Archiv für November 2008

Ritter sind auch nur Menschen – Teil 2

November 16, 2008

Als naechstes war ein weiterer Wettkampf mit der Lanze, bekannt als der ‘torkelnde Soldat’ angesagt. Hierbei muss das Schild des ‘Soldaten’ so getroffen warden, dass dieser moeglichst viele Umdrehungen macht. Die Wettkaempfer waren in dieser Disziplin das beste Duo, was unter dieser Sonne momentan existiert. Das Endergebnis konnte daher auch nur wieder zum Gleichstand fuehren.

Ritter Lanze 2

Also musste nun die Entscheidung ueber den letzten Wettkampf mit dem Schwert herbeigefuehrt warden. Dieser als der ‘blecherne Krautkopf’ bekannte Wettstreit ist das Highlight der Spiele ausgenommen fuer eine Person. Aber seht selbst:

Ritter Krautkopf 1

Das Zittern beginnt, Flucht ist unmoeglich…

Ritter Krautkopf 2

Wird es gutgehen oder verliert der Arme seinen Kopf?

Ritter Krautkopf 3

Da der Zweite Ritter nur den Helm und nicht den Krautkopf erwischte, war the Knight of the Year nun gefunden. Die Zuschauer waren zufrieden und feierten den Sieg ausgiebig.

Feiern San Francisco

Wir konnten danach die Postkutsche zu unseren abgestellten Pferdchen nehmen und nach Redwood City reiten. Oder so aehnlich zumindestens.

 

Bis bald!

 

 

 

 

 

Ritter sind auch nur Menschen oder San Francisco im Mittelalter

November 16, 2008

Am Sonntag schlenderten wir zusammen mit Mathes & Nicole durch das Zentrum des Ungewoehnlichen in Kalifornien bei den Kennern auch als San Francisco bekannt. Ihr konntet ja in unserem Artikel ueber Ashburry Heights einen ersten Eindruck davon bekommen (wer es noch nicht gelesen oder inzwischen wieder vergessen hat, dann sofort in unserem Archiv danach stoebern, es soll ja keiner dumm sterben J ).

Also wieder in Richtung Golden Gate Park, dieses Mal zu einem ganz besonderen Event, dem sogenannten Renaissance Fair, eine Art Festival des Mittelalters noch viel weiter zurueck als die hier noch gelebte Hippiezeit. Am Eingang zu dem Festival wurden wir bereits von einem kleinen Ritter in Begleitung empfangen. Was wir nicht wussten, dass es Handies auch schon damals gab. Tja, so kann man sich taeschen und es zeigt, dass unsere Geschichtslehrer auch nicht alles wussten…

SF Ritter 43

 Kaum in dem Inneren der mittelalterlichen Zeltstadt angelangt, wollte uns einer der Haendler ueberzeugen, dass wir so in diesem Aufzug eigentlich hier nicht herumlaufen koennen, so ziehen nur Aussaetzige und Bettler durch das Land. Und was mit denen passiert, versuchte er uns sehr plastisch zu erklaeren, alles Geschichten, die ihm von anderen reisenden Haendlern ueberliefert wurden. Wirklich ein schauerliches Schicksal schien uns beschieden… Aber in diesen Jahren war noch der Mut des Eiznelnen gefragt, also entschlossen wir uns trotz seiner eindringlichen Ratschlaege erst einmal ohne Outfit-Aenderung durch dieses Abenteuer zu schlagen. Ob das eine sooo gute Idee war, wird sich nun in den naechsten Stunden zeigen. Anzeige & Gerichtsverfahren waren in diesem Jahrhundert noch so unbekannt wie eine Parkuhr …

SF Ritter 54

An der naechsten Ecke wurden wir auch sofort Zeuge eines solchen Schnellgerichts. Die Dienstmagd Beth hat einige unangemessene Bemerkungen ueber einen hochgestellten Herrn aus guter Gesellschaft gemacht. Sie war wohl durch einige Becher des guten von Moenchen gebrauten Bieres sich ihrer Rolle und Kompetenzen nicht mehr ganz bewusst gewesen und hatte versucht, sich einen Mann aus besserem Hause zu angeln. Sie hatte jedoch nicht bemerkt, dass seine Frau in der Naehe sass und dem Flirt ein schnelles und rauhes Ende bereitete. Die Strafe folgte sofort und sie wurde mit einigen Peitschenhieben wieder in die harte Realitaet zurueckgeholt. Ein schmerzhaftes Ende eines suessen Flirts…

