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Lake Tahoe – Hikes um die blaue Perle

Dezember 24, 2008

Als wir vom Duschen zurueck kamen, wollten wir aufbrechen in Richtung der ersten Wanderung. Aber Rich war irgendwie vom Erdboden verschwunden. Hatte er sich nochmals in Richtung Michelangelobad aufgemacht? Nein, er hatte wieder einmal Bekannte getroffen, mit denen er spontan anfing, Musik zu machen.

Sierraville - Musiker

Rich holte daher schnell eine seiner Bongotrommeln, die er wohl ueberall mit in Urlaub nimmt, eine Art Kommunikationsbeschleuniger. Aber es war eine tolle Session, die den Tag auch wieder sehr speziell einlaeutete. Sierraville versprach weiterhin interessant zu bleiben.

Sierraville - Rich Bongo

Aber es half nichts, wenn wir noch eine Wanderung unternehmen wollten, mussten wir Rich jetzt loseisen, was uns nach 15 Minuten auch schon gelang. Also ins Auto und los ging es. Nein kein Halt an einem weiteren Fluss, sondern direkt an den Trailhead fuer unsere Wanderung. Vorbei an Skimasten, hoch hinauf auf den Berg in eine fantastische Bergwelt. Man merkt sofort, dass Lake Tahoe auch Skigebiet mit fabelhaften Ausblicken auch in Richtung See ist.

Lake Tahoe Hike Uta

Das Wetter war auch unglaublich gut, was den Spass an dieser Wanderung nochmals steigerte. Nicki hielt sich trotz ihrer Schwangerschaft im siebten Monat auf dieser Wanderung super gut und stellte so manchen nicht schwangeren Amerikaner in den Schatten. Die Wanderung schlaengelte sich serpentinenartig nach oben mit traumhaften Blicken auf die Natur.

Lake Tahoe - Chris

Von oben konnte man auch die Talstation und den gegenueberliegenden Lift sehr gut erkennen. Wir ueberlegten, wie toll es hier im Winter sein muss, die Piste herunterzufahren und dann den Blick von der Piste auf den See zu haben, sicher unglaublich. Aber auch im Sommer ist der Blick von oben auf den Lake Tahoe sehens- und geniessenswert.

Lake Tahoe

Alle waren sowohl von der Wanderung als auch von den Bildern, die sich hier boten extrem begeistert. Absolut empfehlenswert, wenn ihr am Lake Tahoe Urlaub macht. Ich denke es ist egal, ob Sommer oder Winter, die Lake Tahoe hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz.

Lake Tahoe - Uta Chris Nicki Rich

Also wieder den Abstieg angetreten, da wir auch zum Abschluss noch den See testen wollten. Ihr erinnert euch an den Fetisch von Rich :-) . Also runter und zum Strand gefahren. Das Wasser im See war doch sehr frisch, die Meinungen schwankten von 15 Grad bis 18 Grad, aber egal, auf jeden Fall extrem erfrischend. Rich musste auch sofort den Pfahl im Wasser testen und einen auf Tarzansprung machen. Aber wen wuerde dies nach dem Sierraville-Erlebnis noch wirklich wundern… :-)

 

Lake Tahoe - Strandpfahl

Bis bald.

Sierraville – Yoga, Taenzer, Schwefelbaeder + Michelangelokompositionen

Dezember 23, 2008

Am naechsten Morgen ging es weiter mit dem Ziel Sierraville, einem Geheimtip von Rich. Alle waren gespannt, wie abgespaced das wohl sein wuerde, da er uns schon darauf vorbereitet hatte, dass es dort ’somehow different’ sein wuerde. Wir sollten in unseren kuehnsten Vorstellungen nicht enttaeuscht werden :-) . Sierraville sollte uns als Ausgangspunkt fuer die Unternehmungen am Lake Tahoe dienen. Also alles eingepackt und los ging es. Was wir jedoch noch nicht ahnten war, dass Rich einer der groessten Fluss- und Seefetischist war, die dieser Planet kennt, und an jedem Tuempel halt machen wuerde, um ein 10 Minutenbad darin zu nehmen. Als wir ca. 15 Minuten unserer Reise hinter uns gebracht hatten, waren wir am ersten ‘must see + try’ Fluss angekommen. Der Fluss war sehr nett gelegen, aber mit dieser Frequenz wuerden wir etwa 1 Monat alleine fuer den Hinweg benoetigen. Also haben sich unsere Wasserratten in den Fluss gestuerzt, ich hatte beim Fruehstueck meine Kamera stehen lassen und musste nochmals zurueck, um sie zu holen. Kaum zurueck, waren die Wasserspiele schon in vollem Gang:

Serraville Flussbad

Kaum abgetrocknet, konnte der Zug nach Westen wieder Fahrt aufnehmen. Nach weiteren 20 Minuten, war das naechste Wasserhighlight erreicht, was wir unbedingt sehen mussten. Wir konnten Rich noch davon abhalten, wieder ein schnelles Bad zu nehmen, aber dafuer gab es andere Moeglichkeiten, sich auszutoben:

Serraville See

Also alle Kinder wieder in das Auto verpackt und weiter ging die Reise. Nach einer kurzen Fahrt waren wir in einem recht netten Dorf angekommen, was einen typisch amerikanischen Flair hatte. Hier gab es frueher eine Mine, daher war der Stop Pflicht und ausnahmsweise kein weiterer Plansch-Stop (wir hatten Rich zuvor ueberzeugt, dass wir nicht an jeder Flussbiegung anhalten koennen und ein Bad nehmen, was jedoch nicht ganz so einfach war :-) ).

Serraville - Minendorf

Da Sierraville nicht mehr sehr weit war, lag es nahe, nochmals zuvor eine Rast zu machen. Ihr werdet es schon ahnen, es gab einen weiteren See, den man unbedingt testen musste, da er so toll gelegen war und sich zum Schwimmen fast schon aufdraengte.

Serraville - See 2

Die Besuche an den anderen 13 Fluessen und Seen auf dem weiteren Hinweg ueberspringe ich mal. Ihr werdet es kaum glauben, aber wir haben es dann doch noch geschafft in Sierraville anzukommen. Ueber einen steinigen Weg ging es in Richtung Sierralodge, die etwas abgelegen von der Stadt liegt. Kaum angekommen, wurden wir von einer Gruppe von mehr oder weniger der Welt entrueckten Yogamenschen ‘empfangen’.

Sierralodge

Es fand an diesem Wochenende gerade ein Workshop Beruehren + Tanzen statt, was einen grossen Zuspruch hatte. Daher war das Hotel und der Campingplatz gut von diesen „Taenzern’ gefuellt. Also auf den Campingplatz und die Zelte aufgestellt. Umgeben von der Welt entrueckten ‘Mitbewohnern’ liessen wir es uns erst einmal gutgehen.

Sierraville - Camping

Wir hatten gerade zur Feier der getanen Arbeit, die ersten Biere aufgemacht, da kam Rich auf uns zu und erklaerte uns, dass Bier trinken hier nicht erwuenscht sei. Wenn wir nicht schon zuvor einige Schwaden suesslichen Rauches in die Nase bekommen haetten, dann haetten wir es wohl ernster genommen, aber so…

Sierraville Camping Uta

Etwa 200m von den Zelten entfernt, fand der angekuendigte Workshop statt, der in vollen Gange war. Schwebende tanzende Menschen, die sich umringen und mit weichen Bewegungen beruehren, sich uebereinander rollten, war das Kontrastprogramm zu unserer Unterhaltung. Jedem das Seine… Wir machten uns auf in Richtung Gemeinschaftskueche. Als wir durch den Speiseraum gingen, was eine Mischung aus alternativem Wohnzimmer und WG-Kueche war, wurden wir von singenden, tanzenden und diskutierenden Workshopteilnehmern eher abschaetzend begutachtet, da wir mit unserem Outfit nicht gerade auf einer Linie mit dem sonst vorherrschenden Batikdresscode waren. In der Gemeinschaftskueche war das vorherrschende Thema die Erfahrungen aus dem Tanzworkshop, was sich in den Bewegungen und den weichen Beruehrungen der Agierenden in der Kueche zeigten. Ein doch eher ungewohntes Bild, was man trotz der momentan vielen Kochsendungen eher selten zu Gesicht bekommt. Also Spaghetti vom Herd und raus hier, bevor es noch abgedrehter wird. Im Nebenraum umschlangen sich weitere dieser Menschen, rollten sich uebereinander, die wohl im heutigen Workshop noch nicht alles voll erfasst hatten und noch nachsitzen mussten. Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zum ersten der drei Baeder, die auf den warmen Quellen hier fussen.

