Archiv für die Kategorie ‘Trips’

Tuffgestein im Mono Lake, Devils Postpile und Geisterstadt Bodie

März 21, 2009

Der Tioga Pass – der uns auf 3000 m nach Ostern fuehren sollte, war 1 Tag gesperrt gewesen, da die Amerikaner Angst vor Schneeflocken hatten. Endlich war er wieder geoeffnet und wir konnten zum Mono Lake. Da Los Angeles – obwohl viele hundert km entfernt – das Wasser des Sees anzapft, hat sich seine Oberflaeche um ein Drittel verkleinert. So kamen die  salzigen Tuffgesteine die urspruenglich unter der Oberflaeche waren, hervor.

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Nun ging es weiter nach Mammoth, einem Skigebiet mit wunderschoenen Seen und den Devils Postpiles. Ja, auch hier hatte es schon geschneit.ca2008-334
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Endlich sahen wir auch mal einen Baeren, er spazierte gemuetlich am Dorfrand antlang:

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Als Kontrastprogramm wanderte am naechsten Tag ein 50-jaehriger nur mit Badehose und Handtuch bewaffnet zu heissen Quellen. Leider kam er uns schon bald auf seinem Rueckweg entgegen: „Also letztes Jahr konnte ich hier noch baden, dieses Jahr sind die Quellen zu heiss“.
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Nun mussten wir wieder auf die Oeffnung einer Strasse warten. Spaeter sahen wir kaum eine muede Schneeflocke am Rande der Strasse, die Raeumfahrzeuge hatten dennoch bis 14:00 geackert. Nun also schnell zu den Devils Postpiles: Lange Saeulen, die aus Lava entstanden sind und als perfekte 6-eckige Saeulen erkalteten. Dies passierte angeblich, da die Lavamassen 100-200 m dick waren, sodass die Lava hier unten sehr langsam erkaltete, und auf diese Art die bis zu 18m langen und symmetrischen Saeulen entstehen konnten. Durch einen Gletscher wurde die obere Schicht der Lava abgetragen, sodass nun die Saeulen zum Vorschein kamen und die oberen Enden perfekt poliert wirken.
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Jetzt auf nach Bodie, einem alten Goldgraeberstaedtchen. Es ist eine Geisterstadt, die Haeuser wurden stehen gelassen wie sie waren, selbst im Saloon stehen noch Glaeser und Flaschen, es haengen Tapeten von den Waenden herunter. 
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Lake Tahoe – Hikes um die blaue Perle

Dezember 24, 2008

Als wir vom Duschen zurueck kamen, wollten wir aufbrechen in Richtung der ersten Wanderung. Aber Rich war irgendwie vom Erdboden verschwunden. Hatte er sich nochmals in Richtung Michelangelobad aufgemacht? Nein, er hatte wieder einmal Bekannte getroffen, mit denen er spontan anfing, Musik zu machen.

Sierraville - Musiker

Rich holte daher schnell eine seiner Bongotrommeln, die er wohl ueberall mit in Urlaub nimmt, eine Art Kommunikationsbeschleuniger. Aber es war eine tolle Session, die den Tag auch wieder sehr speziell einlaeutete. Sierraville versprach weiterhin interessant zu bleiben.

Sierraville - Rich Bongo

Aber es half nichts, wenn wir noch eine Wanderung unternehmen wollten, mussten wir Rich jetzt loseisen, was uns nach 15 Minuten auch schon gelang. Also ins Auto und los ging es. Nein kein Halt an einem weiteren Fluss, sondern direkt an den Trailhead fuer unsere Wanderung. Vorbei an Skimasten, hoch hinauf auf den Berg in eine fantastische Bergwelt. Man merkt sofort, dass Lake Tahoe auch Skigebiet mit fabelhaften Ausblicken auch in Richtung See ist.

Lake Tahoe Hike Uta

Das Wetter war auch unglaublich gut, was den Spass an dieser Wanderung nochmals steigerte. Nicki hielt sich trotz ihrer Schwangerschaft im siebten Monat auf dieser Wanderung super gut und stellte so manchen nicht schwangeren Amerikaner in den Schatten. Die Wanderung schlaengelte sich serpentinenartig nach oben mit traumhaften Blicken auf die Natur.