SF Ritter 72

Ein paar Schritte weiter zogen wir gleich die Aufmerksamkeit der lokalen Ordnungskraefte auf uns, die von ihrer Ruestung mit unserer heutigen Polizei nur noch schwer vergleichbar sind. Auch kennen sie wohl den Spruch nicht, dass einem erst einmal die Rechte vorgelesen werden und man einen Anwalt hinzuziehen kann (welche Rechte und was ist eigentlich ein Anwalt?). Auf jeden Fall verfolgten uns kritische Blicke…

SF Ritter 58

Einige Schritte weiter empfing uns ein Trio, was man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Es wirkte wie ein Zusammentreffen von Priaten aus der Karibik und Arthurs Tafelrunde. Scheinbar verstanden sich diese unterschiedlichen Kulturen jedoch auf Anhieb, was zeigt, dass sich in Amerika schon sehr frueh die Multikulti-Gesellschaft etablieren konnte. Eine schnell herbeigeeilte Dienstmagd konnte sich in dieser Runde ihren sehr passenden Kommentar nicht verkneifen: ‘I am feeling completely underdressed!’. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufuegen.

Competely Underdressed

Wir schlenderten weiter und kamen an eine groessere Menschenansammlung, die sehr gespannt einer Auffuehrung lauschten. Wir wuehlten uns durch das Volk weiter nach vorne. Wir konnten sehr bald erkennen, dass es auch schon zu dieser Zeit angesagt war, sich durch ausgefallene Kleidung und Haartracht aus der Menge hervorzutun. Jedoch hatte man in einem solchen Aufzug als Frau immer das Risiko, als Hexe geaechtet zu werden und einem heissen Tod entgegenzusehen. Tja, alles hat seinen Preis…

SF Ritter 77

Der Zauberkuenstler zog jeden in seinen Bann und hatte ein grosses Repertoire von Tricks, das die Menge zum Toben und Staunen brachte. Er zog damit Alte und Junge, Arme und Reiche, Ritter, Landstreicher und auch kleine Prinzessinen in seinen Bann.

SF Ritter 82

Wie bei jeder heutigen Grossveranstaltung forderte auch im Mittelalter der unmaessige Verzehr von Alkohol bei manchen Gaesten schnell seinen Tribut. Ausserdem stand auf betrunkenes Heimreiten und Gefaehrdung der oeffentlichen Postkutschen durch Betrunkene das Teeren und Federn des Delinquenten. Daher zogen es viele vor, sich lieber erst einmal vor Ort auszuschlafen, wenn dies auch nicht in jedem Fall der beste und sicherste Ort fuer ein Schlaefchen war.

SF Ritter 89

Da das Ganze hier in USA statfand, hatten sich auch noch andere Kulturen unter das Volk gemischt, die in diesen Gefilden schon sehr lange ansaessig waren. Die Fans von John Wayne & Clint Eastwood Filmen ahnen nun, von was ich spreche. Hier sieht man auch, dass die Amerikaner die deutsche Gruendlichkeit einer geschichtlichen Trennung von Epochen eher tolerant sehen oder dies ist die noch unentdeckte Ecke des Woodookults, der vielleicht auch schon im Mittelalter seinen Ursprung hatte. Erste Beweise dieser Theorie konnten bei genauem Hinsehen entdeckt werden.