Sierraville Bad

Die Baeder hatten hier die ganze Nacht durchgehend geoeffnet. Durch den runden Eingang hindurch kamen wir zum grossen Pool. Das Bild was sich hier bot, haette Michelangelo zu neuen Kunstwerken inspiriert. Es waren ca. 30 splitterfasernackte Maenner und Frauen in dem Bad, die ihre Koerper im Wasser uebereinanderrollten, sich ineinander verknoteten oder sonstige hautnahen Koerperfahrungen genossen. Nach einem Bad an dieser heilsamen Staette liefen wir beleuchtet vom Mond wieder in Richtung Campingplatz. Auf dieses Erlebnis mussten wir dann zuerst mal ein Bierchen trinken, was Rich wieder in eine Glaubenskrise stuerzte… Also setzten wir uns etwas abseits auf die Bank und hielten die Bierflaschen unter dem Tisch, wie Jugendliche, die in der Oeffentlichkeit noch nichts trinken duerfen. Wir hatten noch einen unglaublichen Spass, da dies natuerlich die Phantasie anregte und mit ein paar Bier die Geschichten immer lustiger wurden. Die Utensilien, die so mancher mit auf den Zeltplatz brachte, war auch sehr strange. Ein Paar hatte neben dem Zelt eine ausgewachsenen 2m Spiegel in seinem total vollgepackten Auto dabei, wofuer es diesen auch immer benoetigte… In der Nacht testeten wir noch ein weiteres kleines Schwefelbad, das in voller Dunkelheit lag. Man musste sich sehr gut merken, wo man die Klamotten hingelegt hatte, um diese nach dem Bad wiederzufinden. Dies war ein ganz tolles Erlebnis, da man in stockdunkler Nacht im warmen Schwefelbad sass und die Sterne beobachten konnte. Ein sehr intensives Gefuehl. Am morgen gingen wir in das Hauptgebaeude, da es nur dort Duschen gab. Vor der Dusche warteten Uta & ich, bis eine der beiden Duschen frei wurde. Da gesellte sich eine weitere junge Frau zu uns, die auch Duschen wollte. Sie hatte auch alles dabei, was man dafuer benoetigte, splitternackt bis auf Duschgel und ein kleines Handtuch, was sie um den Hals gelegt hatte. Auch eine nette Begegnung am fruehen Morgen, aber irgendwie normal hier :-)  Irgendwie scheint die Geschichte vom prueden Amerika noch nicht nach Sierraville durchgedrungen zu sein…

Bis bald.

Bryce Canyon – das rote Schloss in der Wueste (Sommerreise Teil 9)

September 5, 2008

Nach einer Uebernachtung im Hotel fuhren wir nun in Richtung Bryce Canyon National Park, wo wir unser Zelt auf einem Campingplatz in luftiger Hoehe weit ueber 2000m hoch aufschlugen. Der Bryce Canyon ist ein beliebtes Urlaubsziel der Amerikaner, da er atemberaubende und sehr ungewoehnliche Landschaftsbilder und Steinskulpturen zeigt. Auf dem Campingplatz angekommen bemerkten wir sehr schnell, dass wir mit unseren Zelten eher zu den minderbemittelten Outdoor-Urlaubern im Vergleich zu dem gewoehnlichen Amerikaner gehoeren. In Amerika gilt das Schlagwort ‘Big is beautiful’ was sich auch an den Wohnmobilen zeigt.

