Im November kam Ingo zu Besuch – naja dass wir mit dem Schreiben nicht hinterhergekommen sind, kann ich ja nun verraten – wie das wusstet Ihr??? Ingo und ich haben uns im 2.Semester beim Trampolinspringen kennengelernt. Er hat eine Greencard GEWONNEN, und verband das Abholen mit einem Besuch bei uns in Californien und anschliessendem Mexikourlaub.
Nach ausfuehrlichem Sonnen haben wir unsere Sachen gepackt und sind mit Miro und Erdal nach Santa Barbara gefahren, das ein gekanntes Ausflugsziel zwischen San Francisco und Los Angeles ist.
Erinnert Ihr Euch noch an die heftigen Braende in Californien in 2008 in den Medien? Das erste Mal im Juni/Juli kamen sie bis Santa Cruz. Morgens konnte man den Rauch riechen von den abgebrannten Baeumen. Arni (Schwarzenegger) hatte ueber 15000 Feuerwehrleute im Einsatz und musste Unterstuetzung bei den anderen US Staaten beantragen. Der naechste heftige Waldbrand tobte im November und brachte viele viele Leute um Haus und Gut rund um Los Angeles. Wir mussten dies leider aus naechster Naehe bei der Anfahrt sehen: Im Hintergrund sehr Ihr bei genauem Hinschauen ein abgebranntes Haus.

Es stank und kokelte noch ein wenig. Sehr frappierend war, Holzhaeuser bis auf die „Grundmauern“ heruntergebrannt zu sehen und gut 100m daneben noch ganz gebliebene Steinhaeuser, deren Anstrich „lediglich“ gelitten hatte.
In Santa Barbara sollten uns einzigartige Wanderungen und Inseln mit ganz spezieller Fauna und Flora erwarten…
Erster kleiner Gipfel mit tollen Meerblick:


Nun also Aufbruch zu den Inseln – im Internet verglichen mit Galapagosinseln. Naja wie Amerikaner es halt so hinstellen koennen: Die Fauna war sehr speziell, da sehr trocken(haha), aber dafuer gekamen wir auf der Schiffahrt ohne Vorhersage eine Wahnsinnsshow: Ploetzlich tauchten Delphine auf, sprangen neben uns im Wasser herum, tauchten unter dem Bott her, um vorne haarscharf vor dem Bug wieder herauszukommen, weil dort eine ca 2m breite Bugwelle Spass versprach.


Nachdem wir uns das eine Weile verzueckt angeschaut hatten, sagte der Kapitaen jetzt fahren wir mal richtig schnell, „that drives them crazy“ – „das macht sie ganz verrueckt“:

In der Tat, sie wurden pfeilschnell, sprangen hoeher und es wirkte als juchzten sie im Wasser.
Das jedoch wurde noch getoppt, denn ploetzlich riefen Passagiere sie haetten auf „halb 7″ grosse Tiere gesehen: Zum ersten Mal sahen wir Orcas aus naechster Naehe:

Immer wieder gab es Rufe „jetzt auf 9″, moeglichst schnelle versuchte der Kapitaen die Kolosse einzuholen. Orcas findet man hier von November bis Mai. Hier eine Familie die in perfekt synchronem Rhytmus ihre wellenartige Schwimm-Bewegung durchfuehrten. Schaut Euch mal die Flosse des Vaters hinten an! Wie gross er im Vergleich zu den den anderen ist. Sie waren sicher 6 m lang.

Mit 2 Stunden Verspaetung kamen wir auf unserer Insel an. Zelt aufstellen, und Insel auskundschaften: bis zu einem Ausguck und Sonnenuntergang muesste es noch reichen: Wir fanden einen wunderschoenen Platz auf einer Klippe weit ueber dem Wasser. Bei Wein, Kaese und leichtem Meeresrauschen unter uns…


Nun bei mittlerweile voelliger Dunkelheit zu viert mit 1 Taschenlampe eine halbe Stunde zuruecklaufen. Miro gefiel das Tappen im Dunkeln wohl so gut, dass ihm 200 m vor unserem Zeltplatz einfiel, dass er sein Messer oben hatte liegen lassen – also noch einmal zurueck. Wir installierten uns auf dem Platz, als ploetzlich bunte Lichter ueber den Platz huschten. Dazu lachende Stimmen, Stille, und wieder 4 Farben die sich zu bewegen schienen, wenige Minuten verharrten und dann wieder loszogen: Nachtboggia mit Leuchtkugeln.

Erdal und ich beschlossen das auszuprobieren. Zu Anfang nutzte ich verstohlen meine Taschenlampe um den Kugeln abseits des Weges zu folgen. „Nur verweichlichte Grossstadtkinder brauchen Licht“ wurde mir so lang entgegengehalten, bis auch ich das sein liess. Am Strand angekommen beschlossen wir umzukehren und zu schauen ob Miro und Ingo mittlerweile die naechste Flasche Wein platt gemacht hatten – wie angenehm war es, nach 100m wieder zum Grossstadtkind werden zu koennen!
Am naechsten Tag Wanderung und Test des kalten Pazifikwassers, bevor wir wieder zurueck mussten – ohne Orcase diesmal.


Ingo genoss San Francisco und Umgebung noch ein paar Tage, dann beschloss er, das Amerikanische Flair voellig auszukosten und mit einer Harley durch die Gegend zu fahren:
