Archiv für August 2008

Canyonlands ‘Island in the Sky’ – Arches, Schluchten und coole Harleys (Sommerreise Teil 7)

August 21, 2008

Nach dem tollen Ausflug in das Needles Gebiet sind wir heute in das ‘Island in the Sky’ gefahren, was ebenfalls zu dem Canyonlands National Park gehoert. Der Name klang ja sehr vielversprechend, daher ein klares ‘Must See’ fuer uns. Nach kurzer Fahrt (wir campten ja in Moab) bot sich uns schon das erste Highlight. Die sogenannte Mesa Arch, die wie ein Bilderrahmen die sich nach hinten weitraeumig oeffnende Landschaft umrahmt. Bestimmt wurde dies schon auf einige Millionen Bilder gebannt, da wollten wir natuerlich auf keinen Fall hinten anstehen.

Nun wird sich der fleissige Leser unseres Blogs fragen: ‘Moment mal, warum heisst denn diese Bruecke nun Arch und nicht Bridge? Habe ich da was verpasst und muss nun den naechsten Pisatest mit schlotternden Knien fuerchten?’ Das Internet soll ja unterhalten und bilden, daher werden wir dies auch in unserem Blog tun, daher immer eifrig und regelmaessig lesen. Geologisch gesehen gehoeren die Bridges zu der Gruppe der Arches (Ah ja???). Die Arches entstanden hauptsaechlich durch Erosion und Wind, wobei die Bridges durch die Einwirkung von Wasser entstanden (Gut, dass wir dies nun gelernt haben :-) ). Aber das ist ja auch schon einige tausend Jahre her, kein Wunder, dass hier die Erinnerung sich etwas eingetruebt hat.

Nach diesem tollen Bild machten wir uns geruestet mit Rucksack und Wasser auf, die Schoenheit dieses Landstriches naeher zu erkunden. Es war immer noch wirklich sehr heiss, so dass eine entsprechende Wasserration fuer jeden noch so kleinen Ausflug unbedingt notwendig war. Was ebenfalls bemerkenswert ist, dass man das Gefuehl hat, dass der Himmel irgendwie viel hoeher ist (Nein, die Sonne hat keinen bleibenden Schaden hinterlassen…). Auch wirken die kleinen Wolken auf dem Himmel immer wie gemalt, ein wirklich einfacher Job fuer einen Postkartenfotograf. That’s America, everything is bigger (meistens jedenfalls).

Auf dem Weg zur naechsten Anhoehe konnten wir den beeindruckenden Blick auf eine Schluchtenlandschaft werfen, was die Hauptattraktion dieses Gebietes ist. ‘Island in the Sky’ ist eine Plattform, die etwa 400m tief liegt und in die sich dann nochmals ca. 350m tief eine Flusslandschaft von Green River und Colorado River eingefraest hat. Schwer zu beschreiben, manche sehen sicher Aehnlichkeiten zu Garzweiler II, aber irgendwie doch schoener, was bei diesem Vergleich nicht wirklich schwer ist. Vielleicht sind es die verschiedenen Rottoene, die alles in einem tollen Licht erscheinen lassen. Total klasse!

Das ganze mussten wir natuerlich noch von einem anderen Blickwinkel sehen, daher haben wir weder Weg, Hitze noch wilde Tiere gescheut nur um euch allen tolle Bilder zu liefern.

Diese Landschaft ist natuerlich wie geschaffen fuer Portaitfotos. Jeder kann sich dann nach eigenen Vorlieben an den Details sattsehen, die er gerne sehen mag: faszinierende Landschaft, huebsche Wolken, beeindruckende Schluchten, sonniges Wetter oder auch an einem Bild von uns. Also fuer jeden was dabei (hoffentlich :-) ).

Nach einem netten Abstecher zum Horseshoe, was ganz in der Naehe des ‘Island in the Sky’ liegt und eine Schlucht in Hufeisenform zeigt, fuhren wir wieder in unsere Wuestenstadt Moab zurueck, die stellenweise den Charme einer Westernstadt hat. Es ist eine sehr empfehlenswerte Location fuer Ausfluege in den wirklich tollen Canyonlands National Park.

Man bekommt hier auch das ‘real american way of life’ geboten, wie Harleyfahrer, die die Freiheit geniessen (keine Helmpflicht in Utah) und das typische Bild von Amerika gut transportieren. Harley Davidson holt sich sicher hier Inspirationen fuer neue Accessoires und coole Produkte.