Lake Tahoe - Chris

Von oben konnte man auch die Talstation und den gegenueberliegenden Lift sehr gut erkennen. Wir ueberlegten, wie toll es hier im Winter sein muss, die Piste herunterzufahren und dann den Blick von der Piste auf den See zu haben, sicher unglaublich. Aber auch im Sommer ist der Blick von oben auf den Lake Tahoe sehens- und geniessenswert.

Lake Tahoe

Alle waren sowohl von der Wanderung als auch von den Bildern, die sich hier boten extrem begeistert. Absolut empfehlenswert, wenn ihr am Lake Tahoe Urlaub macht. Ich denke es ist egal, ob Sommer oder Winter, die Lake Tahoe hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz.

Lake Tahoe - Uta Chris Nicki Rich

Also wieder den Abstieg angetreten, da wir auch zum Abschluss noch den See testen wollten. Ihr erinnert euch an den Fetisch von Rich :-) . Also runter und zum Strand gefahren. Das Wasser im See war doch sehr frisch, die Meinungen schwankten von 15 Grad bis 18 Grad, aber egal, auf jeden Fall extrem erfrischend. Rich musste auch sofort den Pfahl im Wasser testen und einen auf Tarzansprung machen. Aber wen wuerde dies nach dem Sierraville-Erlebnis noch wirklich wundern… :-)

 

Lake Tahoe - Strandpfahl

Bis bald.

Sierraville – Yoga, Taenzer, Schwefelbaeder + Michelangelokompositionen

Dezember 23, 2008

Am naechsten Morgen ging es weiter mit dem Ziel Sierraville, einem Geheimtip von Rich. Alle waren gespannt, wie abgespaced das wohl sein wuerde, da er uns schon darauf vorbereitet hatte, dass es dort ’somehow different’ sein wuerde. Wir sollten in unseren kuehnsten Vorstellungen nicht enttaeuscht werden :-) . Sierraville sollte uns als Ausgangspunkt fuer die Unternehmungen am Lake Tahoe dienen. Also alles eingepackt und los ging es. Was wir jedoch noch nicht ahnten war, dass Rich einer der groessten Fluss- und Seefetischist war, die dieser Planet kennt, und an jedem Tuempel halt machen wuerde, um ein 10 Minutenbad darin zu nehmen. Als wir ca. 15 Minuten unserer Reise hinter uns gebracht hatten, waren wir am ersten ‘must see + try’ Fluss angekommen. Der Fluss war sehr nett gelegen, aber mit dieser Frequenz wuerden wir etwa 1 Monat alleine fuer den Hinweg benoetigen. Also haben sich unsere Wasserratten in den Fluss gestuerzt, ich hatte beim Fruehstueck meine Kamera stehen lassen und musste nochmals zurueck, um sie zu holen. Kaum zurueck, waren die Wasserspiele schon in vollem Gang:

Serraville Flussbad

Kaum abgetrocknet, konnte der Zug nach Westen wieder Fahrt aufnehmen. Nach weiteren 20 Minuten, war das naechste Wasserhighlight erreicht, was wir unbedingt sehen mussten. Wir konnten Rich noch davon abhalten, wieder ein schnelles Bad zu nehmen, aber dafuer gab es andere Moeglichkeiten, sich auszutoben:

Serraville See

Also alle Kinder wieder in das Auto verpackt und weiter ging die Reise. Nach einer kurzen Fahrt waren wir in einem recht netten Dorf angekommen, was einen typisch amerikanischen Flair hatte. Hier gab es frueher eine Mine, daher war der Stop Pflicht und ausnahmsweise kein weiterer Plansch-Stop (wir hatten Rich zuvor ueberzeugt, dass wir nicht an jeder Flussbiegung anhalten koennen und ein Bad nehmen, was jedoch nicht ganz so einfach war :-) ).

Serraville - Minendorf

Da Sierraville nicht mehr sehr weit war, lag es nahe, nochmals zuvor eine Rast zu machen. Ihr werdet es schon ahnen, es gab einen weiteren See, den man unbedingt testen musste, da er so toll gelegen war und sich zum Schwimmen fast schon aufdraengte.

Serraville - See 2

Die Besuche an den anderen 13 Fluessen und Seen auf dem weiteren Hinweg ueberspringe ich mal. Ihr werdet es kaum glauben, aber wir haben es dann doch noch geschafft in Sierraville anzukommen. Ueber einen steinigen Weg ging es in Richtung Sierralodge, die etwas abgelegen von der Stadt liegt. Kaum angekommen, wurden wir von einer Gruppe von mehr oder weniger der Welt entrueckten Yogamenschen ‘empfangen’.