Vielfach haben diese Gefaehrte dann noch einen ausgewachsenen SUV als Anhaenger, um am Zielort ebenfalls mobil zu sein. Das ganze ist dann schon ein sehr interessantes Bild und wuerde wahrscheinlich dem normalen Tuev-Beamten mehr als Runzeln auf die Stirn zaubern. Man sieht auch sehr oft ausgewachsene Grossbusse als Reisemobil ausgebaut, die an beiden Seiten die Moeglichkeit haben, Erker auszufahren, um den Wohnraum dann nochmals zu verdoppeln. So manche 2 Zimmerwohnung hat damit weniger Platz zu bieten als diese Fahrzeuge. Nachdem wir den Campingplatz verlassen hatten, wartete der erste Aussichtspunkt auf den Bryce Canyon National Park auf uns. Sehr interessiert stiegen wir aus und liefen eine Anhoehe hoch, bisher war alles zwar huebsch, jedoch nicht ‘dramatic’, wie der Amerikaner sagen wuerde. Aber was wir dann sahen, uebertraf doch jede Erwartung:

Es ist wie eine eigene Welt, die Jahrtausende unter einer Muschelschale geschuetzt sich entwickeln konnte und sich nun in voller Schoenheit den Touristen praesentiert, die hier vor Ort kommen. Man kann einfach nur stehen, staunen und Formen, Farben und Licht auf sich wirken lassen. Es gibt hierbei Gesteinsgruppen, die jeweils einen ganz eigenen Charakter und Struktur haben, wie z.B. diese hier:

Ein Meer von erstarrten roten Wellen, eng gereiht und ein Kontrapunkt zu dem schlossartigen Gebilden auf der anderen Seite. Man kann den Bryce Canyon sehr gut mit einer sehr tollen Wanderung aus der Naehe sich anschauen und kann in die Welt der roten Tuerme komplett eintauchen. Es ist wie ein grosses rotes Schloss mit vielen Gaengen, was es zu erkunden gilt. Eine Art natuerliches in rot gehuelltes Neuschwanstein.

Man laeuft zuerst hinab in die Ebene des Canyon, was ueber einige steile serpentinenartige Wege sehr gut zu erreichen ist. Das erste Stueck ist sehr angenehm, da es fast komplett im Schatten liegt. Ist man unten angelangt, so ragen die Gesteinswaende meterhoch in Richtung Himmel. Es sind wie ueberdimensional hohe Gaenge in einem Irrgarten. Mit jedem dieser Gaenge veraendern sich Farben und Licht, alles eingehuellt in einen rotscheinenden angenehmen Schleier.

Im Inneren dieses Gebildes gibt es wieder weite Flaechen, die auch entsprechende Vegetation aufweisen. Die Wanderung wird dadurch sehr abwechslungsreich und bietet fuer jeden etwas. Da man doch einige Stunden in dem Canyon verbringt, ist es notwendig, genuegend Wasserreserven mitzunehmen, zumindestens wenn man im Sommer hier unterwegs ist. Wenn man das beruecksichtigt und ein Faible fuer solche Naturschoenheiten hat, dann ist es ein ganz grosses Erlebnis hier zu sein.

An jeder Ecke bietet sich ein anderer Blick und man weiss gar nicht, wo man ueberall hinschauen soll, um alles in sich aufzusaugen. Man kann auch Bilder entdecken, die man an anderer Stelle auch aehnlich schon gesehen hat, wie z.B. den Balanced Rock, den es hier gleich als Zwilling zu sehen gibt (ok etwas kleiner, aber dafuer sind es auch 2 :-) ).

Der Bryce Canyon war wirklich ein sehr toller Abschluss unserer kleinen Sommerreise und auch ein Highlight unter den tollen Dingen, die wir hier gesehen haben. Es hat uns total viel Spass gemacht und es war toll, dass wir diese Reise mit Luzi und Ecki machen konnten, die noch einige Wochen mehr unterwegs sein konnten, da sie ja ueber etwas mehr Urlaubstage verfuegen als es hier in USA gewoehnlich gibt (die hoechste Steigerung eines amerikanischen Urlaubskontos ist wohl das Ferienkontingent eines deutschen Lehrers angereichert mit den in Deutschland existierenden Feiertagen) .

Damit ist aber natuerlich das Abenteuer Kalifornien noch lange nicht zu Ende, es gibt hier noch sehr viel zu sehen und zu entdecken. Also dranbleiben, es wird auch naechste Woche wieder einen weiteren Bericht von uns hier geben. Wir tun doch (fast) alles fuer euch :-)

Bis bald!

