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Weihnachten in Redwood City – Orangenernte, platter Nikolaus & Schneemaenner auf Harleys

Dezember 24, 2008

Wir haben uns entschlossen, Weihnachten dieses Jahr in USA zu verbringen. Einmal muss man es ja erleben, was hier in USA so unter Weihnachten verstanden wird. Und wie ist es, werden einige nun ungeduldig fragen. Zuerst einmal ist das Wetter etwas anders als in Deutschland. Entweder es regnet den ganzen Tag (ok, das kennen wir auch aus Deutschland) oder man kann  im Dezember noch mit T-Shirt und kurzen Hosen im Garten liegen. Das hat schon etwas, nicht unbedingt das bekannte Weihnachtsfeeling, aber trotzdem nicht ganz schlecht. Ich muss zugeben, dass eine schoene Schneelandschaft stimmungstechnisch an Weihnachten nicht zu toppen ist, aber das gibt es ja leider auch nicht immer auf Bestellung. Seht selbst, das Bild habe ich am letzten Samstag gemacht.

Redwood City - Garten

Wie ihr leicht erkennen koennt, sind inzwischen auch unsere Orangen soweit, dass man an Ernte denken kann. Daher haben wir uns auch gleich ueber die erste Orangenernte aus heimischen Garten hergemacht, auf jeden Fall total biologisch und supergut.

Redwood City - Orangen

Aber nun zum eigentlichen Thema, Weihnachten in Redwood City. Wenn man hier tagsueber mit offenen Augen durch die Strassen faehrt, so sieht es in vielen Gaerten nach einem Amoklaeufer aus, der sich in einer Nacht- und Nebelaktion ueber alle Nikolaus, Schneemann und sonstige Figuren hergemacht und sie in einem Blutrausch hingemetzelt hat. Nicht wirklich weihnachtlich, aber alle liegen ziemlich platt in den Vorgaerten, leblose Huellen, herzzerreisend, furchterregend, Tragoedie, das FBI ermittelt bereits… Und sowas an Weihnachten, unglaublich.

Nikolaus platt

Auch den armen Pinguinen erging es nicht besser, sie waren einfach zu langsam und zu ungeschickt im Klettern und Verstecken…

Pinguin - platt

Muss dieses Jahr Weihnachten einem grossen Trauergottesdienst weichen? Wann wird dieser Irrsinnige endlich gefasst sein? Traut man sich trotz dieser offensichtlichen Greueltaten bei Dunkelheit, die bereits ab 17 Uhr einsetzt, aus dem Haus, so erscheint alles veraendert. Einige Engel haben das Drama beseitigt und die Haeuser erstrahlen in einem neuen Glanz und gleisendem Licht.

Redwood City - Christmas 1

Wie man es von Amerika erwartet, gibt es bei den Weihnachtspraesentationen im heimischen Vorgarten natuerlich auch entsprechende Ausrutscher, die voller Stolz ausgestellt werden. Schlittenfahrende Pinguine mit Nikolausmuetzen und einer Tweety-Flagge im Hintergrund (was diese mit Weihnachten zu tun hat, weiss wohl nur der belesene Vogelfreund)

Redwood City - Pinguine

Der Nikolaus auf der Harley darf natuerlich unter keinen Umstaenden fehlen, daher treibt er in vielen Vorgaerten sein Unwesen

Rewood City - Nikolaus mit Harley

An anderer Stelle winken jedem Spaziergaenger Schneemaenner in jeder Groesse und Form umringt von leuchtenden Rehen grinsend zu. Meistens tritt diese Spezies immer im Rudel auf, was sicher demnaechst in einem wichtigen verhaltenspsychologischen Forschungsprojekt naeher untersucht werden wird.