Sierralodge

Es fand an diesem Wochenende gerade ein Workshop Beruehren + Tanzen statt, was einen grossen Zuspruch hatte. Daher war das Hotel und der Campingplatz gut von diesen „Taenzern’ gefuellt. Also auf den Campingplatz und die Zelte aufgestellt. Umgeben von der Welt entrueckten ‘Mitbewohnern’ liessen wir es uns erst einmal gutgehen.

Sierraville - Camping

Wir hatten gerade zur Feier der getanen Arbeit, die ersten Biere aufgemacht, da kam Rich auf uns zu und erklaerte uns, dass Bier trinken hier nicht erwuenscht sei. Wenn wir nicht schon zuvor einige Schwaden suesslichen Rauches in die Nase bekommen haetten, dann haetten wir es wohl ernster genommen, aber so…

Sierraville Camping Uta

Etwa 200m von den Zelten entfernt, fand der angekuendigte Workshop statt, der in vollen Gange war. Schwebende tanzende Menschen, die sich umringen und mit weichen Bewegungen beruehren, sich uebereinander rollten, war das Kontrastprogramm zu unserer Unterhaltung. Jedem das Seine… Wir machten uns auf in Richtung Gemeinschaftskueche. Als wir durch den Speiseraum gingen, was eine Mischung aus alternativem Wohnzimmer und WG-Kueche war, wurden wir von singenden, tanzenden und diskutierenden Workshopteilnehmern eher abschaetzend begutachtet, da wir mit unserem Outfit nicht gerade auf einer Linie mit dem sonst vorherrschenden Batikdresscode waren. In der Gemeinschaftskueche war das vorherrschende Thema die Erfahrungen aus dem Tanzworkshop, was sich in den Bewegungen und den weichen Beruehrungen der Agierenden in der Kueche zeigten. Ein doch eher ungewohntes Bild, was man trotz der momentan vielen Kochsendungen eher selten zu Gesicht bekommt. Also Spaghetti vom Herd und raus hier, bevor es noch abgedrehter wird. Im Nebenraum umschlangen sich weitere dieser Menschen, rollten sich uebereinander, die wohl im heutigen Workshop noch nicht alles voll erfasst hatten und noch nachsitzen mussten. Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zum ersten der drei Baeder, die auf den warmen Quellen hier fussen.

Sierraville Bad

Die Baeder hatten hier die ganze Nacht durchgehend geoeffnet. Durch den runden Eingang hindurch kamen wir zum grossen Pool. Das Bild was sich hier bot, haette Michelangelo zu neuen Kunstwerken inspiriert. Es waren ca. 30 splitterfasernackte Maenner und Frauen in dem Bad, die ihre Koerper im Wasser uebereinanderrollten, sich ineinander verknoteten oder sonstige hautnahen Koerperfahrungen genossen. Nach einem Bad an dieser heilsamen Staette liefen wir beleuchtet vom Mond wieder in Richtung Campingplatz. Auf dieses Erlebnis mussten wir dann zuerst mal ein Bierchen trinken, was Rich wieder in eine Glaubenskrise stuerzte… Also setzten wir uns etwas abseits auf die Bank und hielten die Bierflaschen unter dem Tisch, wie Jugendliche, die in der Oeffentlichkeit noch nichts trinken duerfen. Wir hatten noch einen unglaublichen Spass, da dies natuerlich die Phantasie anregte und mit ein paar Bier die Geschichten immer lustiger wurden. Die Utensilien, die so mancher mit auf den Zeltplatz brachte, war auch sehr strange. Ein Paar hatte neben dem Zelt eine ausgewachsenen 2m Spiegel in seinem total vollgepackten Auto dabei, wofuer es diesen auch immer benoetigte… In der Nacht testeten wir noch ein weiteres kleines Schwefelbad, das in voller Dunkelheit lag. Man musste sich sehr gut merken, wo man die Klamotten hingelegt hatte, um diese nach dem Bad wiederzufinden. Dies war ein ganz tolles Erlebnis, da man in stockdunkler Nacht im warmen Schwefelbad sass und die Sterne beobachten konnte. Ein sehr intensives Gefuehl. Am morgen gingen wir in das Hauptgebaeude, da es nur dort Duschen gab. Vor der Dusche warteten Uta & ich, bis eine der beiden Duschen frei wurde. Da gesellte sich eine weitere junge Frau zu uns, die auch Duschen wollte. Sie hatte auch alles dabei, was man dafuer benoetigte, splitternackt bis auf Duschgel und ein kleines Handtuch, was sie um den Hals gelegt hatte. Auch eine nette Begegnung am fruehen Morgen, aber irgendwie normal hier :-)  Irgendwie scheint die Geschichte vom prueden Amerika noch nicht nach Sierraville durchgedrungen zu sein…

Bis bald.

