Mit ‘Canyonlands National Park’ verschlagwortete Einträge

Canyonlands Arches – Super-Uti und schwebende Felsen (Sommerreise Teil 8)

September 2, 2008

Nun fehlt uns nur noch ein Bereich des tollen Canyonlands National Parks, naemlich das Gebiet Arches, was wohl das bekannteste von den dreien ist. Also das beste am Schluss? Das wollten wir herausfinden, aber bisher war jedes der beiden anderen Canyonlandsgebiete einfach toll und auf jeden Fall absolut sehenswert. Morgens mussten wir unsere Zelte in Moab abbrechen, da wir am Abend dann weiter in Richtung Bryce Canyon fahren wollten. Also den Planwagen mit unseren Utensilien gefuellt und die Toyotapferde angetrieben in Richtung Arches. Das erste bemerkenswerte Gebilde war der sogenannte Balanced Rock, ein Riesenstein, der auf einer sehr schmalen Auflageflaeche zu balancieren scheint.

Der obere Fels hat die Groesse von etwa drei grossen Bussen, also schon nicht schlecht. Doch was ist das? Ploetzlich ein Knirschen und Knarzen im Hintergrund mit markerschuetternden Geraeuschen. Sollte dieses Highlight des Parks ein schnelles Ende erleben? Das konnten wir natuerlich nicht tatenlos geschehen lassen, dazu ist es viel zu aussergewoehnlich. Daher schluepfte Uta in Sekundenschnelle in den rot-weissen Super-Uti Dress und schwebte in Lichtgeschwindigkeit an den Fels, um diesen wieder in die Ausgangssituation zurueckzuschieben und dieses tolle Objekt auch fuer die tausende Besucher nach uns zu erhalten.

Puh, geschafft! Das ist ja gerade nochmals gut gegangen. Damit hatten wir unser Pfadfindersoll fuer diesen Tag (‘Jeden Tag eine gute Tat’) auch mehr als erfuellt, so dass wir nun sehr relaxed das Arches-Phaenomen weiter erkunden konnten. Es gibt hier mehr als 2000 Arches, die wir natuerlich nicht alle aufsuchen konnten. Na wer weiss den Unterschied noch zwischen einer Bridge und einer Arch? Wer es nicht weiss, der muss jetzt nachsitzen und den ganzen Blog der Sommerreise nochmals lesen :-) . Wir waren auch nicht faul und haben uns fuer euch in aufopferungsvoller Manier die wichtigsten Arches, die sogenannten ‘Must-See’ angeschaut. Ein sehr interessantes Gebilde ist die ‘North and South Window’ Arch. Es hat etwas von den ‘Eyes of Buddha’, die man in Nepal an den heiligen Tempeln und Stupas sehen kann.

Wie man auf den Bilder sehr gut erkennen kann, gab es fuer den ambitionierten Sonnenanbeter genug Futter. Die Wanderungen zu den einzelnen Arches waren ohne entsprechende Wasserration kaum zu machen, aber das wussten wir ja bereits. Das naechste Highlight bot sich in Form der Double Arch, die wohl einen Krebs als Vorlage hatte. Es wirkt, als wuerden zwei zu Stein gewordene Krebsarme Ausschau nach neuem Futter halten.

Es ist schon sehr interessant, welche Formen die Natur in Jahrtausenden so hervorbringt. Nach einigen Arches machten wir eine etwas laengere Wanderung in den Devil’s Garden, ein vielversprechender Name. Durch Erosion haben sich hier viele beeindruckende Gebilde in verschiedensten Rot- und Beigetoenen gebildet. Man kommt hier durch tunnelartige Gebilde und sieht viele weitere Arches. Wir wollten auch den Double-O Arch sehen und fanden hier einen sehr abwechslungsreichen Trail, der mal quer ueber Felsen, dann wieder hoch hinauf an einem Felskamm fuehrte und immer wieder ’spectacular views’ wie die Amerikaner sagen, freigab.

Die Wanderung ist sehr empfehlenswert und spannend, nur der eigentliche Hoehepunkt sollte der Double-O Arch sein, der der Bezeichnung eines Hoehepunktes jedoch nicht standhaelt. Also wie Konfuzius schon sagte, ‘der Weg ist das Ziel’ kann man sich hier auf eine Wanderung mit tollen Ausblicken begeben, aber sollte nicht auf die Arch fokussiert sein. Die wohl meistfotografierteste und auch schoenste ist die Delicate Arch, wie der Name schon vermuten laesst. Sie ist nicht die hoechste oder laengste oder hat irgendwelche anderen heraushebenden Attribute, sondern ist einfach nur schoen. Wie auch im realen Leben. Sie hat es damit auch geschafft zum Symbol des Staates Utah zu werden und ist auf den Nummernschildern oder Briefmarken zu entdecken.

Nach diesen tollen Bildern fuhren wir wieder zum Ausgang des Nationalparks und wurden noch durch tolle Felsgebilde im weichen Abendlicht beschenkt. Hier koennte der ambitionierte Fotograf wohl tausende Bilder machen, hingerissen von weichen Rot- und Brauntoenen und sich im Licht veraendernden Skulpturen.

So nun aber schnell in Richtung Bryce Canyon, unserem naechsten Zielpunkt. Bis bald!

Canyonlands ‘Island in the Sky’ – Arches, Schluchten und coole Harleys (Sommerreise Teil 7)

August 21, 2008

Nach dem tollen Ausflug in das Needles Gebiet sind wir heute in das ‘Island in the Sky’ gefahren, was ebenfalls zu dem Canyonlands National Park gehoert. Der Name klang ja sehr vielversprechend, daher ein klares ‘Must See’ fuer uns. Nach kurzer Fahrt (wir campten ja in Moab) bot sich uns schon das erste Highlight. Die sogenannte Mesa Arch, die wie ein Bilderrahmen die sich nach hinten weitraeumig oeffnende Landschaft umrahmt. Bestimmt wurde dies schon auf einige Millionen Bilder gebannt, da wollten wir natuerlich auf keinen Fall hinten anstehen.

Nun wird sich der fleissige Leser unseres Blogs fragen: ‘Moment mal, warum heisst denn diese Bruecke nun Arch und nicht Bridge? Habe ich da was verpasst und muss nun den naechsten Pisatest mit schlotternden Knien fuerchten?’ Das Internet soll ja unterhalten und bilden, daher werden wir dies auch in unserem Blog tun, daher immer eifrig und regelmaessig lesen. Geologisch gesehen gehoeren die Bridges zu der Gruppe der Arches (Ah ja???). Die Arches entstanden hauptsaechlich durch Erosion und Wind, wobei die Bridges durch die Einwirkung von Wasser entstanden (Gut, dass wir dies nun gelernt haben :-) ). Aber das ist ja auch schon einige tausend Jahre her, kein Wunder, dass hier die Erinnerung sich etwas eingetruebt hat.

Nach diesem tollen Bild machten wir uns geruestet mit Rucksack und Wasser auf, die Schoenheit dieses Landstriches naeher zu erkunden. Es war immer noch wirklich sehr heiss, so dass eine entsprechende Wasserration fuer jeden noch so kleinen Ausflug unbedingt notwendig war. Was ebenfalls bemerkenswert ist, dass man das Gefuehl hat, dass der Himmel irgendwie viel hoeher ist (Nein, die Sonne hat keinen bleibenden Schaden hinterlassen…). Auch wirken die kleinen Wolken auf dem Himmel immer wie gemalt, ein wirklich einfacher Job fuer einen Postkartenfotograf. That’s America, everything is bigger (meistens jedenfalls).

Auf dem Weg zur naechsten Anhoehe konnten wir den beeindruckenden Blick auf eine Schluchtenlandschaft werfen, was die Hauptattraktion dieses Gebietes ist. ‘Island in the Sky’ ist eine Plattform, die etwa 400m tief liegt und in die sich dann nochmals ca. 350m tief eine Flusslandschaft von Green River und Colorado River eingefraest hat. Schwer zu beschreiben, manche sehen sicher Aehnlichkeiten zu Garzweiler II, aber irgendwie doch schoener, was bei diesem Vergleich nicht wirklich schwer ist. Vielleicht sind es die verschiedenen Rottoene, die alles in einem tollen Licht erscheinen lassen. Total klasse!

Das ganze mussten wir natuerlich noch von einem anderen Blickwinkel sehen, daher haben wir weder Weg, Hitze noch wilde Tiere gescheut nur um euch allen tolle Bilder zu liefern.

Diese Landschaft ist natuerlich wie geschaffen fuer Portaitfotos. Jeder kann sich dann nach eigenen Vorlieben an den Details sattsehen, die er gerne sehen mag: faszinierende Landschaft, huebsche Wolken, beeindruckende Schluchten, sonniges Wetter oder auch an einem Bild von uns. Also fuer jeden was dabei (hoffentlich :-) ).

Nach einem netten Abstecher zum Horseshoe, was ganz in der Naehe des ‘Island in the Sky’ liegt und eine Schlucht in Hufeisenform zeigt, fuhren wir wieder in unsere Wuestenstadt Moab zurueck, die stellenweise den Charme einer Westernstadt hat. Es ist eine sehr empfehlenswerte Location fuer Ausfluege in den wirklich tollen Canyonlands National Park.

Man bekommt hier auch das ‘real american way of life’ geboten, wie Harleyfahrer, die die Freiheit geniessen (keine Helmpflicht in Utah) und das typische Bild von Amerika gut transportieren. Harley Davidson holt sich sicher hier Inspirationen fuer neue Accessoires und coole Produkte.

Morgen geht es dann in das Arches Gebiet des Nationalparks. Also bis dahin nicht vergessen, was der Unterschied zwischen Arches und Bridges ist  :-) .

Bis bald!

Canyonlands Needles – Auch eine Steinwueste kann schoen sein! (Sommerreise Teil 6)

August 16, 2008

Am naechsten Morgen machten wir uns auf, den ersten Teil des Canyonlands National Parks zu entdecken, was den vielversprechenden Namen Needles hat. Der Canyonlands National Park befindet sich im Staat Utah, in der Naehe der Stadt Moab. Wir hatten hier in Moab einen Campingplatz gefunden, so dass wir einen optimalen Ausgangspunkt fuer die Erkundung hatten. Es war wieder einer dieser heissen Tage, aber was will man auch in der Steinwueste von Utah im Juli erwarten. Also selbst schuld, nicht jammern und los ins Abenteuer.

Wir fuhren in den suedoestlichen Teil des Canyonlands National Park, was als Needles bezeichnet wird, um uns diese vielsagenden Gesteinsformationen genauer anzusehen. Das Gebiet besteht aus weissen und roten Felsen, die die Form von Nadeln (daher der Name Needles) haben, aber man sieht auch viele Steine, die eher wie Pilze aussehen. Daher muesste das Gebiet eigentlich Needles & Mushrooms heissen, aber das ist jetzt wohl doch zu Deutsch oder vielleicht auch schon ein geschuetzter Songtitel :-) .

Kommt man den Pilzgebilden naeher, so kann man fast vermuten, dass diese jemand in einem Ueberschwang von Pilzfetischismus so gebaut hat. Vielleicht wollte er auch nur einen Kontrapunkt zu Fliegenpilzen schaffen, endlich mal Pilze mit weissem Kopf :-) Auf jeden Fall bestehen diese Pilze aus roten Stengeln mit einem weissen Hut, was schon ein lustiges Bild abgibt. Eine Maerchenstunde von ‘Gulliver’s Reisen’ oder ‘Das Leben einer Ameise’ haette hier besondere Realitatetsnaehe, da manche dieser Pilze einige Meter hoch sind.

Wir machten uns auf eine Wanderung, um diese Pilz- und Nadelkolonie genauer zu entdecken. Ausserdem ist die Gegend hier so beeindruckend durch den roten Sand und die Gesteinsformen, dass man dies nur zu Fuss in seiner vollen Pracht auf sich wirken lassen kann. Also die Wasservorraete aufgefuellt (es war hier immer noch ueber 35 Grad Tagestemperatur), Wanderschuhe an und losmarschieren. Wer jetzt denkt, man laeuft wie ein Pilz- und Nadelsammler durch die Gegend, der hat sich getaeuscht. Die Landschaft ist ziemlich abwechslungsreich, es gibt auch weite Flaechen, die der Vorstellung einer Steinwueste schon sehr nahe kommen. Das hat jedoch nicht zur Folge, dass dabei die gute Laune ausbleibt.

Weiter ging die Wanderung, auf und ab an riesigen Gesteinswaenden vorbei, dann wieder auf grosse Steinplatten mit freier Sicht, um dann wieder auf orangefarbenen Sandwegen weiter in Richtung steinernen Riesennadeln zu kommen. Es gab hierbei auch immer mal wieder kleine Schwierigkeiten zu ueberwinden, die bei Uta und Ecki den Sportsgeist im Fluge entfacht hatten. Wahrscheinlich waren das schon die Auswirkungen der nahenden olympischen Spielen oder doch vielleicht nur die extreme Sonne? Egal, aber auf jeden Fall war die neue Sportart des Felskrateruebersprungs schnell entdeckt und der erste Wettbewerb ausgerichtet. Leider gab es danach weder Medaillen noch eine Hymne. Auch Luzie konnte sich nicht dazu durchringen den vokalen Part einer musikalischen Zeremonie zu uebernehmen. Und das als Musiklehrer, aber es waren ja Ferien und auch kein IOC Verantwortlicher weit und breit…

Kaum war der Wettbewerb beendet, da wurde auch sofort das amtliche Endergebnis von den Sportlern angezweifelt (sehr unolympisch…). Leider brachte das Zielfoto auch nicht den Aufschluss, wer denn in Weite, Choreographie und Haltung die Bestnoten zu erhalten hatte und letztendlich den Sieg mit nach Hause nehmen konnte. Daher wurde schnell ein weiterer Wettbewerb in alter olympischer Tradition gestartet, der schon in Griechenland bei den ersten olympischen Spielen die Herzen der Zuschauer in Aufruhr versetzt hat. Dieser Wettkampf sollte die Entscheidung bringen.

Wie leicht zu erkennen ist, wurde das Ringen als Disziplin gewaehlt. Wer wuerde nun gewinnen, die pure Kraft von Ecki oder die Gewandheit und Schnelligkeit von Uta. Ueber weite Strecken war dieser Kampf sehr ausgeglichen, jedoch dann passierte etwas Unvorstellbares, voellig Undenkbares, aber es war trotzdem Realitatet. Der Ringrichter blies den Kampf wegen brechender Hitze ab und es blieb beim unentschieden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben :-) . So verliessen die Sportler nun die Arena, um die Wanderung fortzusetzen. Allle waren gluecklich dabei gewesen zu sein. Irgendwie doch sehr olympisch…

Nun ging es nach dieser Auflockerung umso ambitionierter weiter und wir kamen den Needles immer naeher. Die Wanderung in dem Needlesgebiet ist total empfehlenswert, sie hat eine ganz eigene Stimmung, die man nur sehr schwer in Worte fassen kann. Die Gesteinsformen, der rote Sand, die unterschiedlichen Landschaftsbilder, das sollte man auf jeden Fall per Pedes erkunden. Fuer denjenigen, der interessante Herausforderungen sucht, dem bietet das Gelaende so manche Betaetigungsmoeglichkeiten, wie wir bereits gesehen haben. Es gab auch noch weitere Disziplinen, die bisher NOCH nicht olympisch sind, die jedoch schon vorab hier trainiert werden koennen. Dazu zaehlt das Tandemfelskraterklettern ohne Hilfsmittel. Das ist sicher bereits schon ganz oben auf der Liste des IOC :-)

Wie ihr seht, es gibt unendliche Moeglichkeiten hier. Wie der Name schon sagt: USA das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten, man benoetigt nur etwas Phantasie und Ehrgeiz, dann klappt das schon. Wir machten uns nun auf den Heimflug zu unserem Zeltplatz, da es so langsam schon dunkel wurde. Also Motoren gestartet und abgehoben (was starke Sonne alles bewirken kann… :-) ):

Morgen geht es dann weiter in das naechste Gebiet. Also dranbleiben und guten Flug!

Bis bald!