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Mit Orcas durch den Sonnenuntergang zum Nacht-Boggia

März 31, 2009

Im November kam Ingo zu Besuch – naja dass wir mit dem Schreiben nicht hinterhergekommen sind, kann ich ja nun verraten – wie das wusstet Ihr??? Ingo und ich haben uns im 2.Semester beim Trampolinspringen kennengelernt. Er hat eine Greencard GEWONNEN, und verband das Abholen mit einem Besuch bei uns in Californien und anschliessendem Mexikourlaub.
Nach ausfuehrlichem Sonnen haben wir unsere Sachen gepackt und sind mit Miro und Erdal nach Santa Barbara gefahren, das ein gekanntes Ausflugsziel zwischen San Francisco und Los Angeles ist.

Erinnert Ihr Euch noch an die heftigen Braende in Californien in 2008 in den Medien? Das erste Mal im Juni/Juli kamen sie bis Santa Cruz. Morgens konnte man den Rauch riechen von den abgebrannten Baeumen. Arni (Schwarzenegger) hatte ueber 15000 Feuerwehrleute im Einsatz und musste Unterstuetzung bei den anderen US Staaten beantragen. Der naechste heftige Waldbrand tobte im November und brachte viele viele Leute um Haus und Gut rund um Los Angeles. Wir mussten dies leider aus naechster Naehe bei der Anfahrt sehen: Im Hintergrund sehr Ihr bei genauem Hinschauen ein abgebranntes Haus.
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Es stank und kokelte noch ein wenig. Sehr frappierend war, Holzhaeuser bis auf die „Grundmauern“ heruntergebrannt zu sehen und gut 100m daneben noch ganz gebliebene Steinhaeuser, deren Anstrich „lediglich“ gelitten hatte.

In Santa Barbara sollten uns einzigartige Wanderungen und Inseln mit ganz spezieller Fauna und Flora erwarten…
Erster kleiner Gipfel mit tollen Meerblick:
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Nun also Aufbruch zu den Inseln – im Internet verglichen mit Galapagosinseln. Naja wie Amerikaner es halt so hinstellen koennen: Die Fauna war sehr speziell, da sehr trocken(haha), aber dafuer gekamen wir auf der Schiffahrt ohne Vorhersage eine Wahnsinnsshow: Ploetzlich tauchten Delphine auf, sprangen neben uns im Wasser herum, tauchten unter dem Bott her, um vorne haarscharf vor dem Bug wieder herauszukommen, weil dort eine ca 2m breite Bugwelle Spass versprach.
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Nachdem wir uns das eine Weile verzueckt angeschaut hatten, sagte der Kapitaen jetzt fahren wir mal richtig schnell, „that drives them crazy“ – „das macht sie ganz verrueckt“:
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In der Tat, sie wurden pfeilschnell, sprangen hoeher und es wirkte als juchzten sie im Wasser.
Das jedoch wurde noch getoppt, denn ploetzlich riefen Passagiere sie haetten auf „halb 7″ grosse Tiere gesehen: Zum ersten Mal sahen wir Orcas aus naechster Naehe:
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Immer wieder gab es Rufe „jetzt auf 9″, moeglichst schnelle versuchte der Kapitaen die Kolosse einzuholen. Orcas findet man hier von November bis Mai. Hier eine Familie die in perfekt synchronem Rhytmus ihre wellenartige Schwimm-Bewegung durchfuehrten. Schaut Euch mal die Flosse des Vaters hinten an! Wie gross er im Vergleich zu den den anderen ist. Sie waren sicher 6 m lang.
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Mit 2 Stunden Verspaetung kamen wir auf unserer Insel an. Zelt aufstellen, und Insel auskundschaften: bis zu einem Ausguck und Sonnenuntergang muesste es noch reichen: Wir fanden einen wunderschoenen Platz auf einer Klippe weit ueber dem Wasser. Bei Wein, Kaese und leichtem Meeresrauschen unter uns…
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Nun bei mittlerweile voelliger Dunkelheit zu viert mit 1 Taschenlampe eine halbe Stunde zuruecklaufen. Miro gefiel das Tappen im Dunkeln wohl so gut, dass ihm 200 m vor unserem Zeltplatz einfiel, dass er sein Messer oben hatte liegen lassen – also noch einmal zurueck. Wir installierten uns auf dem Platz, als ploetzlich bunte Lichter ueber den Platz huschten. Dazu lachende Stimmen, Stille, und wieder 4 Farben die sich zu bewegen schienen, wenige Minuten verharrten und dann wieder loszogen: Nachtboggia mit Leuchtkugeln.
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Erdal und ich beschlossen das auszuprobieren. Zu Anfang nutzte ich verstohlen meine Taschenlampe um den Kugeln abseits des Weges zu folgen. „Nur verweichlichte Grossstadtkinder brauchen Licht“ wurde mir so lang entgegengehalten, bis auch ich das sein liess. Am Strand angekommen beschlossen wir umzukehren und zu schauen ob Miro und Ingo mittlerweile die naechste Flasche Wein platt gemacht hatten – wie angenehm war es, nach 100m wieder zum Grossstadtkind werden zu koennen!
Am naechsten Tag Wanderung und Test des kalten Pazifikwassers, bevor wir wieder zurueck mussten – ohne Orcase diesmal.
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Ingo genoss San Francisco und Umgebung noch ein paar Tage, dann beschloss er, das Amerikanische Flair voellig auszukosten und mit einer Harley durch die Gegend zu fahren:
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Kokeleien im Sequoia, Moskitobisse, Biker und dicke Kuerbisse

