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Canyonlands Needles – Auch eine Steinwueste kann schoen sein! (Sommerreise Teil 6)

August 16, 2008

Am naechsten Morgen machten wir uns auf, den ersten Teil des Canyonlands National Parks zu entdecken, was den vielversprechenden Namen Needles hat. Der Canyonlands National Park befindet sich im Staat Utah, in der Naehe der Stadt Moab. Wir hatten hier in Moab einen Campingplatz gefunden, so dass wir einen optimalen Ausgangspunkt fuer die Erkundung hatten. Es war wieder einer dieser heissen Tage, aber was will man auch in der Steinwueste von Utah im Juli erwarten. Also selbst schuld, nicht jammern und los ins Abenteuer.

Wir fuhren in den suedoestlichen Teil des Canyonlands National Park, was als Needles bezeichnet wird, um uns diese vielsagenden Gesteinsformationen genauer anzusehen. Das Gebiet besteht aus weissen und roten Felsen, die die Form von Nadeln (daher der Name Needles) haben, aber man sieht auch viele Steine, die eher wie Pilze aussehen. Daher muesste das Gebiet eigentlich Needles & Mushrooms heissen, aber das ist jetzt wohl doch zu Deutsch oder vielleicht auch schon ein geschuetzter Songtitel :-) .

Kommt man den Pilzgebilden naeher, so kann man fast vermuten, dass diese jemand in einem Ueberschwang von Pilzfetischismus so gebaut hat. Vielleicht wollte er auch nur einen Kontrapunkt zu Fliegenpilzen schaffen, endlich mal Pilze mit weissem Kopf :-) Auf jeden Fall bestehen diese Pilze aus roten Stengeln mit einem weissen Hut, was schon ein lustiges Bild abgibt. Eine Maerchenstunde von ‘Gulliver’s Reisen’ oder ‘Das Leben einer Ameise’ haette hier besondere Realitatetsnaehe, da manche dieser Pilze einige Meter hoch sind.

Wir machten uns auf eine Wanderung, um diese Pilz- und Nadelkolonie genauer zu entdecken. Ausserdem ist die Gegend hier so beeindruckend durch den roten Sand und die Gesteinsformen, dass man dies nur zu Fuss in seiner vollen Pracht auf sich wirken lassen kann. Also die Wasservorraete aufgefuellt (es war hier immer noch ueber 35 Grad Tagestemperatur), Wanderschuhe an und losmarschieren. Wer jetzt denkt, man laeuft wie ein Pilz- und Nadelsammler durch die Gegend, der hat sich getaeuscht. Die Landschaft ist ziemlich abwechslungsreich, es gibt auch weite Flaechen, die der Vorstellung einer Steinwueste schon sehr nahe kommen. Das hat jedoch nicht zur Folge, dass dabei die gute Laune ausbleibt.

Weiter ging die Wanderung, auf und ab an riesigen Gesteinswaenden vorbei, dann wieder auf grosse Steinplatten mit freier Sicht, um dann wieder auf orangefarbenen Sandwegen weiter in Richtung steinernen Riesennadeln zu kommen. Es gab hierbei auch immer mal wieder kleine Schwierigkeiten zu ueberwinden, die bei Uta und Ecki den Sportsgeist im Fluge entfacht hatten. Wahrscheinlich waren das schon die Auswirkungen der nahenden olympischen Spielen oder doch vielleicht nur die extreme Sonne? Egal, aber auf jeden Fall war die neue Sportart des Felskrateruebersprungs schnell entdeckt und der erste Wettbewerb ausgerichtet. Leider gab es danach weder Medaillen noch eine Hymne. Auch Luzie konnte sich nicht dazu durchringen den vokalen Part einer musikalischen Zeremonie zu uebernehmen. Und das als Musiklehrer, aber es waren ja Ferien und auch kein IOC Verantwortlicher weit und breit…

Kaum war der Wettbewerb beendet, da wurde auch sofort das amtliche Endergebnis von den Sportlern angezweifelt (sehr unolympisch…). Leider brachte das Zielfoto auch nicht den Aufschluss, wer denn in Weite, Choreographie und Haltung die Bestnoten zu erhalten hatte und letztendlich den Sieg mit nach Hause nehmen konnte. Daher wurde schnell ein weiterer Wettbewerb in alter olympischer Tradition gestartet, der schon in Griechenland bei den ersten olympischen Spielen die Herzen der Zuschauer in Aufruhr versetzt hat. Dieser Wettkampf sollte die Entscheidung bringen.

Wie leicht zu erkennen ist, wurde das Ringen als Disziplin gewaehlt. Wer wuerde nun gewinnen, die pure Kraft von Ecki oder die Gewandheit und Schnelligkeit von Uta. Ueber weite Strecken war dieser Kampf sehr ausgeglichen, jedoch dann passierte etwas Unvorstellbares, voellig Undenkbares, aber es war trotzdem Realitatet. Der Ringrichter blies den Kampf wegen brechender Hitze ab und es blieb beim unentschieden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben :-) . So verliessen die Sportler nun die Arena, um die Wanderung fortzusetzen. Allle waren gluecklich dabei gewesen zu sein. Irgendwie doch sehr olympisch…

Nun ging es nach dieser Auflockerung umso ambitionierter weiter und wir kamen den Needles immer naeher. Die Wanderung in dem Needlesgebiet ist total empfehlenswert, sie hat eine ganz eigene Stimmung, die man nur sehr schwer in Worte fassen kann. Die Gesteinsformen, der rote Sand, die unterschiedlichen Landschaftsbilder, das sollte man auf jeden Fall per Pedes erkunden. Fuer denjenigen, der interessante Herausforderungen sucht, dem bietet das Gelaende so manche Betaetigungsmoeglichkeiten, wie wir bereits gesehen haben. Es gab auch noch weitere Disziplinen, die bisher NOCH nicht olympisch sind, die jedoch schon vorab hier trainiert werden koennen. Dazu zaehlt das Tandemfelskraterklettern ohne Hilfsmittel. Das ist sicher bereits schon ganz oben auf der Liste des IOC :-)

Wie ihr seht, es gibt unendliche Moeglichkeiten hier. Wie der Name schon sagt: USA das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten, man benoetigt nur etwas Phantasie und Ehrgeiz, dann klappt das schon. Wir machten uns nun auf den Heimflug zu unserem Zeltplatz, da es so langsam schon dunkel wurde. Also Motoren gestartet und abgehoben (was starke Sonne alles bewirken kann… :-) ):

Morgen geht es dann weiter in das naechste Gebiet. Also dranbleiben und guten Flug!

Bis bald!