Grass Valley – Musik, Hippies und gute Laune

Dezember 21, 2008

Wir fahren nach GrassValley und treffen uns mit Mathes & Nicki, erklaerte mir Uta ganz begeistert. Grass Valley, das klingt nach einem kleinen vertraeumten Ort, der sich dem suesslichen Genuss von Joints verschrieben hat und in dem der normale Alltag der Realitaet entrueckt ist. Dies waren die ersten Gedanken, die mir bei diesem Namen einfielen und ich malte mir ein von der Welt entschwebtes Staedtchen inmitten des Nichts vor, das wie eine Reinkarnation von Ashburry Heights mit Hippies aller Altersklassen wirken wuerde. So falsch lag ich dann mit meiner ersten Einschaetzung gar nicht. Aber eines nach dem anderen.

Kaum in Grass Valley eingetroffen, trafen wir uns mit mit den beiden, die sich bei dem Cousin von Mathes einquartiert hatten. Rich arbeitet hier als Chiropraktiker in einem vertaeumten Haeuschen, was man nicht so ohne weiteres als eine serioese Gesundheitspraxis erkennen wuerde. Ein weisses Holzhaeuschen inmitten einem riesigen etwas heruntergekommenen Garten, das den leidenden Patienten mit einer weissen Taube und einer Peaceflagge willkommen heisst. Der letzte Anstrich war auch schon einige Jahre vorbei und das Wohnmobil vor dem Haus, diente eher als Geruempelkammer als einem Urlaubsmobil. Da wir nicht wegen irgendwelcher Rueckenleiden hergekommen sind, ging es gleich auf Tour hinein in das wirkliche Leben. Aus allen Ecken klangen Fetzen von unterschiedlicher Musik und in Batik gekleidete Menschen jeder Altersgruppe schwebten gutgelaunt durch die Strassen. Es gab hier eine Art Strassenfest aber mit einem klaren Fokus auf Musik, Essen & Uebersinnliches.

Grassvalley Musiker

Was sehr auffaellig ist, dass sich hier alle zu kennen scheinen und auch dass alle gute Laune haben. Lag es an der Musik, an der Sonne oder an den Dingen, die man hier in fluessiger oder rauchender Art zu sich nahm? Egal, aber es hatte einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen konnte. Es gab so ziemlich jede Art von Musikinstrumenten zu hoeren und zu kaufen, die man bei Interesse auch sofort vorgefuehrt bekam:

Grassvalley Musikinstrumente

Nachdem wir uns an einem der Staende mit einer Art Kebab, das nach Zusicherung der Verkaeuferin mit viel Liebe und nur mit biologischen und gluecklichen Zutaten zubereitet wurde, gestaerkt hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem Dessert. Uta und Nicki fielen dabei gleich einem Eisverkaeufer zum Opfer, der Ihnen ein Bailey-Eis angeboten hatte. Welche Frau kann dabei schon Nein sagen? Verzueckt von diesm kulinarischen Highlight schlenderten wir weiter durch die Strasse und kamen an einem Chiropraktikerstand vorbei. Dabei stellte sich heraus, dass Rich, der uns begeleitete, einen Stand hier hatte, was er wohl voellig vergessen hatte. Es hatte sich trotzdem jemand gefunden, der den Stand schon seit Stunden betreute und den interessierten Besuchern wohl auch was ueber ciropraktische Heilmethoden erzaehlen konnte (soweit die optimistische Interpretation :-) ). Also wie alles hier, sehr professionell und bierernst. Rich musste dann zumindestens den Bekannten abloesen und die lezte halbe Stunde SEINEN Stand selbst betreuen. Wir spazierten weiter in Richtung einer Band, deren Musik uns magisch anzog. Es war eine Art suedamerikanischer Salsamusik, die viele begabte und weniger begabte Taenzer in ihren Bann zog.