März 31, 2009

Auf dem Weg zu den Riesenbaeumen wurden wir etwas unruhig, als wir die riesige Rauchwolke sahen. An der Strasse standen jedoch alle paar Meilen Schilder, die uns aufforderten, die Feuerwehr NICHT anzurufen. Um schlimme Braende zu verhindern, werden von Zeit zu Zeit kleinere Bereiche angezuendet, hier allerdings waren wir nicht sicher, wie sehr die Feuerwehr die Geschichte noch unter Kontrolle hatte:-)
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Die Baeume habt Ihr im April Blog auch schon gesehen (bis auf Grizzly Sequoia), damals waren sie im Schnee – nein diesmal kein Schnee, den haben wir mittlerweile hinter uns gelassen. Zusaetzlich hat Chris mittlerweile ein neues Objektiv, daher passen die Riesenbaeume auch von den Wurzeln bis zur Krone auf ein Bild. Der Grizzly Sequoia ist der massivste Baum von allen, wir hatten ihn damals noch nciht gesehen. Schaut Euch mal seine Aeste an, das sind Ausmasse breiter stattlicher Staemme und sie wachsen bis zu 10 m in die Breite.
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Im Kings Canyon wurden wir auf einer Wanderung von Moskitos gefressen. Ziel war ein beschaulicher Wasserfall, auf dem Weg dorthin gab es ein nett anzuschauendes Wasserloch. Man muss ehrlich sagen, Kings Canyon nach dem Yosemite anzusehen ist keine gute Wahl, dann besticht seine Besonderheit einfach nciht mehr genug, sondern verblasst. Sehr huebschen Kitsch zeigte uns Mutter Natur auf der Heimreise:
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Ein paar Meilen noerdlich der Golden Gate Bridge ist eine huebsche Radtour mit Blick auf Ozean und Bay, die man am Strand beenden kann.
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Kurz vor Halloween werden ueberall Strohballen und geschnitzte Kuerbisse aufgestellt – vorbereitet ist die Party. Auf einem Markt in der Half Moon Bay, wo man wieder einmal viele spannende Kleinigkeiten kaufen konnte, ueberboten sich die Einheimischen im kunstvollen Schnitzen – und unser Portemonnaie wurde wieder mal schmaler. Eine groessere Wohnung koennen wir so langsam bestuecken:-).
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Yosemite Herbstwanderungen bei mittlerweile schmalen Wasserfaellen mit Papa

März 16, 2009

Im Oktober landete Papa in Redwood City und wir brachen auf, den Yosemite noch einmal zu besuchen, dann Mono Lake, Mammoth und Sequoia. Aber eins nach dem anderen.

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Koennt ihr Euch noch an die riesigen Wassermassen der Wasserfaelle im Mai erinnern? Nein klar, ich konnte es umso mehr als ich die uebrig gebliebenen Rinnsale sah. Vorher war ich schliesslich fuer Photos gut feucht geworden – nicht zu schweigen von den nassen Fuessen.