Morgen geht es dann in das Arches Gebiet des Nationalparks. Also bis dahin nicht vergessen, was der Unterschied zwischen Arches und Bridges ist  :-) .

Bis bald!

Canyonlands Needles – Auch eine Steinwueste kann schoen sein! (Sommerreise Teil 6)

August 16, 2008

Am naechsten Morgen machten wir uns auf, den ersten Teil des Canyonlands National Parks zu entdecken, was den vielversprechenden Namen Needles hat. Der Canyonlands National Park befindet sich im Staat Utah, in der Naehe der Stadt Moab. Wir hatten hier in Moab einen Campingplatz gefunden, so dass wir einen optimalen Ausgangspunkt fuer die Erkundung hatten. Es war wieder einer dieser heissen Tage, aber was will man auch in der Steinwueste von Utah im Juli erwarten. Also selbst schuld, nicht jammern und los ins Abenteuer.

Wir fuhren in den suedoestlichen Teil des Canyonlands National Park, was als Needles bezeichnet wird, um uns diese vielsagenden Gesteinsformationen genauer anzusehen. Das Gebiet besteht aus weissen und roten Felsen, die die Form von Nadeln (daher der Name Needles) haben, aber man sieht auch viele Steine, die eher wie Pilze aussehen. Daher muesste das Gebiet eigentlich Needles & Mushrooms heissen, aber das ist jetzt wohl doch zu Deutsch oder vielleicht auch schon ein geschuetzter Songtitel :-) .

Kommt man den Pilzgebilden naeher, so kann man fast vermuten, dass diese jemand in einem Ueberschwang von Pilzfetischismus so gebaut hat. Vielleicht wollte er auch nur einen Kontrapunkt zu Fliegenpilzen schaffen, endlich mal Pilze mit weissem Kopf :-) Auf jeden Fall bestehen diese Pilze aus roten Stengeln mit einem weissen Hut, was schon ein lustiges Bild abgibt. Eine Maerchenstunde von ‘Gulliver’s Reisen’ oder ‘Das Leben einer Ameise’ haette hier besondere Realitatetsnaehe, da manche dieser Pilze einige Meter hoch sind.

Wir machten uns auf eine Wanderung, um diese Pilz- und Nadelkolonie genauer zu entdecken. Ausserdem ist die Gegend hier so beeindruckend durch den roten Sand und die Gesteinsformen, dass man dies nur zu Fuss in seiner vollen Pracht auf sich wirken lassen kann. Also die Wasservorraete aufgefuellt (es war hier immer noch ueber 35 Grad Tagestemperatur), Wanderschuhe an und losmarschieren. Wer jetzt denkt, man laeuft wie ein Pilz- und Nadelsammler durch die Gegend, der hat sich getaeuscht. Die Landschaft ist ziemlich abwechslungsreich, es gibt auch weite Flaechen, die der Vorstellung einer Steinwueste schon sehr nahe kommen. Das hat jedoch nicht zur Folge, dass dabei die gute Laune ausbleibt.

Weiter ging die Wanderung, auf und ab an riesigen Gesteinswaenden vorbei, dann wieder auf grosse Steinplatten mit freier Sicht, um dann wieder auf orangefarbenen Sandwegen weiter in Richtung steinernen Riesennadeln zu kommen. Es gab hierbei auch immer mal wieder kleine Schwierigkeiten zu ueberwinden, die bei Uta und Ecki den Sportsgeist im Fluge entfacht hatten. Wahrscheinlich waren das schon die Auswirkungen der nahenden olympischen Spielen oder doch vielleicht nur die extreme Sonne? Egal, aber auf jeden Fall war die neue Sportart des Felskrateruebersprungs schnell entdeckt und der erste Wettbewerb ausgerichtet. Leider gab es danach weder Medaillen noch eine Hymne. Auch Luzie konnte sich nicht dazu durchringen den vokalen Part einer musikalischen Zeremonie zu uebernehmen. Und das als Musiklehrer, aber es waren ja Ferien und auch kein IOC Verantwortlicher weit und breit…

Kaum war der Wettbewerb beendet, da wurde auch sofort das amtliche Endergebnis von den Sportlern angezweifelt (sehr unolympisch…). Leider brachte das Zielfoto auch nicht den Aufschluss, wer denn in Weite, Choreographie und Haltung die Bestnoten zu erhalten hatte und letztendlich den Sieg mit nach Hause nehmen konnte. Daher wurde schnell ein weiterer Wettbewerb in alter olympischer Tradition gestartet, der schon in Griechenland bei den ersten olympischen Spielen die Herzen der Zuschauer in Aufruhr versetzt hat. Dieser Wettkampf sollte die Entscheidung bringen.

