstadt gegen die erste Naturschoenheit einzutauschen. Das Ziel war der Grand Canyon National Park in Arizona. Der Grand Canyon wurde innerhalb von 17 Millionen Jahren durch den Colorado River zu dem, was er heute ist (also muss sich keiner alt fuehlen, was sind schon ein paar Jahrzehnte gegen 17 Millionen Jahre). Der Grand Canyon ist ueber 450 km lang und an der tiefsten Stelle 1,6 km hoch (oder tief?), auf jeden Fall ein beeindruckender Krater. Hier kann man sehr gut sehen, was ein steter Tropfen in Millionen Jahren anrichten kann. Ok, es war nicht nur ein Tropfen, sondern gleich ein ganzer Fluss, aber das Ergebnis ist gewaltig :-)
Wir fuhren an den North Rim, der weniger touristisch als der South Rim ist, was aufgrund der anbrechenden Urlaubszeit ein guter Entschluss war. Der North Rim liegt auf etwa 2450 m, wovon man einen tollen Blick auf den Grand Canyon hat. Es lohnt sich am Bright Angel Point einen Halt zu machen. Es gibt hier die Grand Canyon Lodge, die einen genialen Blick ueber den Grand Canyon freigibt. Man kann hier auf der Terasse sitzen, einen Kaffee (naja den typischen amerikanischen Kaffee leider nur, kein Starbucks Coffeeshop weit und breit, aber wir sind ja im Urlaub, da stoert das GAR NICHT!!!) schluerfen und den Blick in die Tiefe schweifen lassen. Des weiteren hat es einige huebsche Aussichtspunkte, die von hier erreichbar sind und neue Perspektiven dieses Naturschauspiels zeigen.
Der Angel Point ist von dieser Lodge ueber einen kleinen Wanderweg von weniger als 1 km zu erreichen. Links und rechts kann man auf die roten Steinsmassen des Canyon hinabblicken. Die Hoehenluft auf fast 2500m verbunden mit den tiefen Kraterblicken hat auch auf jeden andere Auswirkungen. Die einen laufen auf allen vieren ueber die Wege, um nur nicht abzurutschen und genuegend Sauerstoff abzubekommen, die anderen haben einen Tunnelblick auf den Wanderweg und konzentrieren sich auf die 1m vor ihnen, um nur nicht in die Tiefe zu sehen. Und dann gibt es noch eine ganz besondere Gattung, die in dieser Hoehe zu Akrobatikkunstueckchen vor dem Abgrund sich hingezogen fuehlen
Tja, ihr seht, es wird hier fuer jeden was geboten. Nachdem wir nun genug in die Tiefe gestarrt hatten, war es an der Zeit einen Campingplatz zu finden, die Zeit der aegyptischen Luxushotels war vorueber, es war jetzt Outdoor angesagt. Wir hatten auch bald was passendes gefunden und unsere 2 Zelte aufgestellt. Der Kocher und die anderen Utensilien waren auch schnell an Ort und Stelle installiert, so dass nun hoechste Zeit fuer ein erfrischendes Corona war (ok, so kuehl war es dann leider im Auto auch nicht mehr, dafuer hat es beim Oeffenen mehr geschaeumt). Wir kochten Nudeln mit Sosse, ein wirkliches Kontrastprogramm zum Essen in Las Vegas. Leider hatten wir kein Sieb zum Abschuetten und es kam wie es in einem schlechten Film kommen musste. Die Haelfte der Nudeln landete beim Abschuetten aus dem Topf ueber den Deckel mit einem Rutsch auf dem Boden, was zu einer Nudelabspuelaktion gefuehrt hat, auf die wirklich gar keiner Lust hatte. Aber was hilfts, es knirscht ein bischen beim Essen, aber ein guter Koch macht ja mit der Sosse alles wett. Sagt man zumindestens….
Am naechsten morgen war dann eine Wanderung hinunter in die Grand Canyon Schlucht auf dem Programm. Es war trotz der Hoehe immer noch sehr heiss. Wir machten uns nun wie eine Gruppe Goldgraeber auf der Suche nach ihrem Glueck auf den Weg. Es wurde auf mehreren Warnschildern darauf hingewiesen, dass man auf jeden Fall genuegend Wasser mitnehmen soll und auch den Rueckweg mit 2/3 der Zeit einkalkulieren muss. Denn bei dieser Wanderung laeuft man erst hinunter und dann den gleichen Weg wieder zurueck, nur diesmal zur Entspannung dann bergauf. Also entsprechend ausgeruestet mit Trinkrucksack, Sonnenbrille, Muetze und Wanderstoecken ging es los. Wir hatten auch tunlichst darauf geachtet, dass jeder von uns komplett andere Farben trug, man muss ja trotz allem Outdoor ein bischen auf Stil achten
Der Weg schraubte sich serpentinenartig hinuter in Richtung Tal, durch steinerne Tunnels und vorbei an roten Gesteinsriesen. Es war gut, dass immer wieder die Sonne und Schatten sich abwechselten. In gewissen Zeitabstaenden musste man sich ganz eng an den Wegesrand druecken, da eine Gruppe von Moechtegerncowboys auf Maulpferden den Weg nach unten (und dann wieder nach oben) antraten. Faules Pack! Die Anfuehrer dieser Gruppen achteten tunlichst darauf, dass alle Wanderer fuer die Tiere gut sichtbar waren und sich keines erschreckt, da es wohl schon vorgekommen ist, dass bei einem Schreck das Tier eine recht ungesunde Abkuerzung mitsamt dem Reiter nach unten genommen hat. Da hilft dann auch der beste Cowboyhut nur noch sehr bedingt…
In den tieferen Ebenen dominiert dann immer mehr der rote Stein, der der ganzen Landschaft eine besondere Note gibt. Wir wurden auf unserem Weg nach unten auch noch von einem kurzen Abkuehlregen bedacht, man versuchte wirklich uns alles zu bieten. Dies hatte den Vorteil, dass es kurzfristig nicht ganz so heiss war. Nach einer kurzen Pause ging es dann den Weg wieder hoch, zurueck zum Ausgangspunkt.
Noch ein letztes Bild vom Canyon und unsere Reisegruppe konnte sich mit einem Servus in Richtung Campingplatz verabschieden. Nein, wir kochten an diesem Abend keinen Nudeln, sondern Reis. Das geht fast immer gut! Morgen machen wir uns dann auf den Weg zum Lake Powell, ein grosser See inmitten der Steinwueste zwischen Arizona und Utah. Also freut euch auf Uta in Utah! Natuerlich auch auf den Rest des Urlaubstrupps.
Bis bald!
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