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Wir beschlossen zu den Nevada Falls zu laufen, die mehr oder weniger direkt unter dem Half Dome entspringen – Half Dome ist der Berg im Yosemite der nach El Capitan am beruehmtesten wurde, da er auf der einen Seite rund ist und vorne vertikal abfaellt, als waere er eine halbierte Haldkugel – spaeter kommt ein Bild.

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Hier waren wir also auf Hoehe das Camps, auf dem man sein Zelt aufstellen kann, bevor man den Gipfelsturm auf den Half Dome beginnt. Leider waren die Kabel schon abgenommen, die man benoetigt, um die letzten 300 Hoehenmeter zu erklimmen. Ohne ist es angeblich selbst fuer Kletterer zu gefaehrlich. Also war dies fuer uns Mittagspause und Umkehrpunkt. Nun die Ueberraschung – man bedenke es war noch Anfang Herbst, gerade mal Anfang Oktober: Eiszapfen auf dem Weg.

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Half Dome nun von weitem: 

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Am naechsten Tag eine kleine Wanderung zu Klippen, von denen man das gesamte Tal ueberblicken kann.
Als Uta sich herabbeugte, um hinabzuschauen, bekamen es ein paar Franzosen mit der Angst zu tun und murmelten: „O la la“. Beim naechsten Schritt: „Oh, attention!!“. Sie atmeten erst auf, als sie sich endlich wieder umdrehte und von der spannenden Klippe entfernte.
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Nach getaner Wanderei wollten die einen nur noch Meditieren, die anderen mussten noch Gipfel besteigen:
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Weihnachten in Redwood City – Orangenernte, platter Nikolaus & Schneemaenner auf Harleys

Dezember 24, 2008

Wir haben uns entschlossen, Weihnachten dieses Jahr in USA zu verbringen. Einmal muss man es ja erleben, was hier in USA so unter Weihnachten verstanden wird. Und wie ist es, werden einige nun ungeduldig fragen. Zuerst einmal ist das Wetter etwas anders als in Deutschland. Entweder es regnet den ganzen Tag (ok, das kennen wir auch aus Deutschland) oder man kann  im Dezember noch mit T-Shirt und kurzen Hosen im Garten liegen. Das hat schon etwas, nicht unbedingt das bekannte Weihnachtsfeeling, aber trotzdem nicht ganz schlecht. Ich muss zugeben, dass eine schoene Schneelandschaft stimmungstechnisch an Weihnachten nicht zu toppen ist, aber das gibt es ja leider auch nicht immer auf Bestellung. Seht selbst, das Bild habe ich am letzten Samstag gemacht.

Redwood City - Garten

Wie ihr leicht erkennen koennt, sind inzwischen auch unsere Orangen soweit, dass man an Ernte denken kann. Daher haben wir uns auch gleich ueber die erste Orangenernte aus heimischen Garten hergemacht, auf jeden Fall total biologisch und supergut.

Redwood City - Orangen

Aber nun zum eigentlichen Thema, Weihnachten in Redwood City. Wenn man hier tagsueber mit offenen Augen durch die Strassen faehrt, so sieht es in vielen Gaerten nach einem Amoklaeufer aus, der sich in einer Nacht- und Nebelaktion ueber alle Nikolaus, Schneemann und sonstige Figuren hergemacht und sie in einem Blutrausch hingemetzelt hat. Nicht wirklich weihnachtlich, aber alle liegen ziemlich platt in den Vorgaerten, leblose Huellen, herzzerreisend, furchterregend, Tragoedie, das FBI ermittelt bereits… Und sowas an Weihnachten, unglaublich.

Nikolaus platt

Auch den armen Pinguinen erging es nicht besser, sie waren einfach zu langsam und zu ungeschickt im Klettern und Verstecken…

Pinguin - platt

Muss dieses Jahr Weihnachten einem grossen Trauergottesdienst weichen? Wann wird dieser Irrsinnige endlich gefasst sein? Traut man sich trotz dieser offensichtlichen Greueltaten bei Dunkelheit, die bereits ab 17 Uhr einsetzt, aus dem Haus, so erscheint alles veraendert. Einige Engel haben das Drama beseitigt und die Haeuser erstrahlen in einem neuen Glanz und gleisendem Licht.