Wie leicht zu erkennen ist, wurde das Ringen als Disziplin gewaehlt. Wer wuerde nun gewinnen, die pure Kraft von Ecki oder die Gewandheit und Schnelligkeit von Uta. Ueber weite Strecken war dieser Kampf sehr ausgeglichen, jedoch dann passierte etwas Unvorstellbares, voellig Undenkbares, aber es war trotzdem Realitatet. Der Ringrichter blies den Kampf wegen brechender Hitze ab und es blieb beim unentschieden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben :-) . So verliessen die Sportler nun die Arena, um die Wanderung fortzusetzen. Allle waren gluecklich dabei gewesen zu sein. Irgendwie doch sehr olympisch…

Nun ging es nach dieser Auflockerung umso ambitionierter weiter und wir kamen den Needles immer naeher. Die Wanderung in dem Needlesgebiet ist total empfehlenswert, sie hat eine ganz eigene Stimmung, die man nur sehr schwer in Worte fassen kann. Die Gesteinsformen, der rote Sand, die unterschiedlichen Landschaftsbilder, das sollte man auf jeden Fall per Pedes erkunden. Fuer denjenigen, der interessante Herausforderungen sucht, dem bietet das Gelaende so manche Betaetigungsmoeglichkeiten, wie wir bereits gesehen haben. Es gab auch noch weitere Disziplinen, die bisher NOCH nicht olympisch sind, die jedoch schon vorab hier trainiert werden koennen. Dazu zaehlt das Tandemfelskraterklettern ohne Hilfsmittel. Das ist sicher bereits schon ganz oben auf der Liste des IOC :-)

Wie ihr seht, es gibt unendliche Moeglichkeiten hier. Wie der Name schon sagt: USA das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten, man benoetigt nur etwas Phantasie und Ehrgeiz, dann klappt das schon. Wir machten uns nun auf den Heimflug zu unserem Zeltplatz, da es so langsam schon dunkel wurde. Also Motoren gestartet und abgehoben (was starke Sonne alles bewirken kann… :-) ):

Morgen geht es dann weiter in das naechste Gebiet. Also dranbleiben und guten Flug!

Bis bald!

Natural Bridges – Schwanenhaelse, Serpentinen und Kletterlust (Sommerreise Teil 5)

August 8, 2008

Nach einer Nacht in einem richtigen Bett war zuerst mal Fruehstueck angesagt. Es gab eine richtig gute Fruehstueckskarte, nicht nur das oft anzutreffende Continental Breakfast. Das Restaurant war ein richtiger Familienbetrieb einer indianschen Familie, alle waren anwesend von den Kindern bis zu den Grosseltern. Jeder hatte seinen Job in diesem Business. Wir entdeckten in dem Lokal an einer Wand ein Bild von dem Goosenecks State Park, den wir bisher nicht auf unserer Planung hatten. Da er ganz in der Naehe lag und das Bild sehr vielversprechend aussah, war der Entschluss gleich gefasst, und wir machten uns auf den Weg. Dieser Park liegt direkt am San Juan River, der diese bizarre Form mit Hilfe von Wind, Wasser und Frost geschaffen hat. Wie der Name schon sagt, hat er die Form von Schwanenhaelsen. Er ist 1000 Feet tief, was etwas mehr als  300 Metern entspricht.

Nach einigen Fotos nun aber weiter zum eigentlichen naechsten Ziel, dem Natural Bridges National Monument, was im Suedosten von Utah liegt. Wir kamen zuerst noch an dem Valley of the Gods vorbei, was dem Monument Valley sehr aehnlich ist, aber viel unbekannter. Es fuehrt eine 18 Meilen lange schlechte Schotterstrasse in das Valley, was vom Tourismus bisher total unberuehrt ist. Wer also von den Gesteinsskulpturen nicht genug bekommen kann und diese goettliche Umgebung liebt, der ist hier genau richtig.