SF Indianer

Auf jeden Fall hatten sich unbemerkt viele Seeraeuber unter das Volk gemischt. Johnny Depp aus Pirates of Caribbeans trieb hier ebenfalls sein charmantes Unwesen. Er rechnete nicht damit, dass Geschichtenerzaehler seine Abenteuer schon herumerzaehlt hatten und viele junge Frauen heimlich seine Bilder kauften. Er fuehlte sich unerkannt unter diesem bunten Treiben, was vielleicht ein Fehler war, da auch seine Untaten doch sehr bekannt waren. Wer weiss, was er heute noch erleben wird…

Pirates of Caribbean

Es zog uns weiter in Richtung Ritterspiele und wir freuten uns bereits auf den angepriesenen Zweikampf der Ritter. Aber nun flogen wir doch auf, zu lange waehnten wir uns trotz unserem unpassenden Aufzugs in Sicherheit. Einer der Zivilpolizisten hielt uns an und wollte uns mit Waffengewalt in den Kerker verschleppen, wo wir dann wohl die naechsten Monate bei Wasser und Brot zugebracht haben. Auch die Schwangerschaft von Nicole hatte er nicht als Ausrede gelten lassen.

Verhaftung

Aber er hatte nicht damit gerechnet, dass wir Super-Uti dabei hatten, die schon in anderen Geschichten ihre ausserirdischen Kraefte spielen liess (ihr erinnert euch an den abrutschenden Felsen in Canyonlands? Wenn nicht, Marsch, Marsch nachsitzen und nachlesen). Sie zog in sekundenschnelle ihren Dress an und verbrachte diesen Stoerenfried in die Wueste Nevadas, wo er nun andere belaestigen konnte. Nur gut, dass Uta immer genug Klamotten fuer solche Zwischenfaelle und Wintereinbrueche inmitten Kaliforniens dabei hat J

Nun aber schnell, zu den Spielen, die bereits begonnen hatten, die Ritter stellten sich schon der johlenden Menge vor.

Rittervorstellung

Zuerst war der Wettkampf mit der Lanze angesagt, hierbei mussten moeglichst viele Ringe eingesammelt werden. Die Ritter schlugen sich bei dieser Disziplin ausgesprochen gut und nach dem ersten Durchlauf herrschte Gleichstand.

Ritter Lanze 1

Wie wird es weitergehen? Kann Kunibert das ganze fuer sich entscheiden. Fragen ueber Fragen, unendliche Spannung. Freut euch auf den 2. Teil, hier in diesem Theater in Kuerze.

Bis bald. 

Familie Leineke (alias Prigge) tollt durch San Francisco

November 7, 2008

Ein wunderschoener Besuch von meinem Bruder Ulf mitsamt Familie: Antje, Mark, und Sven.

Family

Das Highlight der Wohnung fuer die Kinder war definitv der Fussballkicker, jede Minute ausgebucht. Das zweite Highlight am Folgetag war dann San Francisco:-). Vom Parkplatz aus konnten wir gleich die Golden Gate Bridge betrachten (ja, ohne Nebel), dann freute sich Sven, weil er schon kurze Zeit spaeter Alcatraz sah. Als naechstes kamen wir an eine paar Gauklern vorbei, die bei Fisherman’s Wharf genug Publikum bekommen: Ein fahrend spielender Pianist, Maler die jeden Touri als Superman abzeichnen. Manchmal kommt man auch einem Busch vorbei. Beim ahnungslosen Weitergehen springt Dich dieser an mit einem kurzen Kampfschrei.

Alcatraz

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Wir kamen an Fischstaurants mit reich bestueckten Glastischen mit Meerestieren inklusive Hummer vorbei, dann an einem einem Schaufenster hinter dem 3 fixe Baecker Rosinenbrot kneteten. „Wie lange muss ich denn noch laufen und wohin wollen wir ueberhaupt“ kam dann auch bald von Nicht-Marathonlaeufer Sven. Andere Touris hatten es besser: Sie hatten laecherliche kleine Plattformen, die etwas mit 8 km/h fahren, aber immerhin musste man nicht selbst laufen fand Sven:

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Es wurde also Zeit, dass wir zum Pier 39 kamen, wo diesmal allerdings nur wenige Seeloewen herumlungerten. Eine Bootsfahrt mit Aussteigen auf Alcatraz war leider ausgebucht. Ein grosses Highlight fuer die Kinder wartete nur 200 m entfert: Das Regenwald-Restaurant mit lebensgrossen, ferngesteuerten Tieren. Als Mark einem Gorilla die Hand schuetteln wollte, und der sich abwandte, maulte Mark entruestet: „Der mag mich nicht“. Beim 2. Mal hinschauen war aber auch dieses Missverstaendnis aus dem Weg geraeumt. Der Elefant hatte es beiden angetan, bis der die Nase voll hatte, und sie mit einem klitzekleinen Ruck seiner Stosszaehne von der Balustrade befoerderte..