Redwood City - Christmas 1

Wie man es von Amerika erwartet, gibt es bei den Weihnachtspraesentationen im heimischen Vorgarten natuerlich auch entsprechende Ausrutscher, die voller Stolz ausgestellt werden. Schlittenfahrende Pinguine mit Nikolausmuetzen und einer Tweety-Flagge im Hintergrund (was diese mit Weihnachten zu tun hat, weiss wohl nur der belesene Vogelfreund)

Redwood City - Pinguine

Der Nikolaus auf der Harley darf natuerlich unter keinen Umstaenden fehlen, daher treibt er in vielen Vorgaerten sein Unwesen

Rewood City - Nikolaus mit Harley

An anderer Stelle winken jedem Spaziergaenger Schneemaenner in jeder Groesse und Form umringt von leuchtenden Rehen grinsend zu. Meistens tritt diese Spezies immer im Rudel auf, was sicher demnaechst in einem wichtigen verhaltenspsychologischen Forschungsprojekt naeher untersucht werden wird.

Redwood City - Schneemann

Es gibt natuerlich hier auch Mitbuerger, die zum neuen Jahr, den Blick in die Glaskugel bevorzugen. Da hier alles etwas groesser ist, ist auch die Glaskugel im Garten von beeindruckender Groesse, umringt von rot leuchtenden Bueschen und Rehen auf dem Dach. Also fuer jeden Geschmack und jede Vorliebe gibt es etwas Entsprechendes

Redwood City - Blick in Glaskugel

Wem die Harley mit Nikolaus zu wenig ist, auch dem kann geholfen werden. Fuer diese Mitbuerger gibt es das ultimative weihnachtliche Duo: Harley mit Beiwagen gefahren von Nikolaus und einem als Verbrecher getarnten Schneemann. Auch ein nettes Weihnachtsmotto…

Redwood City - Nikolaus + Schneemann

Wenn man genau hinsieht, entdeckt man neben all den schillernden Schneemaennern, Nikolaus, Pinguinen, Rehen auch einen schlichten Weihnachtsbaum, der in diesem Ensemble doch etwas Feierliches, Schoenes und Besinnliches hat. Nicht immer ist das Helle, Aufdingliche und Abgefahrene das wirklich Wertvolle, sondern das Einfache, Schlichte und Leise. In diesem Sinne wuenschen wir euch schoene Weihnachten, harmonische Stunden mit eueren Liebsten und einen Blick fuer das Wesentliche.

Redwood City - Weihnachtsbaum

Bis bald.

Ritter sind auch nur Menschen – Teil 2

November 16, 2008

Als naechstes war ein weiterer Wettkampf mit der Lanze, bekannt als der ‘torkelnde Soldat’ angesagt. Hierbei muss das Schild des ‘Soldaten’ so getroffen warden, dass dieser moeglichst viele Umdrehungen macht. Die Wettkaempfer waren in dieser Disziplin das beste Duo, was unter dieser Sonne momentan existiert. Das Endergebnis konnte daher auch nur wieder zum Gleichstand fuehren.

Ritter Lanze 2

Also musste nun die Entscheidung ueber den letzten Wettkampf mit dem Schwert herbeigefuehrt warden. Dieser als der ‘blecherne Krautkopf’ bekannte Wettstreit ist das Highlight der Spiele ausgenommen fuer eine Person. Aber seht selbst:

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Das Zittern beginnt, Flucht ist unmoeglich…

Ritter Krautkopf 2

Wird es gutgehen oder verliert der Arme seinen Kopf?

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Da der Zweite Ritter nur den Helm und nicht den Krautkopf erwischte, war the Knight of the Year nun gefunden. Die Zuschauer waren zufrieden und feierten den Sieg ausgiebig.

Feiern San Francisco

Wir konnten danach die Postkutsche zu unseren abgestellten Pferdchen nehmen und nach Redwood City reiten. Oder so aehnlich zumindestens.

 

Bis bald!