Um zu den Natural Bridges zu kommen, mussten wir noch eine Bergkette ueberwinden, was tolle Landschaftsblicke freigab. Wir schraubten uns ueber eine Serpentine immer hoeher, bis wir schliesslich den Gipfel erreichten. Auch diese Strasse haette den Namen Schwanenhaelse oder noch besser langer steiler Schlangenweg ohne weiteres verdient.

Nun waren wir endlich im Land der Bruecken angekommen. Im Vergleich zu Florenz oder Venedig, die unzaehlige schoene Bruecken zu bieten haben, sind die Bruecken hier alle ohne menschlichen Plan und Zutun entstanden. Sie sind das Produkt von Wind, Wasser, Erosion und sehr sehr viel Zeit. In diesem Park sind die zweit- und drittgroessten natuerlichen Bruecken der Welt zu sehen. Es gibt hier insgesamt 3 Bruecken, die Kachina, Owachomo und Sipapu Bridge. Die Namen kommen aus der Sprache der Hopi, ein Naturvolk wie die Navajo, die in dieser Gegend lebten. Wir entschlossen uns zu einer der Bruecken hinabzusteigen, um das ganze intensiver zu erleben. Also Wasser und Foto gepackt und los ging es den Weg hinunter. Die Leitern erschienen ebenfalls noch ein Ueberbleibsel aus der Zeit der Naturvoelker zu sein, machten die ganze Sache aber spannender.

Es ging nun immer tiefer hinab und gleichermassen erschien die Bruecke immer groesser und gigantischer. Kaum zu glauben, dass so etwas einfach aus dem Nichts entsteht. Auf dem Weg kamen wir an folgendem Schild vorbei, was sofort die Aufmerksamkeit von Uta und Ecki auf sich zog (‘Klettern auf der Bruecke strengstens untersagt’).

Irgendwie regte dieses Schild die Kreativitaet der beiden erst richtig an, denn ploetzlich entdeckten sie ueberall versteckte Kletterrouten, die der Menschheit unverstaendlicherweise vorenthalten werden sollten. Tiefer und tiefer bohrte sich nun die Lust den Fels mit Haenden zu fassen und die Wand zu bezwingen. Diese aufkeimende Lust nach dem Verbotenen musste nun sofort befriedigt werden. Daher wurde das Klettern jenseits der Bruecke in Angriff genommen. Wie man sieht, war der Spassfaktor bei Uta extrem hoch :-) Pech fuer den Fels, dass er es nicht zur Bruecke geschafft hat, also ein geborenes Klettereldorado.

Kaum unten angekommen, machten sich Uta und Ecki daran, an der hinteren Schulter der Bruecke hochzulaufen; ‘Mal sehen, wie weit wir kommen. Von da oben hat man sicher eine gute Aussicht’. Jeder, der sie kennt, weiss nun genau, was als naechstes kommt. Genau, die zwei kleinen Striche inmitten der Bruecke sind Uta und Ecki, die sich auf die Bruecke gewagt haben. Man kann nun erahnen, wie hoch die Bruecke ist. Nach Aussage der beiden war die Bruecke an dieser Stelle nur wenige Meter breit, jedem sein eigener Adrenalinkitzel. So manch einer haette sich wahrscheinlich auf den Bauch gelegt und waere wieder zurueckgerobbt, damit kein Wind ihn von der Bruecke weht. Aber es gibt auch die andere Spezies, fuer die so etwas mehr einen Spaziergangcharakter hat ….

Der Aufstieg war ein bischen beschwerlicher als der Abstieg, aber die Wanderung hat sich auf jeden Fall rentiert. Man erlebt diese Naturschoenheiten sehr viel authentischer. Wie man an den Gesichtern sieht, hatten alle viel Spass und waren auch mit diesem Tag hoch zufrieden.

Nun aber wurde es Zeit einen Campingplatz zu suchen, den wir in der Wuestenstadt Moab gefunden haben. Die meisten anderen Touristen waren mit grossen Wohnmobilen unterwegs, die Zelte waren klar die Ausnahme. Morgen werden wir den ersten Teil des Canyonlands National Parks genauer erkunden, also es bleibt weiter spannend.

Bis bald!