Grassvalley Band

 Kaum standen wir hier einige Minuten, kam auch schon der erste an, der sich fuer uns interessierte und alles moegliche wissen wollte. Nach einem kurzen Gespraech entfuehrte er Nicki zum Salsatanzen, was ihre grosse Leidenschaft ist. Die naechste halbe Stunde waren die 2 dann auf der Tanzflaeche verschwunden. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, und es war sehr bald jedem Betrachter klar, wer bei diesem Paar tanzen konnte iund wer nicht. Als Mathes nach wenigen Minuten auftauchte und fragte: ‘Wo ist denn meine Nicki?’ war er sichtlich froh, dass sich jemand gefunden hatte, dem es augenscheinlich enormen Spass machte, Salsa zu tanzen und er mit seinem Bewegungstalent heute Abend nicht heralten musste. Nachdem die Staende geschlossen hatten, kam dann auch Rich wieder und schleppte uns in eine Kneipe, in dem ein Bekannter von ihm Musik machte. irgendwie kennt hier jeder jeden oder zumindestens fast alle den Rich.

Nicki, Mathes & Rich

Die Kneipe war wohl der Treffpunkt von allen, die um diese Stunde noch nicht nach Hause wollten. Gaeste jeden Alters tranken hier noch das ein oder andere Bier und unterhielten sich gutgelaunt. Eine Miniausgabe der Gipsy Kings heizte das Publikum ein und war neben dem Singen damit beschaeftigt sich bei allen kommenden und gehenden Frauen mit Kuessen zu verabschieden bzw. diese zu begruessen. Irgendwie auch kein schlechter Job :-) . Gehoert wohl hier dazu, alles sehr sympathisch, wobei der Saenger nicht unbedingt als der fotogene Star zu beschreiben war, aber die Musik war klasse.

Grassvalley Kneipenmusiker

Das war schon mal ein gelungener Auftakt unseres Besuches und die Reise hatte ja gerade erst begonnen. Es versprach noch sehr interessant zu werden, was dann auch in jeder Beziehung zutraf. Eine in jeder Richtung inspierierender Urlaub, aber dazu mehr in Kuerze. Auf jeden Fall hatten wir jetzt schon viel Spass. Prost!

Grassvalley Uta

Bis bald!

Bryce Canyon – das rote Schloss in der Wueste (Sommerreise Teil 9)

September 5, 2008

Nach einer Uebernachtung im Hotel fuhren wir nun in Richtung Bryce Canyon National Park, wo wir unser Zelt auf einem Campingplatz in luftiger Hoehe weit ueber 2000m hoch aufschlugen. Der Bryce Canyon ist ein beliebtes Urlaubsziel der Amerikaner, da er atemberaubende und sehr ungewoehnliche Landschaftsbilder und Steinskulpturen zeigt. Auf dem Campingplatz angekommen bemerkten wir sehr schnell, dass wir mit unseren Zelten eher zu den minderbemittelten Outdoor-Urlaubern im Vergleich zu dem gewoehnlichen Amerikaner gehoeren. In Amerika gilt das Schlagwort ‘Big is beautiful’ was sich auch an den Wohnmobilen zeigt.

Vielfach haben diese Gefaehrte dann noch einen ausgewachsenen SUV als Anhaenger, um am Zielort ebenfalls mobil zu sein. Das ganze ist dann schon ein sehr interessantes Bild und wuerde wahrscheinlich dem normalen Tuev-Beamten mehr als Runzeln auf die Stirn zaubern. Man sieht auch sehr oft ausgewachsene Grossbusse als Reisemobil ausgebaut, die an beiden Seiten die Moeglichkeit haben, Erker auszufahren, um den Wohnraum dann nochmals zu verdoppeln. So manche 2 Zimmerwohnung hat damit weniger Platz zu bieten als diese Fahrzeuge. Nachdem wir den Campingplatz verlassen hatten, wartete der erste Aussichtspunkt auf den Bryce Canyon National Park auf uns. Sehr interessiert stiegen wir aus und liefen eine Anhoehe hoch, bisher war alles zwar huebsch, jedoch nicht ‘dramatic’, wie der Amerikaner sagen wuerde. Aber was wir dann sahen, uebertraf doch jede Erwartung:

Es ist wie eine eigene Welt, die Jahrtausende unter einer Muschelschale geschuetzt sich entwickeln konnte und sich nun in voller Schoenheit den Touristen praesentiert, die hier vor Ort kommen. Man kann einfach nur stehen, staunen und Formen, Farben und Licht auf sich wirken lassen. Es gibt hierbei Gesteinsgruppen, die jeweils einen ganz eigenen Charakter und Struktur haben, wie z.B. diese hier:

Ein Meer von erstarrten roten Wellen, eng gereiht und ein Kontrapunkt zu dem schlossartigen Gebilden auf der anderen Seite. Man kann den Bryce Canyon sehr gut mit einer sehr tollen Wanderung aus der Naehe sich anschauen und kann in die Welt der roten Tuerme komplett eintauchen. Es ist wie ein grosses rotes Schloss mit vielen Gaengen, was es zu erkunden gilt. Eine Art natuerliches in rot gehuelltes Neuschwanstein.

Man laeuft zuerst hinab in die Ebene des Canyon, was ueber einige steile serpentinenartige Wege sehr gut zu erreichen ist. Das erste Stueck ist sehr angenehm, da es fast komplett im Schatten liegt. Ist man unten angelangt, so ragen die Gesteinswaende meterhoch in Richtung Himmel. Es sind wie ueberdimensional hohe Gaenge in einem Irrgarten. Mit jedem dieser Gaenge veraendern sich Farben und Licht, alles eingehuellt in einen rotscheinenden angenehmen Schleier.

Im Inneren dieses Gebildes gibt es wieder weite Flaechen, die auch entsprechende Vegetation aufweisen. Die Wanderung wird dadurch sehr abwechslungsreich und bietet fuer jeden etwas. Da man doch einige Stunden in dem Canyon verbringt, ist es notwendig, genuegend Wasserreserven mitzunehmen, zumindestens wenn man im Sommer hier unterwegs ist. Wenn man das beruecksichtigt und ein Faible fuer solche Naturschoenheiten hat, dann ist es ein ganz grosses Erlebnis hier zu sein.

An jeder Ecke bietet sich ein anderer Blick und man weiss gar nicht, wo man ueberall hinschauen soll, um alles in sich aufzusaugen. Man kann auch Bilder entdecken, die man an anderer Stelle auch aehnlich schon gesehen hat, wie z.B. den Balanced Rock, den es hier gleich als Zwilling zu sehen gibt (ok etwas kleiner, aber dafuer sind es auch 2 :-) ).

Der Bryce Canyon war wirklich ein sehr toller Abschluss unserer kleinen Sommerreise und auch ein Highlight unter den tollen Dingen, die wir hier gesehen haben. Es hat uns total viel Spass gemacht und es war toll, dass wir diese Reise mit Luzi und Ecki machen konnten, die noch einige Wochen mehr unterwegs sein konnten, da sie ja ueber etwas mehr Urlaubstage verfuegen als es hier in USA gewoehnlich gibt (die hoechste Steigerung eines amerikanischen Urlaubskontos ist wohl das Ferienkontingent eines deutschen Lehrers angereichert mit den in Deutschland existierenden Feiertagen) .

Damit ist aber natuerlich das Abenteuer Kalifornien noch lange nicht zu Ende, es gibt hier noch sehr viel zu sehen und zu entdecken. Also dranbleiben, es wird auch naechste Woche wieder einen weiteren Bericht von uns hier geben. Wir tun doch (fast) alles fuer euch :-)

Bis bald!

Canyonlands Arches – Super-Uti und schwebende Felsen (Sommerreise Teil 8)

September 2, 2008

Nun fehlt uns nur noch ein Bereich des tollen Canyonlands National Parks, naemlich das Gebiet Arches, was wohl das bekannteste von den dreien ist. Also das beste am Schluss? Das wollten wir herausfinden, aber bisher war jedes der beiden anderen Canyonlandsgebiete einfach toll und auf jeden Fall absolut sehenswert. Morgens mussten wir unsere Zelte in Moab abbrechen, da wir am Abend dann weiter in Richtung Bryce Canyon fahren wollten. Also den Planwagen mit unseren Utensilien gefuellt und die Toyotapferde angetrieben in Richtung Arches. Das erste bemerkenswerte Gebilde war der sogenannte Balanced Rock, ein Riesenstein, der auf einer sehr schmalen Auflageflaeche zu balancieren scheint.