 

 

 

 

 

Ritter sind auch nur Menschen oder San Francisco im Mittelalter

November 16, 2008

Am Sonntag schlenderten wir zusammen mit Mathes & Nicole durch das Zentrum des Ungewoehnlichen in Kalifornien bei den Kennern auch als San Francisco bekannt. Ihr konntet ja in unserem Artikel ueber Ashburry Heights einen ersten Eindruck davon bekommen (wer es noch nicht gelesen oder inzwischen wieder vergessen hat, dann sofort in unserem Archiv danach stoebern, es soll ja keiner dumm sterben J ).

Also wieder in Richtung Golden Gate Park, dieses Mal zu einem ganz besonderen Event, dem sogenannten Renaissance Fair, eine Art Festival des Mittelalters noch viel weiter zurueck als die hier noch gelebte Hippiezeit. Am Eingang zu dem Festival wurden wir bereits von einem kleinen Ritter in Begleitung empfangen. Was wir nicht wussten, dass es Handies auch schon damals gab. Tja, so kann man sich taeschen und es zeigt, dass unsere Geschichtslehrer auch nicht alles wussten…

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 Kaum in dem Inneren der mittelalterlichen Zeltstadt angelangt, wollte uns einer der Haendler ueberzeugen, dass wir so in diesem Aufzug eigentlich hier nicht herumlaufen koennen, so ziehen nur Aussaetzige und Bettler durch das Land. Und was mit denen passiert, versuchte er uns sehr plastisch zu erklaeren, alles Geschichten, die ihm von anderen reisenden Haendlern ueberliefert wurden. Wirklich ein schauerliches Schicksal schien uns beschieden… Aber in diesen Jahren war noch der Mut des Eiznelnen gefragt, also entschlossen wir uns trotz seiner eindringlichen Ratschlaege erst einmal ohne Outfit-Aenderung durch dieses Abenteuer zu schlagen. Ob das eine sooo gute Idee war, wird sich nun in den naechsten Stunden zeigen. Anzeige & Gerichtsverfahren waren in diesem Jahrhundert noch so unbekannt wie eine Parkuhr …

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An der naechsten Ecke wurden wir auch sofort Zeuge eines solchen Schnellgerichts. Die Dienstmagd Beth hat einige unangemessene Bemerkungen ueber einen hochgestellten Herrn aus guter Gesellschaft gemacht. Sie war wohl durch einige Becher des guten von Moenchen gebrauten Bieres sich ihrer Rolle und Kompetenzen nicht mehr ganz bewusst gewesen und hatte versucht, sich einen Mann aus besserem Hause zu angeln. Sie hatte jedoch nicht bemerkt, dass seine Frau in der Naehe sass und dem Flirt ein schnelles und rauhes Ende bereitete. Die Strafe folgte sofort und sie wurde mit einigen Peitschenhieben wieder in die harte Realitaet zurueckgeholt. Ein schmerzhaftes Ende eines suessen Flirts…

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Ein paar Schritte weiter zogen wir gleich die Aufmerksamkeit der lokalen Ordnungskraefte auf uns, die von ihrer Ruestung mit unserer heutigen Polizei nur noch schwer vergleichbar sind. Auch kennen sie wohl den Spruch nicht, dass einem erst einmal die Rechte vorgelesen werden und man einen Anwalt hinzuziehen kann (welche Rechte und was ist eigentlich ein Anwalt?). Auf jeden Fall verfolgten uns kritische Blicke…

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Einige Schritte weiter empfing uns ein Trio, was man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Es wirkte wie ein Zusammentreffen von Priaten aus der Karibik und Arthurs Tafelrunde. Scheinbar verstanden sich diese unterschiedlichen Kulturen jedoch auf Anhieb, was zeigt, dass sich in Amerika schon sehr frueh die Multikulti-Gesellschaft etablieren konnte. Eine schnell herbeigeeilte Dienstmagd konnte sich in dieser Runde ihren sehr passenden Kommentar nicht verkneifen: ‘I am feeling completely underdressed!’. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufuegen.