Canyonlands Arches – Super-Uti und schwebende Felsen (Sommerreise Teil 8)

September 2, 2008

Nun fehlt uns nur noch ein Bereich des tollen Canyonlands National Parks, naemlich das Gebiet Arches, was wohl das bekannteste von den dreien ist. Also das beste am Schluss? Das wollten wir herausfinden, aber bisher war jedes der beiden anderen Canyonlandsgebiete einfach toll und auf jeden Fall absolut sehenswert. Morgens mussten wir unsere Zelte in Moab abbrechen, da wir am Abend dann weiter in Richtung Bryce Canyon fahren wollten. Also den Planwagen mit unseren Utensilien gefuellt und die Toyotapferde angetrieben in Richtung Arches. Das erste bemerkenswerte Gebilde war der sogenannte Balanced Rock, ein Riesenstein, der auf einer sehr schmalen Auflageflaeche zu balancieren scheint.

Der obere Fels hat die Groesse von etwa drei grossen Bussen, also schon nicht schlecht. Doch was ist das? Ploetzlich ein Knirschen und Knarzen im Hintergrund mit markerschuetternden Geraeuschen. Sollte dieses Highlight des Parks ein schnelles Ende erleben? Das konnten wir natuerlich nicht tatenlos geschehen lassen, dazu ist es viel zu aussergewoehnlich. Daher schluepfte Uta in Sekundenschnelle in den rot-weissen Super-Uti Dress und schwebte in Lichtgeschwindigkeit an den Fels, um diesen wieder in die Ausgangssituation zurueckzuschieben und dieses tolle Objekt auch fuer die tausende Besucher nach uns zu erhalten.

Puh, geschafft! Das ist ja gerade nochmals gut gegangen. Damit hatten wir unser Pfadfindersoll fuer diesen Tag (‘Jeden Tag eine gute Tat’) auch mehr als erfuellt, so dass wir nun sehr relaxed das Arches-Phaenomen weiter erkunden konnten. Es gibt hier mehr als 2000 Arches, die wir natuerlich nicht alle aufsuchen konnten. Na wer weiss den Unterschied noch zwischen einer Bridge und einer Arch? Wer es nicht weiss, der muss jetzt nachsitzen und den ganzen Blog der Sommerreise nochmals lesen :-) . Wir waren auch nicht faul und haben uns fuer euch in aufopferungsvoller Manier die wichtigsten Arches, die sogenannten ‘Must-See’ angeschaut. Ein sehr interessantes Gebilde ist die ‘North and South Window’ Arch. Es hat etwas von den ‘Eyes of Buddha’, die man in Nepal an den heiligen Tempeln und Stupas sehen kann.

Wie man auf den Bilder sehr gut erkennen kann, gab es fuer den ambitionierten Sonnenanbeter genug Futter. Die Wanderungen zu den einzelnen Arches waren ohne entsprechende Wasserration kaum zu machen, aber das wussten wir ja bereits. Das naechste Highlight bot sich in Form der Double Arch, die wohl einen Krebs als Vorlage hatte. Es wirkt, als wuerden zwei zu Stein gewordene Krebsarme Ausschau nach neuem Futter halten.

Es ist schon sehr interessant, welche Formen die Natur in Jahrtausenden so hervorbringt. Nach einigen Arches machten wir eine etwas laengere Wanderung in den Devil’s Garden, ein vielversprechender Name. Durch Erosion haben sich hier viele beeindruckende Gebilde in verschiedensten Rot- und Beigetoenen gebildet. Man kommt hier durch tunnelartige Gebilde und sieht viele weitere Arches. Wir wollten auch den Double-O Arch sehen und fanden hier einen sehr abwechslungsreichen Trail, der mal quer ueber Felsen, dann wieder hoch hinauf an einem Felskamm fuehrte und immer wieder ’spectacular views’ wie die Amerikaner sagen, freigab.

