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Bryce Canyon – das rote Schloss in der Wueste (Sommerreise Teil 9)

September 5, 2008

Nach einer Uebernachtung im Hotel fuhren wir nun in Richtung Bryce Canyon National Park, wo wir unser Zelt auf einem Campingplatz in luftiger Hoehe weit ueber 2000m hoch aufschlugen. Der Bryce Canyon ist ein beliebtes Urlaubsziel der Amerikaner, da er atemberaubende und sehr ungewoehnliche Landschaftsbilder und Steinskulpturen zeigt. Auf dem Campingplatz angekommen bemerkten wir sehr schnell, dass wir mit unseren Zelten eher zu den minderbemittelten Outdoor-Urlaubern im Vergleich zu dem gewoehnlichen Amerikaner gehoeren. In Amerika gilt das Schlagwort ‘Big is beautiful’ was sich auch an den Wohnmobilen zeigt.

Vielfach haben diese Gefaehrte dann noch einen ausgewachsenen SUV als Anhaenger, um am Zielort ebenfalls mobil zu sein. Das ganze ist dann schon ein sehr interessantes Bild und wuerde wahrscheinlich dem normalen Tuev-Beamten mehr als Runzeln auf die Stirn zaubern. Man sieht auch sehr oft ausgewachsene Grossbusse als Reisemobil ausgebaut, die an beiden Seiten die Moeglichkeit haben, Erker auszufahren, um den Wohnraum dann nochmals zu verdoppeln. So manche 2 Zimmerwohnung hat damit weniger Platz zu bieten als diese Fahrzeuge. Nachdem wir den Campingplatz verlassen hatten, wartete der erste Aussichtspunkt auf den Bryce Canyon National Park auf uns. Sehr interessiert stiegen wir aus und liefen eine Anhoehe hoch, bisher war alles zwar huebsch, jedoch nicht ‘dramatic’, wie der Amerikaner sagen wuerde. Aber was wir dann sahen, uebertraf doch jede Erwartung:

Es ist wie eine eigene Welt, die Jahrtausende unter einer Muschelschale geschuetzt sich entwickeln konnte und sich nun in voller Schoenheit den Touristen praesentiert, die hier vor Ort kommen. Man kann einfach nur stehen, staunen und Formen, Farben und Licht auf sich wirken lassen. Es gibt hierbei Gesteinsgruppen, die jeweils einen ganz eigenen Charakter und Struktur haben, wie z.B. diese hier:

Ein Meer von erstarrten roten Wellen, eng gereiht und ein Kontrapunkt zu dem schlossartigen Gebilden auf der anderen Seite. Man kann den Bryce Canyon sehr gut mit einer sehr tollen Wanderung aus der Naehe sich anschauen und kann in die Welt der roten Tuerme komplett eintauchen. Es ist wie ein grosses rotes Schloss mit vielen Gaengen, was es zu erkunden gilt. Eine Art natuerliches in rot gehuelltes Neuschwanstein.

Man laeuft zuerst hinab in die Ebene des Canyon, was ueber einige steile serpentinenartige Wege sehr gut zu erreichen ist. Das erste Stueck ist sehr angenehm, da es fast komplett im Schatten liegt. Ist man unten angelangt, so ragen die Gesteinswaende meterhoch in Richtung Himmel. Es sind wie ueberdimensional hohe Gaenge in einem Irrgarten. Mit jedem dieser Gaenge veraendern sich Farben und Licht, alles eingehuellt in einen rotscheinenden angenehmen Schleier.

Im Inneren dieses Gebildes gibt es wieder weite Flaechen, die auch entsprechende Vegetation aufweisen. Die Wanderung wird dadurch sehr abwechslungsreich und bietet fuer jeden etwas. Da man doch einige Stunden in dem Canyon verbringt, ist es notwendig, genuegend Wasserreserven mitzunehmen, zumindestens wenn man im Sommer hier unterwegs ist. Wenn man das beruecksichtigt und ein Faible fuer solche Naturschoenheiten hat, dann ist es ein ganz grosses Erlebnis hier zu sein.

An jeder Ecke bietet sich ein anderer Blick und man weiss gar nicht, wo man ueberall hinschauen soll, um alles in sich aufzusaugen. Man kann auch Bilder entdecken, die man an anderer Stelle auch aehnlich schon gesehen hat, wie z.B. den Balanced Rock, den es hier gleich als Zwilling zu sehen gibt (ok etwas kleiner, aber dafuer sind es auch 2 :-) ).

