Nach einer Uebernachtung im Hotel fuhren wir nun in Richtung Bryce Canyon National Park, wo wir unser Zelt auf einem Campingplatz in luftiger Hoehe weit ueber 2000m hoch aufschlugen. Der Bryce Canyon ist ein beliebtes Urlaubsziel der Amerikaner, da er atemberaubende und sehr ungewoehnliche Landschaftsbilder und Steinskulpturen zeigt. Auf dem Campingplatz angekommen bemerkten wir sehr schnell, dass wir mit unseren Zelten eher zu den minderbemittelten Outdoor-Urlaubern im Vergleich zu dem gewoehnlichen Amerikaner gehoeren. In Amerika gilt das Schlagwort ‘Big is beautiful’ was sich auch an den Wohnmobilen zeigt.
Vielfach haben diese Gefaehrte dann noch einen ausgewachsenen SUV als Anhaenger, um am Zielort ebenfalls mobil zu sein. Das ganze ist dann schon ein sehr interessantes Bild und wuerde wahrscheinlich dem normalen Tuev-Beamten mehr als Runzeln auf die Stirn zaubern. Man sieht auch sehr oft ausgewachsene Grossbusse als Reisemobil ausgebaut, die an beiden Seiten die Moeglichkeit haben, Erker auszufahren, um den Wohnraum dann nochmals zu verdoppeln. So manche 2 Zimmerwohnung hat damit weniger Platz zu bieten als diese Fahrzeuge. Nachdem wir den Campingplatz verlassen hatten, wartete der erste Aussichtspunkt auf den Bryce Canyon National Park auf uns. Sehr interessiert stiegen wir aus und liefen eine Anhoehe hoch, bisher war alles zwar huebsch, jedoch nicht ‘dramatic’, wie der Amerikaner sagen wuerde. Aber was wir dann sahen, uebertraf doch jede Erwartung:
Es ist wie eine eigene Welt, die Jahrtausende unter einer Muschelschale geschuetzt sich entwickeln konnte und sich nun in voller Schoenheit den Touristen praesentiert, die hier vor Ort kommen. Man kann einfach nur stehen, staunen und Formen, Farben und Licht auf sich wirken lassen. Es gibt hierbei Gesteinsgruppen, die jeweils einen ganz eigenen Charakter und Struktur haben, wie z.B. diese hier:
Ein Meer von erstarrten roten Wellen, eng gereiht und ein Kontrapunkt zu dem schlossartigen Gebilden auf der anderen Seite. Man kann den Bryce Canyon sehr gut mit einer sehr tollen Wanderung aus der Naehe sich anschauen und kann in die Welt der roten Tuerme komplett eintauchen. Es ist wie ein grosses rotes Schloss mit vielen Gaengen, was es zu erkunden gilt. Eine Art natuerliches in rot gehuelltes Neuschwanstein.
Man laeuft zuerst hinab in die Ebene des Canyon, was ueber einige steile serpentinenartige Wege sehr gut zu erreichen ist. Das erste Stueck ist sehr angenehm, da es fast komplett im Schatten liegt. Ist man unten angelangt, so ragen die Gesteinswaende meterhoch in Richtung Himmel. Es sind wie ueberdimensional hohe Gaenge in einem Irrgarten. Mit jedem dieser Gaenge veraendern sich Farben und Licht, alles eingehuellt in einen rotscheinenden angenehmen Schleier.
Im Inneren dieses Gebildes gibt es wieder weite Flaechen, die auch entsprechende Vegetation aufweisen. Die Wanderung wird dadurch sehr abwechslungsreich und bietet fuer jeden etwas. Da man doch einige Stunden in dem Canyon verbringt, ist es notwendig, genuegend Wasserreserven mitzunehmen, zumindestens wenn man im Sommer hier unterwegs ist. Wenn man das beruecksichtigt und ein Faible fuer solche Naturschoenheiten hat, dann ist es ein ganz grosses Erlebnis hier zu sein.
An jeder Ecke bietet sich ein anderer Blick und man weiss gar nicht, wo man ueberall hinschauen soll, um alles in sich aufzusaugen. Man kann auch Bilder entdecken, die man an anderer Stelle auch aehnlich schon gesehen hat, wie z.B. den Balanced Rock, den es hier gleich als Zwilling zu sehen gibt (ok etwas kleiner, aber dafuer sind es auch 2
).
Der Bryce Canyon war wirklich ein sehr toller Abschluss unserer kleinen Sommerreise und auch ein Highlight unter den tollen Dingen, die wir hier gesehen haben. Es hat uns total viel Spass gemacht und es war toll, dass wir diese Reise mit Luzi und Ecki machen konnten, die noch einige Wochen mehr unterwegs sein konnten, da sie ja ueber etwas mehr Urlaubstage verfuegen als es hier in USA gewoehnlich gibt (die hoechste Steigerung eines amerikanischen Urlaubskontos ist wohl das Ferienkontingent eines deutschen Lehrers angereichert mit den in Deutschland existierenden Feiertagen) .
Damit ist aber natuerlich das Abenteuer Kalifornien noch lange nicht zu Ende, es gibt hier noch sehr viel zu sehen und zu entdecken. Also dranbleiben, es wird auch naechste Woche wieder einen weiteren Bericht von uns hier geben. Wir tun doch (fast) alles fuer euch
Bis bald!