Die Wanderung ist sehr empfehlenswert und spannend, nur der eigentliche Hoehepunkt sollte der Double-O Arch sein, der der Bezeichnung eines Hoehepunktes jedoch nicht standhaelt. Also wie Konfuzius schon sagte, ‘der Weg ist das Ziel’ kann man sich hier auf eine Wanderung mit tollen Ausblicken begeben, aber sollte nicht auf die Arch fokussiert sein. Die wohl meistfotografierteste und auch schoenste ist die Delicate Arch, wie der Name schon vermuten laesst. Sie ist nicht die hoechste oder laengste oder hat irgendwelche anderen heraushebenden Attribute, sondern ist einfach nur schoen. Wie auch im realen Leben. Sie hat es damit auch geschafft zum Symbol des Staates Utah zu werden und ist auf den Nummernschildern oder Briefmarken zu entdecken.

Nach diesen tollen Bildern fuhren wir wieder zum Ausgang des Nationalparks und wurden noch durch tolle Felsgebilde im weichen Abendlicht beschenkt. Hier koennte der ambitionierte Fotograf wohl tausende Bilder machen, hingerissen von weichen Rot- und Brauntoenen und sich im Licht veraendernden Skulpturen.

So nun aber schnell in Richtung Bryce Canyon, unserem naechsten Zielpunkt. Bis bald!

Canyonlands ‘Island in the Sky’ – Arches, Schluchten und coole Harleys (Sommerreise Teil 7)

August 21, 2008

Nach dem tollen Ausflug in das Needles Gebiet sind wir heute in das ‘Island in the Sky’ gefahren, was ebenfalls zu dem Canyonlands National Park gehoert. Der Name klang ja sehr vielversprechend, daher ein klares ‘Must See’ fuer uns. Nach kurzer Fahrt (wir campten ja in Moab) bot sich uns schon das erste Highlight. Die sogenannte Mesa Arch, die wie ein Bilderrahmen die sich nach hinten weitraeumig oeffnende Landschaft umrahmt. Bestimmt wurde dies schon auf einige Millionen Bilder gebannt, da wollten wir natuerlich auf keinen Fall hinten anstehen.

Nun wird sich der fleissige Leser unseres Blogs fragen: ‘Moment mal, warum heisst denn diese Bruecke nun Arch und nicht Bridge? Habe ich da was verpasst und muss nun den naechsten Pisatest mit schlotternden Knien fuerchten?’ Das Internet soll ja unterhalten und bilden, daher werden wir dies auch in unserem Blog tun, daher immer eifrig und regelmaessig lesen. Geologisch gesehen gehoeren die Bridges zu der Gruppe der Arches (Ah ja???). Die Arches entstanden hauptsaechlich durch Erosion und Wind, wobei die Bridges durch die Einwirkung von Wasser entstanden (Gut, dass wir dies nun gelernt haben :-) ). Aber das ist ja auch schon einige tausend Jahre her, kein Wunder, dass hier die Erinnerung sich etwas eingetruebt hat.

Nach diesem tollen Bild machten wir uns geruestet mit Rucksack und Wasser auf, die Schoenheit dieses Landstriches naeher zu erkunden. Es war immer noch wirklich sehr heiss, so dass eine entsprechende Wasserration fuer jeden noch so kleinen Ausflug unbedingt notwendig war. Was ebenfalls bemerkenswert ist, dass man das Gefuehl hat, dass der Himmel irgendwie viel hoeher ist (Nein, die Sonne hat keinen bleibenden Schaden hinterlassen…). Auch wirken die kleinen Wolken auf dem Himmel immer wie gemalt, ein wirklich einfacher Job fuer einen Postkartenfotograf. That’s America, everything is bigger (meistens jedenfalls).

Auf dem Weg zur naechsten Anhoehe konnten wir den beeindruckenden Blick auf eine Schluchtenlandschaft werfen, was die Hauptattraktion dieses Gebietes ist. ‘Island in the Sky’ ist eine Plattform, die etwa 400m tief liegt und in die sich dann nochmals ca. 350m tief eine Flusslandschaft von Green River und Colorado River eingefraest hat. Schwer zu beschreiben, manche sehen sicher Aehnlichkeiten zu Garzweiler II, aber irgendwie doch schoener, was bei diesem Vergleich nicht wirklich schwer ist. Vielleicht sind es die verschiedenen Rottoene, die alles in einem tollen Licht erscheinen lassen. Total klasse!

Das ganze mussten wir natuerlich noch von einem anderen Blickwinkel sehen, daher haben wir weder Weg, Hitze noch wilde Tiere gescheut nur um euch allen tolle Bilder zu liefern.

Diese Landschaft ist natuerlich wie geschaffen fuer Portaitfotos. Jeder kann sich dann nach eigenen Vorlieben an den Details sattsehen, die er gerne sehen mag: faszinierende Landschaft, huebsche Wolken, beeindruckende Schluchten, sonniges Wetter oder auch an einem Bild von uns. Also fuer jeden was dabei (hoffentlich :-) ).

Nach einem netten Abstecher zum Horseshoe, was ganz in der Naehe des ‘Island in the Sky’ liegt und eine Schlucht in Hufeisenform zeigt, fuhren wir wieder in unsere Wuestenstadt Moab zurueck, die stellenweise den Charme einer Westernstadt hat. Es ist eine sehr empfehlenswerte Location fuer Ausfluege in den wirklich tollen Canyonlands National Park.

Man bekommt hier auch das ‘real american way of life’ geboten, wie Harleyfahrer, die die Freiheit geniessen (keine Helmpflicht in Utah) und das typische Bild von Amerika gut transportieren. Harley Davidson holt sich sicher hier Inspirationen fuer neue Accessoires und coole Produkte.

Morgen geht es dann in das Arches Gebiet des Nationalparks. Also bis dahin nicht vergessen, was der Unterschied zwischen Arches und Bridges ist  :-) .

Bis bald!

Canyonlands Needles – Auch eine Steinwueste kann schoen sein! (Sommerreise Teil 6)

August 16, 2008

Am naechsten Morgen machten wir uns auf, den ersten Teil des Canyonlands National Parks zu entdecken, was den vielversprechenden Namen Needles hat. Der Canyonlands National Park befindet sich im Staat Utah, in der Naehe der Stadt Moab. Wir hatten hier in Moab einen Campingplatz gefunden, so dass wir einen optimalen Ausgangspunkt fuer die Erkundung hatten. Es war wieder einer dieser heissen Tage, aber was will man auch in der Steinwueste von Utah im Juli erwarten. Also selbst schuld, nicht jammern und los ins Abenteuer.

Wir fuhren in den suedoestlichen Teil des Canyonlands National Park, was als Needles bezeichnet wird, um uns diese vielsagenden Gesteinsformationen genauer anzusehen. Das Gebiet besteht aus weissen und roten Felsen, die die Form von Nadeln (daher der Name Needles) haben, aber man sieht auch viele Steine, die eher wie Pilze aussehen. Daher muesste das Gebiet eigentlich Needles & Mushrooms heissen, aber das ist jetzt wohl doch zu Deutsch oder vielleicht auch schon ein geschuetzter Songtitel :-) .

Kommt man den Pilzgebilden naeher, so kann man fast vermuten, dass diese jemand in einem Ueberschwang von Pilzfetischismus so gebaut hat. Vielleicht wollte er auch nur einen Kontrapunkt zu Fliegenpilzen schaffen, endlich mal Pilze mit weissem Kopf :-) Auf jeden Fall bestehen diese Pilze aus roten Stengeln mit einem weissen Hut, was schon ein lustiges Bild abgibt. Eine Maerchenstunde von ‘Gulliver’s Reisen’ oder ‘Das Leben einer Ameise’ haette hier besondere Realitatetsnaehe, da manche dieser Pilze einige Meter hoch sind.

Wir machten uns auf eine Wanderung, um diese Pilz- und Nadelkolonie genauer zu entdecken. Ausserdem ist die Gegend hier so beeindruckend durch den roten Sand und die Gesteinsformen, dass man dies nur zu Fuss in seiner vollen Pracht auf sich wirken lassen kann. Also die Wasservorraete aufgefuellt (es war hier immer noch ueber 35 Grad Tagestemperatur), Wanderschuhe an und losmarschieren. Wer jetzt denkt, man laeuft wie ein Pilz- und Nadelsammler durch die Gegend, der hat sich getaeuscht. Die Landschaft ist ziemlich abwechslungsreich, es gibt auch weite Flaechen, die der Vorstellung einer Steinwueste schon sehr nahe kommen. Das hat jedoch nicht zur Folge, dass dabei die gute Laune ausbleibt.

Weiter ging die Wanderung, auf und ab an riesigen Gesteinswaenden vorbei, dann wieder auf grosse Steinplatten mit freier Sicht, um dann wieder auf orangefarbenen Sandwegen weiter in Richtung steinernen Riesennadeln zu kommen. Es gab hierbei auch immer mal wieder kleine Schwierigkeiten zu ueberwinden, die bei Uta und Ecki den Sportsgeist im Fluge entfacht hatten. Wahrscheinlich waren das schon die Auswirkungen der nahenden olympischen Spielen oder doch vielleicht nur die extreme Sonne? Egal, aber auf jeden Fall war die neue Sportart des Felskrateruebersprungs schnell entdeckt und der erste Wettbewerb ausgerichtet. Leider gab es danach weder Medaillen noch eine Hymne. Auch Luzie konnte sich nicht dazu durchringen den vokalen Part einer musikalischen Zeremonie zu uebernehmen. Und das als Musiklehrer, aber es waren ja Ferien und auch kein IOC Verantwortlicher weit und breit…

Kaum war der Wettbewerb beendet, da wurde auch sofort das amtliche Endergebnis von den Sportlern angezweifelt (sehr unolympisch…). Leider brachte das Zielfoto auch nicht den Aufschluss, wer denn in Weite, Choreographie und Haltung die Bestnoten zu erhalten hatte und letztendlich den Sieg mit nach Hause nehmen konnte. Daher wurde schnell ein weiterer Wettbewerb in alter olympischer Tradition gestartet, der schon in Griechenland bei den ersten olympischen Spielen die Herzen der Zuschauer in Aufruhr versetzt hat. Dieser Wettkampf sollte die Entscheidung bringen.

Wie leicht zu erkennen ist, wurde das Ringen als Disziplin gewaehlt. Wer wuerde nun gewinnen, die pure Kraft von Ecki oder die Gewandheit und Schnelligkeit von Uta. Ueber weite Strecken war dieser Kampf sehr ausgeglichen, jedoch dann passierte etwas Unvorstellbares, voellig Undenkbares, aber es war trotzdem Realitatet. Der Ringrichter blies den Kampf wegen brechender Hitze ab und es blieb beim unentschieden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben :-) . So verliessen die Sportler nun die Arena, um die Wanderung fortzusetzen. Allle waren gluecklich dabei gewesen zu sein. Irgendwie doch sehr olympisch…

Nun ging es nach dieser Auflockerung umso ambitionierter weiter und wir kamen den Needles immer naeher. Die Wanderung in dem Needlesgebiet ist total empfehlenswert, sie hat eine ganz eigene Stimmung, die man nur sehr schwer in Worte fassen kann. Die Gesteinsformen, der rote Sand, die unterschiedlichen Landschaftsbilder, das sollte man auf jeden Fall per Pedes erkunden. Fuer denjenigen, der interessante Herausforderungen sucht, dem bietet das Gelaende so manche Betaetigungsmoeglichkeiten, wie wir bereits gesehen haben. Es gab auch noch weitere Disziplinen, die bisher NOCH nicht olympisch sind, die jedoch schon vorab hier trainiert werden koennen. Dazu zaehlt das Tandemfelskraterklettern ohne Hilfsmittel. Das ist sicher bereits schon ganz oben auf der Liste des IOC :-)

Wie ihr seht, es gibt unendliche Moeglichkeiten hier. Wie der Name schon sagt: USA das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten, man benoetigt nur etwas Phantasie und Ehrgeiz, dann klappt das schon. Wir machten uns nun auf den Heimflug zu unserem Zeltplatz, da es so langsam schon dunkel wurde. Also Motoren gestartet und abgehoben (was starke Sonne alles bewirken kann… :-) ):

Morgen geht es dann weiter in das naechste Gebiet. Also dranbleiben und guten Flug!

Bis bald!