Der Bryce Canyon war wirklich ein sehr toller Abschluss unserer kleinen Sommerreise und auch ein Highlight unter den tollen Dingen, die wir hier gesehen haben. Es hat uns total viel Spass gemacht und es war toll, dass wir diese Reise mit Luzi und Ecki machen konnten, die noch einige Wochen mehr unterwegs sein konnten, da sie ja ueber etwas mehr Urlaubstage verfuegen als es hier in USA gewoehnlich gibt (die hoechste Steigerung eines amerikanischen Urlaubskontos ist wohl das Ferienkontingent eines deutschen Lehrers angereichert mit den in Deutschland existierenden Feiertagen) .

Damit ist aber natuerlich das Abenteuer Kalifornien noch lange nicht zu Ende, es gibt hier noch sehr viel zu sehen und zu entdecken. Also dranbleiben, es wird auch naechste Woche wieder einen weiteren Bericht von uns hier geben. Wir tun doch (fast) alles fuer euch :-)

Bis bald!

Canyonlands Arches – Super-Uti und schwebende Felsen (Sommerreise Teil 8)

September 2, 2008

Nun fehlt uns nur noch ein Bereich des tollen Canyonlands National Parks, naemlich das Gebiet Arches, was wohl das bekannteste von den dreien ist. Also das beste am Schluss? Das wollten wir herausfinden, aber bisher war jedes der beiden anderen Canyonlandsgebiete einfach toll und auf jeden Fall absolut sehenswert. Morgens mussten wir unsere Zelte in Moab abbrechen, da wir am Abend dann weiter in Richtung Bryce Canyon fahren wollten. Also den Planwagen mit unseren Utensilien gefuellt und die Toyotapferde angetrieben in Richtung Arches. Das erste bemerkenswerte Gebilde war der sogenannte Balanced Rock, ein Riesenstein, der auf einer sehr schmalen Auflageflaeche zu balancieren scheint.

Der obere Fels hat die Groesse von etwa drei grossen Bussen, also schon nicht schlecht. Doch was ist das? Ploetzlich ein Knirschen und Knarzen im Hintergrund mit markerschuetternden Geraeuschen. Sollte dieses Highlight des Parks ein schnelles Ende erleben? Das konnten wir natuerlich nicht tatenlos geschehen lassen, dazu ist es viel zu aussergewoehnlich. Daher schluepfte Uta in Sekundenschnelle in den rot-weissen Super-Uti Dress und schwebte in Lichtgeschwindigkeit an den Fels, um diesen wieder in die Ausgangssituation zurueckzuschieben und dieses tolle Objekt auch fuer die tausende Besucher nach uns zu erhalten.

Puh, geschafft! Das ist ja gerade nochmals gut gegangen. Damit hatten wir unser Pfadfindersoll fuer diesen Tag (‘Jeden Tag eine gute Tat’) auch mehr als erfuellt, so dass wir nun sehr relaxed das Arches-Phaenomen weiter erkunden konnten. Es gibt hier mehr als 2000 Arches, die wir natuerlich nicht alle aufsuchen konnten. Na wer weiss den Unterschied noch zwischen einer Bridge und einer Arch? Wer es nicht weiss, der muss jetzt nachsitzen und den ganzen Blog der Sommerreise nochmals lesen :-) . Wir waren auch nicht faul und haben uns fuer euch in aufopferungsvoller Manier die wichtigsten Arches, die sogenannten ‘Must-See’ angeschaut. Ein sehr interessantes Gebilde ist die ‘North and South Window’ Arch. Es hat etwas von den ‘Eyes of Buddha’, die man in Nepal an den heiligen Tempeln und Stupas sehen kann.

Wie man auf den Bilder sehr gut erkennen kann, gab es fuer den ambitionierten Sonnenanbeter genug Futter. Die Wanderungen zu den einzelnen Arches waren ohne entsprechende Wasserration kaum zu machen, aber das wussten wir ja bereits. Das naechste Highlight bot sich in Form der Double Arch, die wohl einen Krebs als Vorlage hatte. Es wirkt, als wuerden zwei zu Stein gewordene Krebsarme Ausschau nach neuem Futter halten.

Es ist schon sehr interessant, welche Formen die Natur in Jahrtausenden so hervorbringt. Nach einigen Arches machten wir eine etwas laengere Wanderung in den Devil’s Garden, ein vielversprechender Name. Durch Erosion haben sich hier viele beeindruckende Gebilde in verschiedensten Rot- und Beigetoenen gebildet. Man kommt hier durch tunnelartige Gebilde und sieht viele weitere Arches. Wir wollten auch den Double-O Arch sehen und fanden hier einen sehr abwechslungsreichen Trail, der mal quer ueber Felsen, dann wieder hoch hinauf an einem Felskamm fuehrte und immer wieder ’spectacular views’ wie die Amerikaner sagen, freigab.