Der obere Fels hat die Groesse von etwa drei grossen Bussen, also schon nicht schlecht. Doch was ist das? Ploetzlich ein Knirschen und Knarzen im Hintergrund mit markerschuetternden Geraeuschen. Sollte dieses Highlight des Parks ein schnelles Ende erleben? Das konnten wir natuerlich nicht tatenlos geschehen lassen, dazu ist es viel zu aussergewoehnlich. Daher schluepfte Uta in Sekundenschnelle in den rot-weissen Super-Uti Dress und schwebte in Lichtgeschwindigkeit an den Fels, um diesen wieder in die Ausgangssituation zurueckzuschieben und dieses tolle Objekt auch fuer die tausende Besucher nach uns zu erhalten.

Puh, geschafft! Das ist ja gerade nochmals gut gegangen. Damit hatten wir unser Pfadfindersoll fuer diesen Tag (‘Jeden Tag eine gute Tat’) auch mehr als erfuellt, so dass wir nun sehr relaxed das Arches-Phaenomen weiter erkunden konnten. Es gibt hier mehr als 2000 Arches, die wir natuerlich nicht alle aufsuchen konnten. Na wer weiss den Unterschied noch zwischen einer Bridge und einer Arch? Wer es nicht weiss, der muss jetzt nachsitzen und den ganzen Blog der Sommerreise nochmals lesen :-) . Wir waren auch nicht faul und haben uns fuer euch in aufopferungsvoller Manier die wichtigsten Arches, die sogenannten ‘Must-See’ angeschaut. Ein sehr interessantes Gebilde ist die ‘North and South Window’ Arch. Es hat etwas von den ‘Eyes of Buddha’, die man in Nepal an den heiligen Tempeln und Stupas sehen kann.

Wie man auf den Bilder sehr gut erkennen kann, gab es fuer den ambitionierten Sonnenanbeter genug Futter. Die Wanderungen zu den einzelnen Arches waren ohne entsprechende Wasserration kaum zu machen, aber das wussten wir ja bereits. Das naechste Highlight bot sich in Form der Double Arch, die wohl einen Krebs als Vorlage hatte. Es wirkt, als wuerden zwei zu Stein gewordene Krebsarme Ausschau nach neuem Futter halten.

Es ist schon sehr interessant, welche Formen die Natur in Jahrtausenden so hervorbringt. Nach einigen Arches machten wir eine etwas laengere Wanderung in den Devil’s Garden, ein vielversprechender Name. Durch Erosion haben sich hier viele beeindruckende Gebilde in verschiedensten Rot- und Beigetoenen gebildet. Man kommt hier durch tunnelartige Gebilde und sieht viele weitere Arches. Wir wollten auch den Double-O Arch sehen und fanden hier einen sehr abwechslungsreichen Trail, der mal quer ueber Felsen, dann wieder hoch hinauf an einem Felskamm fuehrte und immer wieder ’spectacular views’ wie die Amerikaner sagen, freigab.

Die Wanderung ist sehr empfehlenswert und spannend, nur der eigentliche Hoehepunkt sollte der Double-O Arch sein, der der Bezeichnung eines Hoehepunktes jedoch nicht standhaelt. Also wie Konfuzius schon sagte, ‘der Weg ist das Ziel’ kann man sich hier auf eine Wanderung mit tollen Ausblicken begeben, aber sollte nicht auf die Arch fokussiert sein. Die wohl meistfotografierteste und auch schoenste ist die Delicate Arch, wie der Name schon vermuten laesst. Sie ist nicht die hoechste oder laengste oder hat irgendwelche anderen heraushebenden Attribute, sondern ist einfach nur schoen. Wie auch im realen Leben. Sie hat es damit auch geschafft zum Symbol des Staates Utah zu werden und ist auf den Nummernschildern oder Briefmarken zu entdecken.

Nach diesen tollen Bildern fuhren wir wieder zum Ausgang des Nationalparks und wurden noch durch tolle Felsgebilde im weichen Abendlicht beschenkt. Hier koennte der ambitionierte Fotograf wohl tausende Bilder machen, hingerissen von weichen Rot- und Brauntoenen und sich im Licht veraendernden Skulpturen.

So nun aber schnell in Richtung Bryce Canyon, unserem naechsten Zielpunkt. Bis bald!