Competely Underdressed

Wir schlenderten weiter und kamen an eine groessere Menschenansammlung, die sehr gespannt einer Auffuehrung lauschten. Wir wuehlten uns durch das Volk weiter nach vorne. Wir konnten sehr bald erkennen, dass es auch schon zu dieser Zeit angesagt war, sich durch ausgefallene Kleidung und Haartracht aus der Menge hervorzutun. Jedoch hatte man in einem solchen Aufzug als Frau immer das Risiko, als Hexe geaechtet zu werden und einem heissen Tod entgegenzusehen. Tja, alles hat seinen Preis…

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Der Zauberkuenstler zog jeden in seinen Bann und hatte ein grosses Repertoire von Tricks, das die Menge zum Toben und Staunen brachte. Er zog damit Alte und Junge, Arme und Reiche, Ritter, Landstreicher und auch kleine Prinzessinen in seinen Bann.

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Wie bei jeder heutigen Grossveranstaltung forderte auch im Mittelalter der unmaessige Verzehr von Alkohol bei manchen Gaesten schnell seinen Tribut. Ausserdem stand auf betrunkenes Heimreiten und Gefaehrdung der oeffentlichen Postkutschen durch Betrunkene das Teeren und Federn des Delinquenten. Daher zogen es viele vor, sich lieber erst einmal vor Ort auszuschlafen, wenn dies auch nicht in jedem Fall der beste und sicherste Ort fuer ein Schlaefchen war.

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Da das Ganze hier in USA statfand, hatten sich auch noch andere Kulturen unter das Volk gemischt, die in diesen Gefilden schon sehr lange ansaessig waren. Die Fans von John Wayne & Clint Eastwood Filmen ahnen nun, von was ich spreche. Hier sieht man auch, dass die Amerikaner die deutsche Gruendlichkeit einer geschichtlichen Trennung von Epochen eher tolerant sehen oder dies ist die noch unentdeckte Ecke des Woodookults, der vielleicht auch schon im Mittelalter seinen Ursprung hatte. Erste Beweise dieser Theorie konnten bei genauem Hinsehen entdeckt werden.

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Auf jeden Fall hatten sich unbemerkt viele Seeraeuber unter das Volk gemischt. Johnny Depp aus Pirates of Caribbeans trieb hier ebenfalls sein charmantes Unwesen. Er rechnete nicht damit, dass Geschichtenerzaehler seine Abenteuer schon herumerzaehlt hatten und viele junge Frauen heimlich seine Bilder kauften. Er fuehlte sich unerkannt unter diesem bunten Treiben, was vielleicht ein Fehler war, da auch seine Untaten doch sehr bekannt waren. Wer weiss, was er heute noch erleben wird…

Pirates of Caribbean

Es zog uns weiter in Richtung Ritterspiele und wir freuten uns bereits auf den angepriesenen Zweikampf der Ritter. Aber nun flogen wir doch auf, zu lange waehnten wir uns trotz unserem unpassenden Aufzugs in Sicherheit. Einer der Zivilpolizisten hielt uns an und wollte uns mit Waffengewalt in den Kerker verschleppen, wo wir dann wohl die naechsten Monate bei Wasser und Brot zugebracht haben. Auch die Schwangerschaft von Nicole hatte er nicht als Ausrede gelten lassen.

Verhaftung

Aber er hatte nicht damit gerechnet, dass wir Super-Uti dabei hatten, die schon in anderen Geschichten ihre ausserirdischen Kraefte spielen liess (ihr erinnert euch an den abrutschenden Felsen in Canyonlands? Wenn nicht, Marsch, Marsch nachsitzen und nachlesen). Sie zog in sekundenschnelle ihren Dress an und verbrachte diesen Stoerenfried in die Wueste Nevadas, wo er nun andere belaestigen konnte. Nur gut, dass Uta immer genug Klamotten fuer solche Zwischenfaelle und Wintereinbrueche inmitten Kaliforniens dabei hat J

Nun aber schnell, zu den Spielen, die bereits begonnen hatten, die Ritter stellten sich schon der johlenden Menge vor.

Rittervorstellung

Zuerst war der Wettkampf mit der Lanze angesagt, hierbei mussten moeglichst viele Ringe eingesammelt werden. Die Ritter schlugen sich bei dieser Disziplin ausgesprochen gut und nach dem ersten Durchlauf herrschte Gleichstand.

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Wie wird es weitergehen? Kann Kunibert das ganze fuer sich entscheiden. Fragen ueber Fragen, unendliche Spannung. Freut euch auf den 2. Teil, hier in diesem Theater in Kuerze.

Bis bald.