Die Wanderung ist sehr empfehlenswert und spannend, nur der eigentliche Hoehepunkt sollte der Double-O Arch sein, der der Bezeichnung eines Hoehepunktes jedoch nicht standhaelt. Also wie Konfuzius schon sagte, ‘der Weg ist das Ziel’ kann man sich hier auf eine Wanderung mit tollen Ausblicken begeben, aber sollte nicht auf die Arch fokussiert sein. Die wohl meistfotografierteste und auch schoenste ist die Delicate Arch, wie der Name schon vermuten laesst. Sie ist nicht die hoechste oder laengste oder hat irgendwelche anderen heraushebenden Attribute, sondern ist einfach nur schoen. Wie auch im realen Leben. Sie hat es damit auch geschafft zum Symbol des Staates Utah zu werden und ist auf den Nummernschildern oder Briefmarken zu entdecken.

Nach diesen tollen Bildern fuhren wir wieder zum Ausgang des Nationalparks und wurden noch durch tolle Felsgebilde im weichen Abendlicht beschenkt. Hier koennte der ambitionierte Fotograf wohl tausende Bilder machen, hingerissen von weichen Rot- und Brauntoenen und sich im Licht veraendernden Skulpturen.

So nun aber schnell in Richtung Bryce Canyon, unserem naechsten Zielpunkt. Bis bald!

Canyonlands ‘Island in the Sky’ – Arches, Schluchten und coole Harleys (Sommerreise Teil 7)

August 21, 2008

Nach dem tollen Ausflug in das Needles Gebiet sind wir heute in das ‘Island in the Sky’ gefahren, was ebenfalls zu dem Canyonlands National Park gehoert. Der Name klang ja sehr vielversprechend, daher ein klares ‘Must See’ fuer uns. Nach kurzer Fahrt (wir campten ja in Moab) bot sich uns schon das erste Highlight. Die sogenannte Mesa Arch, die wie ein Bilderrahmen die sich nach hinten weitraeumig oeffnende Landschaft umrahmt. Bestimmt wurde dies schon auf einige Millionen Bilder gebannt, da wollten wir natuerlich auf keinen Fall hinten anstehen.

Nun wird sich der fleissige Leser unseres Blogs fragen: ‘Moment mal, warum heisst denn diese Bruecke nun Arch und nicht Bridge? Habe ich da was verpasst und muss nun den naechsten Pisatest mit schlotternden Knien fuerchten?’ Das Internet soll ja unterhalten und bilden, daher werden wir dies auch in unserem Blog tun, daher immer eifrig und regelmaessig lesen. Geologisch gesehen gehoeren die Bridges zu der Gruppe der Arches (Ah ja???). Die Arches entstanden hauptsaechlich durch Erosion und Wind, wobei die Bridges durch die Einwirkung von Wasser entstanden (Gut, dass wir dies nun gelernt haben :-) ). Aber das ist ja auch schon einige tausend Jahre her, kein Wunder, dass hier die Erinnerung sich etwas eingetruebt hat.

Nach diesem tollen Bild machten wir uns geruestet mit Rucksack und Wasser auf, die Schoenheit dieses Landstriches naeher zu erkunden. Es war immer noch wirklich sehr heiss, so dass eine entsprechende Wasserration fuer jeden noch so kleinen Ausflug unbedingt notwendig war. Was ebenfalls bemerkenswert ist, dass man das Gefuehl hat, dass der Himmel irgendwie viel hoeher ist (Nein, die Sonne hat keinen bleibenden Schaden hinterlassen…). Auch wirken die kleinen Wolken auf dem Himmel immer wie gemalt, ein wirklich einfacher Job fuer einen Postkartenfotograf. That’s America, everything is bigger (meistens jedenfalls).

Auf dem Weg zur naechsten Anhoehe konnten wir den beeindruckenden Blick auf eine Schluchtenlandschaft werfen, was die Hauptattraktion dieses Gebietes ist. ‘Island in the Sky’ ist eine Plattform, die etwa 400m tief liegt und in die sich dann nochmals ca. 350m tief eine Flusslandschaft von Green River und Colorado River eingefraest hat. Schwer zu beschreiben, manche sehen sicher Aehnlichkeiten zu Garzweiler II, aber irgendwie doch schoener, was bei diesem Vergleich nicht wirklich schwer ist. Vielleicht sind es die verschiedenen Rottoene, die alles in einem tollen Licht erscheinen lassen. Total klasse!

Das ganze mussten wir natuerlich noch von einem anderen Blickwinkel sehen, daher haben wir weder Weg, Hitze noch wilde Tiere gescheut nur um euch allen tolle Bilder zu liefern.

Diese Landschaft ist natuerlich wie geschaffen fuer Portaitfotos. Jeder kann sich dann nach eigenen Vorlieben an den Details sattsehen, die er gerne sehen mag: faszinierende Landschaft, huebsche Wolken, beeindruckende Schluchten, sonniges Wetter oder auch an einem Bild von uns. Also fuer jeden was dabei (hoffentlich :-) ).

Nach einem netten Abstecher zum Horseshoe, was ganz in der Naehe des ‘Island in the Sky’ liegt und eine Schlucht in Hufeisenform zeigt, fuhren wir wieder in unsere Wuestenstadt Moab zurueck, die stellenweise den Charme einer Westernstadt hat. Es ist eine sehr empfehlenswerte Location fuer Ausfluege in den wirklich tollen Canyonlands National Park.

Man bekommt hier auch das ‘real american way of life’ geboten, wie Harleyfahrer, die die Freiheit geniessen (keine Helmpflicht in Utah) und das typische Bild von Amerika gut transportieren. Harley Davidson holt sich sicher hier Inspirationen fuer neue Accessoires und coole Produkte.

Morgen geht es dann in das Arches Gebiet des Nationalparks. Also bis dahin nicht vergessen, was der Unterschied zwischen Arches und Bridges ist  :-) .

Bis bald!

Canyonlands Needles – Auch eine Steinwueste kann schoen sein! (Sommerreise Teil 6)

August 16, 2008

Am naechsten Morgen machten wir uns auf, den ersten Teil des Canyonlands National Parks zu entdecken, was den vielversprechenden Namen Needles hat. Der Canyonlands National Park befindet sich im Staat Utah, in der Naehe der Stadt Moab. Wir hatten hier in Moab einen Campingplatz gefunden, so dass wir einen optimalen Ausgangspunkt fuer die Erkundung hatten. Es war wieder einer dieser heissen Tage, aber was will man auch in der Steinwueste von Utah im Juli erwarten. Also selbst schuld, nicht jammern und los ins Abenteuer.

Wir fuhren in den suedoestlichen Teil des Canyonlands National Park, was als Needles bezeichnet wird, um uns diese vielsagenden Gesteinsformationen genauer anzusehen. Das Gebiet besteht aus weissen und roten Felsen, die die Form von Nadeln (daher der Name Needles) haben, aber man sieht auch viele Steine, die eher wie Pilze aussehen. Daher muesste das Gebiet eigentlich Needles & Mushrooms heissen, aber das ist jetzt wohl doch zu Deutsch oder vielleicht auch schon ein geschuetzter Songtitel :-) .

Kommt man den Pilzgebilden naeher, so kann man fast vermuten, dass diese jemand in einem Ueberschwang von Pilzfetischismus so gebaut hat. Vielleicht wollte er auch nur einen Kontrapunkt zu Fliegenpilzen schaffen, endlich mal Pilze mit weissem Kopf :-) Auf jeden Fall bestehen diese Pilze aus roten Stengeln mit einem weissen Hut, was schon ein lustiges Bild abgibt. Eine Maerchenstunde von ‘Gulliver’s Reisen’ oder ‘Das Leben einer Ameise’ haette hier besondere Realitatetsnaehe, da manche dieser Pilze einige Meter hoch sind.

Wir machten uns auf eine Wanderung, um diese Pilz- und Nadelkolonie genauer zu entdecken. Ausserdem ist die Gegend hier so beeindruckend durch den roten Sand und die Gesteinsformen, dass man dies nur zu Fuss in seiner vollen Pracht auf sich wirken lassen kann. Also die Wasservorraete aufgefuellt (es war hier immer noch ueber 35 Grad Tagestemperatur), Wanderschuhe an und losmarschieren. Wer jetzt denkt, man laeuft wie ein Pilz- und Nadelsammler durch die Gegend, der hat sich getaeuscht. Die Landschaft ist ziemlich abwechslungsreich, es gibt auch weite Flaechen, die der Vorstellung einer Steinwueste schon sehr nahe kommen. Das hat jedoch nicht zur Folge, dass dabei die gute Laune ausbleibt.

Weiter ging die Wanderung, auf und ab an riesigen Gesteinswaenden vorbei, dann wieder auf grosse Steinplatten mit freier Sicht, um dann wieder auf orangefarbenen Sandwegen weiter in Richtung steinernen Riesennadeln zu kommen. Es gab hierbei auch immer mal wieder kleine Schwierigkeiten zu ueberwinden, die bei Uta und Ecki den Sportsgeist im Fluge entfacht hatten. Wahrscheinlich waren das schon die Auswirkungen der nahenden olympischen Spielen oder doch vielleicht nur die extreme Sonne? Egal, aber auf jeden Fall war die neue Sportart des Felskrateruebersprungs schnell entdeckt und der erste Wettbewerb ausgerichtet. Leider gab es danach weder Medaillen noch eine Hymne. Auch Luzie konnte sich nicht dazu durchringen den vokalen Part einer musikalischen Zeremonie zu uebernehmen. Und das als Musiklehrer, aber es waren ja Ferien und auch kein IOC Verantwortlicher weit und breit…

Kaum war der Wettbewerb beendet, da wurde auch sofort das amtliche Endergebnis von den Sportlern angezweifelt (sehr unolympisch…). Leider brachte das Zielfoto auch nicht den Aufschluss, wer denn in Weite, Choreographie und Haltung die Bestnoten zu erhalten hatte und letztendlich den Sieg mit nach Hause nehmen konnte. Daher wurde schnell ein weiterer Wettbewerb in alter olympischer Tradition gestartet, der schon in Griechenland bei den ersten olympischen Spielen die Herzen der Zuschauer in Aufruhr versetzt hat. Dieser Wettkampf sollte die Entscheidung bringen.

Wie leicht zu erkennen ist, wurde das Ringen als Disziplin gewaehlt. Wer wuerde nun gewinnen, die pure Kraft von Ecki oder die Gewandheit und Schnelligkeit von Uta. Ueber weite Strecken war dieser Kampf sehr ausgeglichen, jedoch dann passierte etwas Unvorstellbares, voellig Undenkbares, aber es war trotzdem Realitatet. Der Ringrichter blies den Kampf wegen brechender Hitze ab und es blieb beim unentschieden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben :-) . So verliessen die Sportler nun die Arena, um die Wanderung fortzusetzen. Allle waren gluecklich dabei gewesen zu sein. Irgendwie doch sehr olympisch…

Nun ging es nach dieser Auflockerung umso ambitionierter weiter und wir kamen den Needles immer naeher. Die Wanderung in dem Needlesgebiet ist total empfehlenswert, sie hat eine ganz eigene Stimmung, die man nur sehr schwer in Worte fassen kann. Die Gesteinsformen, der rote Sand, die unterschiedlichen Landschaftsbilder, das sollte man auf jeden Fall per Pedes erkunden. Fuer denjenigen, der interessante Herausforderungen sucht, dem bietet das Gelaende so manche Betaetigungsmoeglichkeiten, wie wir bereits gesehen haben. Es gab auch noch weitere Disziplinen, die bisher NOCH nicht olympisch sind, die jedoch schon vorab hier trainiert werden koennen. Dazu zaehlt das Tandemfelskraterklettern ohne Hilfsmittel. Das ist sicher bereits schon ganz oben auf der Liste des IOC :-)

Wie ihr seht, es gibt unendliche Moeglichkeiten hier. Wie der Name schon sagt: USA das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten, man benoetigt nur etwas Phantasie und Ehrgeiz, dann klappt das schon. Wir machten uns nun auf den Heimflug zu unserem Zeltplatz, da es so langsam schon dunkel wurde. Also Motoren gestartet und abgehoben (was starke Sonne alles bewirken kann… :-) ):

Morgen geht es dann weiter in das naechste Gebiet. Also dranbleiben und guten Flug!

Bis bald!

Lake Powell – oder ich baue mir einen See in der Wueste (Sommerreise Teil 3)

Juli 25, 2008

Nachdem wir am Grand Canyon unsere Zelte abgebrochen hatten, ging es nun weiter in Richtung Lake Powell. Lake Powell ist der zweitgroesste von Menschen errichtete See in den USA. Es wurde ein 255 Meter hoher Staudamm am Colorado River gebaut, der heute auch zur Stromerzeugung benutzt wird. Der See wurde dann ueber 17 Jahre aufgefuellt und hat heute ca. 30 km^3 an Wasserreserven. Gigantisch!

Seit dem Bau des Staudamms gibt es direkt am See auch eine Stadt namens Page, nahe der wir einen Campingplatz aufsuchten. Es ist jederzeit spuerbar, dass hier frueher reines Wuestengebiet war, da die Temperaturen genau diesen Vorstellungen entsprechen (zumindestens im Juli). Der Campingplatz lag etwas von dem See entfernt, so dass die Hoffnung auf ein kuehles Seelueftchen schnell begraben werden musste. Auch hatte der Campingplatz das kleine Manko, dass er nur wenig Baeume bieten konnte, die etwas Schatten spenden sollten. Aber wer erwartet denn schon Baeume in einer Wueste… Uta und Ecki verbrachten eine halbe Stunde damit, einen geeigneten Platz fuer die Zelte auszuwaehlen, was nicht ganz einfach war. „Der Platz hier hat zu wenig Schatten, dieser hier liegt zu nah am Wasserhahn, dieser ist zu nah an der Strasse, hier hat es bestimmt Ameisen, dieser ist zu schraeg, hier knallt die Sonne ab 6 Uhr aufs Zelt… also alles andere als einfach. Aber irgendwann wurde dann doch gemeinschaftlich ein Platz (mit Baeumen!) ausgewaehlt und der Zeltbau bei fast 40 Grad begonnen. Kaum hatten wir die Zelte aufgestellt, kam ein Auto mit 3 Maedels, die uns mitteilten, dass sie von der Campingplatz Rezeption genau diesen Platz zugewiesen bekommen hatten. Wir konnten sie jedoch schnell davon ueberzeugen, dass dies wohl ein Versehen war und verwiesen sie auf den naechstbesten Platz, was sie auch mehr oder weniger schnell annahmen. Puh, das ging gerade nochmal gut, denn keiner hatte auch nur die geringste Lust n dieser Hitze die gerade aufgestellten Zelte wieder umzuziehen. Die Nacht wurde leider bei Christian von einem technischen Defekt seiner sauteueren, hochtechnisierten Luxussupermatte von Mammut getruebt (ja liebe Marketingabteilung von Mammut, die Matte ist totaler Murks!!!!). Es gab einen lauten Knall und damit loeste sich eines der inneren Rueckhaltebaender in dieser Luftmatratze auf, was die Form zuerst leicht veraenderte. Nach und nach fanden dieses Geraeusch die umliegenden inneren Rueckhaltebaender so klasse, dass sie im Chor anstimmten, was jezt doch die Form der Matratze sehr in Mitleidenschaft zog. Die Matratze glich nach kurzer Zeit einer schwangeren Frau. Eine Form, die ein Schlaf darauf nur sehr eingeschraenkt zum wahren Genuss macht. Dies war schon innerhalb weniger Monate die zweite Matte, die diesen Schwangerschaftstod starb. Also alles raus, was der Koffer so an weichen Kleidungsstuecken in einem Sommerulaub in der Wueste hergibt und daraus ein Bett gebaut. ihr koennt euch vorstellen, dass hier einiges an Improvisierungstalent gefordert war. Da Uta leicht friert, konnte ihr Kofferinhalt nun auch mir gute Dienste leisten….

Am naechsten Morgen hatten wir uns ein besonderes Schmankerl vorgenommen. Wir besuchten den ersten der zwei Antelope Canyon. Dieser Canyon ist bekannt fuer sein Lichtspiel im inneren und liegt inmitten des Navajo-Indianergebietes nahe der Stadt Page. Man wird mit einem sandwuestentauglichen Transporter an den Eingang gefahren, um dann in den Canyon abzusteigen. Der Einstieg erfolgt ueber einen sehr schmalen Gang, was die erste Selektion vor allem fuer so manchen Amerikaner darstellt. Der Canyon wurde durch Wassermassen in den roten Sandstein gefraest. Waehrend des Monsunregens wird der Canyon auch sehr oft mit Wassermassen geflutet. Hin und wieder laesst eine Oeffnung das Tageslicht sanft in den Canyon fliessen, was eine tolle Athmosphaere in dem Canyon schafft.

 

Es gibt den Lower und den Upper Antelope Canyon. Beide sind sehenswert und wer ein Faible fuer Fotografie hat, wird sich hier wie im Paradies fuehlen. Rot in allen Toenen, weiche Sandsteinformen mit verschiedenem Lichteinfall, ein Eldorado fuer das Auge! Wem es in der Sonne nur zu heiss ist, findet diesen Canyon auch ziemlich klasse, da er erheblich kuehler ist als die Aussentemperatur. Also fuer jeden etwas. Es geht ueber Leitern auf und ab in dem Canyon, manchmal ist er mehrere Meter breit, dann wieder muss man sich zwischen 2 Sandsteinwaenden durchquetschen. Aber immer wird an der naechsten Rundung ein neues Bild und neue Lichtverhaeltnisse geboten. Vor allem der weniger touristische Lower Antelope Canyon bietet einige steile Leitern und Bruecken aus Stahlschienen, was den Abenteuergrad etwas erhoeht. Welcher Canyon ist schoener? Schwer zu sagen, einfach beide besuchen, wenn ihr Zeit dafuer habt. Fuer jeden muesst ihr etwa 1 – 1,5 h einrechen, aber das Licht in beiden Canyons werdet ihr so schnell nicht vergessen. Total empfehlenswert!

Ueber eine Metallleiter kommt man wieder aus dem geheimnisumwitterten Canyon nach oben heraus. Mit jeder Stufe nimmt die Temperatur einige Grad zu, es ist wie ein langsamer Gang zurueck in einen ueberdimensionalen Backofen. Steht man dann oben auf dem Canyon ist das Wuestenfeeling sofort wieder zurueck. Umgeben von einer gnadenlosen Hitze inmitten einer kargen Steinwueste, man fuehlt sich wie erschlagen (zu sehen am Gang und Gesichtsausdruck von Ecki im naechsten Bild :-) ). Steht man hier, kann man sich vorstellen, wie hart das Leben der Indianer hier im Sommer war. Die Bilder der Karl-May Filme bekommen hier eine ganz neue Perspektive sowie einen Hauch von Realismus (auch wenn diese Filme irgendwo ganz anders gedreht wurden).

Nun aber genug der Canyons fuer heute und zuruck zum See. Dieses kuenstlich geschaffene Nass innerhalb dieser Wueste ist an einem solchen Tag fast unbezahlbar. Wir haben uns eine huebsche Bucht gesucht, was an diesem tollen See nicht allzu schwierig ist. Bewaffnet mit Sonnenbrille, Hut, Sonnencreme (auf keinen Fall vergessen!) und dem besonderen Dessert einer Wassermelone sind wir ein Stueck zu der Bucht hinuntergewandert. Die Melone durfte sich dann auch im See abkuehlen, was sie auch dringend noetig hatte. 

Nachdem wir schweren Herzens nach einigen Stunden den See verlassen mussten, die Sonne forderte trotz der Abkuehlung im Wasser ihren Tribut , machten wir uns auf den Heimweg Richtung Campingplatz. Wir wurden zusaetzlich mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt, alles wurde in einen weichen romantischen roten Farbschleier gehuellt, was will man mehr. Im unteren Bild seht ihr nicht das Laecheln der Sonne, sondern Uta die den Sonnenuntergang geniesst. Also irgendwie doch vergleichbar mit einer strahlenden Sonne :-)

Morgen geht es dann weiter in Richtung Monument Valley, aber davon mehr in Kuerze.

Bis bald!

Grand Canyon – oder steter Tropfen … (Sommerreise Teil 2)

Juli 18, 2008

Nachdem wir nach einem kurzen Schlaf in unserer Luxussuite in Las Vegas wieder erwacht waren, machten wir uns auf, diese kuenstliche Wuestenstadt gegen die erste Naturschoenheit einzutauschen. Das Ziel war der Grand Canyon National Park in Arizona. Der Grand Canyon wurde innerhalb von 17 Millionen Jahren durch den Colorado River zu dem, was er heute ist (also muss sich keiner alt fuehlen, was sind schon ein paar Jahrzehnte gegen 17 Millionen Jahre). Der Grand Canyon ist ueber 450 km lang und an der tiefsten Stelle 1,6 km hoch (oder tief?), auf jeden Fall ein beeindruckender Krater. Hier kann man sehr gut sehen, was ein steter Tropfen in Millionen Jahren anrichten kann. Ok, es war nicht nur ein Tropfen, sondern gleich ein ganzer Fluss, aber das Ergebnis ist gewaltig :-)

Wir fuhren an den North Rim, der weniger touristisch als der South Rim ist, was aufgrund der anbrechenden Urlaubszeit ein guter Entschluss war. Der North Rim liegt auf etwa 2450 m, wovon man einen tollen Blick auf den Grand Canyon hat. Es lohnt sich am Bright Angel Point einen Halt zu machen. Es gibt hier die Grand Canyon Lodge, die einen genialen Blick ueber den Grand Canyon freigibt. Man kann hier auf der Terasse sitzen, einen Kaffee (naja den typischen amerikanischen Kaffee leider nur, kein Starbucks Coffeeshop weit und breit, aber wir sind ja im Urlaub, da stoert das GAR NICHT!!!) schluerfen und den Blick in die Tiefe schweifen lassen. Des weiteren hat es einige huebsche Aussichtspunkte, die von hier erreichbar sind und neue Perspektiven dieses Naturschauspiels zeigen.

Der Angel Point ist von dieser Lodge ueber einen kleinen Wanderweg von weniger als 1 km zu erreichen. Links und rechts kann man auf die roten Steinsmassen des Canyon hinabblicken. Die Hoehenluft auf fast 2500m verbunden mit den tiefen Kraterblicken hat auch auf jeden andere Auswirkungen. Die einen laufen auf allen vieren ueber die Wege, um nur nicht abzurutschen und genuegend Sauerstoff abzubekommen, die anderen haben einen Tunnelblick auf den Wanderweg und konzentrieren sich auf die 1m vor ihnen, um nur nicht in die Tiefe zu sehen. Und dann gibt es noch eine ganz besondere Gattung, die in dieser Hoehe zu Akrobatikkunstueckchen vor dem Abgrund sich hingezogen fuehlen :-)

Tja, ihr seht, es wird hier fuer jeden was geboten. Nachdem wir nun genug in die Tiefe gestarrt hatten, war es an der Zeit einen Campingplatz zu finden, die Zeit der aegyptischen Luxushotels war vorueber, es war jetzt Outdoor angesagt. Wir hatten auch bald was passendes gefunden und unsere 2 Zelte aufgestellt. Der Kocher und die anderen Utensilien waren auch schnell an Ort und Stelle installiert, so dass nun hoechste Zeit fuer ein erfrischendes Corona war (ok, so kuehl war es dann leider im Auto auch nicht mehr, dafuer hat es beim Oeffenen mehr geschaeumt). Wir kochten Nudeln mit Sosse, ein wirkliches Kontrastprogramm zum Essen in Las Vegas. Leider hatten wir kein Sieb zum Abschuetten und es kam wie es in einem schlechten Film kommen musste. Die Haelfte der Nudeln landete beim Abschuetten aus dem Topf ueber den Deckel mit einem Rutsch auf dem Boden, was zu einer Nudelabspuelaktion gefuehrt hat, auf die wirklich gar keiner Lust hatte. Aber was hilfts, es knirscht ein bischen beim Essen, aber ein guter Koch macht ja mit der Sosse alles wett. Sagt man zumindestens….

Am naechsten morgen war dann eine Wanderung hinunter in die Grand Canyon Schlucht auf dem Programm. Es war trotz der Hoehe immer noch sehr heiss. Wir machten uns nun wie eine Gruppe Goldgraeber auf der Suche nach ihrem Glueck auf den Weg. Es wurde auf mehreren Warnschildern darauf hingewiesen, dass man auf jeden Fall genuegend Wasser mitnehmen soll und auch den Rueckweg mit 2/3 der Zeit einkalkulieren muss. Denn bei dieser Wanderung laeuft man erst hinunter und dann den gleichen Weg wieder zurueck, nur diesmal zur Entspannung dann bergauf. Also entsprechend ausgeruestet mit Trinkrucksack, Sonnenbrille, Muetze und Wanderstoecken ging es los. Wir hatten auch tunlichst darauf geachtet, dass jeder von uns komplett andere Farben trug, man muss ja trotz allem Outdoor ein bischen auf Stil achten :-)

Der Weg schraubte sich serpentinenartig hinuter in Richtung Tal, durch steinerne Tunnels und vorbei an roten Gesteinsriesen. Es war gut, dass immer wieder die Sonne und Schatten sich abwechselten. In gewissen Zeitabstaenden musste man sich ganz eng an den Wegesrand druecken, da eine Gruppe von Moechtegerncowboys auf Maulpferden den Weg nach unten (und dann wieder nach oben) antraten. Faules Pack! Die Anfuehrer dieser Gruppen achteten tunlichst darauf, dass alle Wanderer fuer die Tiere gut sichtbar waren und sich keines erschreckt, da es wohl schon vorgekommen ist, dass bei einem Schreck das Tier eine recht ungesunde Abkuerzung mitsamt dem Reiter nach unten genommen hat. Da hilft dann auch der beste Cowboyhut nur noch sehr bedingt…

In den tieferen Ebenen dominiert dann immer mehr der rote Stein, der der ganzen Landschaft eine besondere Note gibt. Wir wurden auf unserem Weg nach unten auch noch von einem kurzen Abkuehlregen bedacht, man versuchte wirklich uns alles zu bieten. Dies hatte den Vorteil, dass es kurzfristig nicht ganz so heiss war. Nach einer kurzen Pause ging es dann den Weg wieder hoch, zurueck zum Ausgangspunkt.

Noch ein letztes Bild vom Canyon und unsere Reisegruppe konnte sich mit einem Servus in Richtung Campingplatz verabschieden. Nein, wir kochten an diesem Abend keinen Nudeln, sondern Reis. Das geht fast immer gut! Morgen machen wir uns dann auf den Weg zum Lake Powell, ein grosser See inmitten der Steinwueste zwischen Arizona und Utah. Also freut euch auf Uta in Utah! Natuerlich auch auf den Rest des Urlaubstrupps.

Bis bald!