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Wenn man Mark fragt was das Tollste an San Francisco ist, sagt er vertraemt: „Cable Car“. Dieses Verkehrsmittel wird gut ausgeschlachtet von der Stadt und wir warteten lange bis wir endlich in einen Wagon passten. Bis dahin wussten wir noch nicht, dass man besser 2-3 Haltestellen spaeter einsteigt, da sie oft Plaetze fuer spaetere Gaeste freihalten. Ein Fahrzeugfuehrer steht in der Mitte an einem langen Stab, mit dem er manuell bremst und beschleunigt – sehr oft noetig in den steilen huegeligen Stranssen San Franciscos. Die Bremskloetze sind immer noch aus Holz! Am Ende der Strecke ist eine Drehscheibe auf die der Wagon faehrt. Dann hetzen 3 Bedienstete herbei, die sich mit vollem Koerpereinsatz gegen den Wagen stemmen, damit die Drehscheibe sich um 180 Grad dreht und er zurueck fahren kann.

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Wir kamen an der beruehmten Lombard street mit ihren steilen Kurven und Blumenbeeten vorbei. Dann stiegen wir in China Town aus. Es ist sehr voll dort, viele Ramschlaeden, aber wenn man gut hinschaut findet man auch ein paar wertvolle Gegenstaende in den teureren Laeden. Wir zogen allerdings das Anziehen peinlicher Huete und reiten auf chinesischen Steindrachen vor.

Nach Rueckfahrt mit Cable Car kamen wir puenktlich zum Sonnenuntergang wieder zur Golden Gate. Perfekter Moment fuer ein Foto inklusive V-Form der Moewen. Manche allerdings wissen nicht mal was sie verpassen, waehrend sie versuchen eine Moewe(!) auf einem Stein am Ufer perfekt und langweilig vor die Linse zu bringen (Antje und Chris wissen was ich meine:-). Zuhause gab es unsere gegrillten dicken Lieblingssteaks vom Costco (Ihr erinnert Euch, die beliebte Kreuzung aus Aldi und Metro).

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Am naechsten Tag beschloss Sven er hat Muskelkater und moechte heute mal nicht so viel Laufen „wie Ihr immer wollt“. Also ging es an den Strand von Santa Cruz. Nach einer wilden Kletterpartie (die gesamte Familie Prigge/Leinecke sind begeisterte Kletterer) ueber eine Art hohe Buhne (aufgrund der Flut konnte man nicht mehr davor her laufen), konnte beim Rumtollen im Sand auch Marks neues Outfit vom Outdoor Anbieter REI auf Strapazierfaehigkeit geprueft werden: Eine rote Hose mit einem engen schwarzen Surfer-Shirt, das seinen kleinen athletischen Oberkoerper top zur Geltung bringt und ihn stolz macht. Den Rueckweg haben wir dann lieber durch eine dunkle wasserbedeckte Hoehle genommen: Hosen hochziehen, und Zaehne zusammenbeissen wenn sie aufgrund einer Welle doch mal nass wird. Wer solche Spaesse nicht mag, kann sich auch direkt am Strand von Santa Cruz in die tosende Loopingbahn oder den Freefalltower setzen. Sven jedoch beschloss er wird ein beruehmter Kite Surfer (auch wenn er noch auf sein neues Outfit warten muss).

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Die Familie, die immer mit MAUS unterschriebt (aus den Anfangsbuchstaben von Mark, Antje, Ulf, Sven) bereiste noch viele Nationalparks wie Big Sur, wo sie uebrigens Ecki und Lutzi trafen!, fanden wunderschoene Badestellen und Wanderungen in Pinnacles, Sequoia, Yosemite und Mono Lake. Zurueck bei uns sahen wir uns noch einmal gemeinsam Mammutbaeume an, bestiegen Mount Tamalpais (den Ihr auch schon kennt) und bauten am beruehmten Stinson Beach Sandburgen. Zum Abschluss gab es wieder dicke 400 g Steaks in Redwood City, zusammen mit einem Kickertournier der Kids.