Redwood City - Schneemann

Es gibt natuerlich hier auch Mitbuerger, die zum neuen Jahr, den Blick in die Glaskugel bevorzugen. Da hier alles etwas groesser ist, ist auch die Glaskugel im Garten von beeindruckender Groesse, umringt von rot leuchtenden Bueschen und Rehen auf dem Dach. Also fuer jeden Geschmack und jede Vorliebe gibt es etwas Entsprechendes

Redwood City - Blick in Glaskugel

Wem die Harley mit Nikolaus zu wenig ist, auch dem kann geholfen werden. Fuer diese Mitbuerger gibt es das ultimative weihnachtliche Duo: Harley mit Beiwagen gefahren von Nikolaus und einem als Verbrecher getarnten Schneemann. Auch ein nettes Weihnachtsmotto…

Redwood City - Nikolaus + Schneemann

Wenn man genau hinsieht, entdeckt man neben all den schillernden Schneemaennern, Nikolaus, Pinguinen, Rehen auch einen schlichten Weihnachtsbaum, der in diesem Ensemble doch etwas Feierliches, Schoenes und Besinnliches hat. Nicht immer ist das Helle, Aufdingliche und Abgefahrene das wirklich Wertvolle, sondern das Einfache, Schlichte und Leise. In diesem Sinne wuenschen wir euch schoene Weihnachten, harmonische Stunden mit eueren Liebsten und einen Blick fuer das Wesentliche.

Redwood City - Weihnachtsbaum

Bis bald.

Bike oder Beach – mit sehr sehr viel Kondition auch beides!

Mai 10, 2008

Vor einigen Tagen haben wir wieder die Berge direkt ueber Redwood City mit dem Bike erkundet, Ziel war ueber die Kings Mountain Road zum Skyline Boulevard. Allein der Name Skyline Boulevard und die ‘dramatic bay views’ (wie der Amerikaner so schoen sagt) waren ein Grund, dass die Tour ein ‘Have to bike’ fuer uns war. Die Bikes gesattelt und los ging es. Zuerst durch ein huebsches Wohngebiet von Redwood City mit bewaldeten Alleen. Dann der Anstieg nach Woodside hoch zum ersten geschichtstraechtigen Punkt. Auf der Anhoehe befindet sich Buck’s Restaurant, ein wichtiger Treff fuer Venture-Capitalists, innovative Ideen, Spinner, Kuenstler, also fuer Leute wie Du und ich. Hier wurden schon viele Startups gegruendet oder finanziert, die heute weltweit bekannt sind. Es steht inmitten einer Siedlung, die auf den ersten Blick aussieht, wie eine Westernstadt, in der die Pferde Ausgangssperre haben. Steve Jobbs (Gruender von Apple) und Larry Ellison (Gruender von Oracle) wohnen hier in Woodside (nein nicht im Restaurant, noch koennen sie sich eine bescheidene Huette leisten).

Auf jeden Fall muesst ihr dort mal essen, wenn ihr hier seid, vielleicht habt ihr gerade eine tolle Idee und findet auch gleich einen Investor. Wenn nicht, dann war zumindestens das Essen gut. Aber wir hatten leider keine Zeit, da der Weg zum Himmel rief in Form des Skyline Boulevards. Also weiter nach oben, einen Gang runterschalten (‘verdammt ich bin ja schon im kleinsten’) und einen Zahn zulegen. Ein ganzes Stueck weiter mitten im Wald kommt man dann am Post Office von Woodside vorbei. Irgendwie hat man den Eindruck, man ist im wilden Westen gelandet (‘oh Mist wieder ausgeritten ohne den Colt dabei zu haben. Hoffentlich geht das gut!’).

Jetzt geht es die Serpentinen hoch (‘Nach der naechsten Kurve geht es sicher mal wieder ein Stueck runter. Ok nicht bei dieser, dann sicher bei der naechsten Kurve… Nicht jeder Wunsch wird hier erfuellt’ :-) ). Man schraubt sich immer weiter hoch mit einzigartigem Blick ueber die Bay-Area. Aber wie Konfuzius schon sagte, der Weg ist das Ziel (‘Wieso hat Uta denn immer so gute Laune, wenn es so extrem bergauf geht?’). Also geniessen wir den Anstieg weiter (‘Auf der Karte sah das gar nicht so lang und so steil aus.’). Irgendwann ist man dann auch schon oben, auf dem Skyline Boulevard. Nun gibt es prinzipiell 3 Moeglichkeiten. Den gleichen Weg zurueck (nur diesmal runterheizen, auch nicht schlecht!) oder ein laengeres Stueck auf dem Skyline entlang und dann in einem grossen Bogen wieder zurueck oder Richtung La Honda zum San Gregorio State Beach. Keine wirklich leichte Entscheidung. Die dritte Variante ist sicher die reizvollste, aber aeusserst heimtueckisch. Es geht zum Beach  ca. 16 Meilen fast nur runter und dann oeffnet sich das Gebirge und gibt diesen Blick frei:

Fuer die Eckis, Soerens oder Mathes unter euch, wahrscheinlich keine Ueberlegung. Runterfahren in den Pazifik springen und wieder zurueck, wo ist das Problem? Aber nach dem Plansch in den Wellen geht es dann die bereits bekannten 16 Meilen wieder hoch (mit dem Skyline Anstieg bereits in den Waderln). ‘Vorhin kam mir das gar nicht so lange vor’. Aber der Blick ist gigantisch, man fuehlt sich in einer anderen Welt, wie im Urlaub. Aber es ist ein sogenannter ‘Point of no return’, keine einfache Entscheidung. Wir verraten euch jetzt (noch) nicht, was wir gemacht haben :-) . Es war auf jeden Fall eine tolle Tour. Sieht man auch an Uta’s Gesichtsausdruck:

Bis bald.

Die verschiedenen Gesichter von Redwood City – Wohlfuehlen auf amerikanische Art

April 20, 2008

Die letzten Tage waren wir etwas auf Entdeckungsreise in unserem kleinen Staedtchen – Redwood City – und haben dabei voellig unterschiedliches Flair entdeckt. Wir wollen euch mit solchen Highlights wie Einkaufszentrum oder Auffahrt zur Highway nicht langweilen, das findet ihr wieso als ‘must-see’ in jedem besseren Reisefuehrer (falls es gerade in euerem Reisefuehrer nicht zu finden ist, habt ihr euch mal wieder einen Ladenhueter aufschwatzen lassen  :-)   ).

Ihr habt euch sicher schon gefragt, woher der Ort seinen Namen hat. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Indianer in einem Wald versammelt haben und nach langem Beraten und Feieren den Beschluss fassten, eine City an diesem schoenen Platz zu bauen (Red – Wood – City). Knapp daneben, aber trotzdem falsch. Ein Blick in unsere Strasse hilft euerer mueden Phantasie etwas auf die Spruenge (manchmal sieht man den Wald vor lauter Baeumen nicht …):

 

 Es koennte bei dem Bild der Eindruck entstehen, dass es hier zwar Autos (oder auch was die Amerikaner darunter verstehen) gibt, aber nur Baeume und keine Haeuser. Stimmt die Geschichte mit den Indianern doch, und alle wohnen hier in Tipis? Ich sehe schon die Zahl der besuchswilligen in den einstelligen Bereich fallen, aber diese Angst ist voellig unbegruendet. Es gibt hier auch Haeuser! Na gut, qualitaetsmaessig sind diese nur sehr schwer mit deutscher Wertarbeit & Gruendlichkeit zu vergleichen, sie haben eher den Aufbau eines guten deutschen Gartenhauses. Hauptsache es sieht gut aus, die Amerikaner stehen mehr auf Marketing & Verpackung:

 Nun aber zum Heart of the City. Die Stadtverwaltung hat sich den schoensten Platz in der Einkaufsstrasse ausgesucht. Ich denke der Buergermeister hat sich ein bischen wie ein kleiner Praesident gefuehlt und sich bei der Auswahl des Gebaeudes davon inspirieren lassen. Er wollte wohl keine Horden kaffee- oder sandwich-hungriger Touristen in den Gaengen haben, die das Gebaeude mit einem Starbucks Coffee oder McDonalds verwechseln. Das ist ihm auf jeden Fall gelungen:

Aber ‘unser’ Redwood City hat noch vieles mehr zu bieten. Es soll ja Interessierte unter euch geben, die dem Wassersport sehr zugewandt sind. Auch fuer diese Spezies haben wir einen Vorschlag. Wir sind dem Schild Port of Redwood City mehr oder wenig zielstrebig (‘Meinst Du wir sind noch richtig? Aber da stand doch ein Schild! Typisch Maenner, nur nicht fragen!’) gefolgt und haben das nautische Zentrum entdeckt. Es wimmelt hier von High-Tech-Schiffen, die den letzten Stand der Technologie in sich vereinigen und bei jeder einigermassen hochrangigen Regatta wie der Teufel gefuerchtet sind. Kein Wunder hat sich ‘Terminator’ Schwarzenegger in Kalifoirnien niedergelassen. Hier der Stolz der Schiffscrew von Redwood City:

 Direkt an Redwood City grenzt mehr oder weniger direkt Redwood Shores, eine Traumwelt zum Wohnen am Wasser (zumindestens auf den ersten Blick). Es gibt nur 2 Dinge, an die man sich in dieser Gegend gewoehnen muss:
Wenn ihr durch die Strassen geht, seid ihr die einzigen Menschen, die sich zeigen. Man sieht keinen Menschen, weder auf der Strasse noch auf einem Balkon, noch an einem Fenster. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob das ganze Viertel wirklich eine Wohngegend ist oder ob es sich um irgendeinen Grossversuch eines militaerischen Projektes handelt. Andererseits habe ich schon von Kollegen gehoert habe, dass welche dort wohnen. Der zweite etwas gewoehnungsbeduerftige Sachverhalt ist, dass in einer Strasse alle Haeuser total gleich aussehen. Hier haben sie wohl an Architekturkosten gespart. Ohne die eigene Hausnummer zu kennen, hat man keine Chance sein Haeuschen wieder zu finden. Die Chance als Einbrecher verhaftet oder erschossen zu werden, ist nicht gerade gering. Zumindestens fuer neu Hinzugzogene. Vielleicht erklaert dies auch das erste Phaenomen, alle sind im besten Fall verhaftet, weill sie sich in der Haustuer geirrt haben.

Redwood Shores hat natuerlich auch ein wirkliches Problem. Es ist das Zentrum der dunklen Seite der Macht (zumindestens fuer alle die bei der SAP – den wirklichen Jedi-Rittern unserer Zeit – beschaeftigt sind). Wahrscheinlich ahnt ihr es bereits, welches Unternehmen hier seine dunklen Faeden spinnt. Nein es ist nicht die Aussenstelle des deutschen Finanzamts, es ist der Sitz von Oracle (zumindestens einige von euch wissen, worueber wir sprechen):

 Wie ihr seht, gibt es hier fuer jeden was. Und wenn es euch hier in Redwood City nicht ausreicht, dann koennen wir zumindestens eine Uebernachtung in Alcatraz anbieten. Dort naechtigten schon viele und manche konnten sich ueber Jahre gar nicht mehr davon trennen :-)

Also nun sollte es euch doch klargeworden sein, was ihr zu tun habt: Flug buchen, Schuhe & Schnorchel einpacken, Kreditkarte eingesteckt und hergeflogen!

Bis bald!

 

Wochenende in der Bay Area – Fuer jeden was dabei…

April 15, 2008

Nachdem wir waehrend der Woche die Moebel zurechtgerueckt, die Bilder aufgehaengt, abgehaengt und umgehaengt haben, lag das Wochenende unter einem Relax Motto. Unsere Nachbarn hatten jedoch ganz andere Plaene. Nach dem gemuetlichen Wochenend-Fruehstueck wollten wir noch einkaufen gehen, da wir fuer Sonntag die ‘German Community’ eingeladen hatten, unsere deutschen ‘Mit-Amerikaner’. Da wartete gleich die erste Ueberaschung auf uns, dass der Vorplatz unserer Garage inklusive der Vorgarten des Nachbars fuer eine ganz andere Form der amerikanischen Freizeitbeschaeftigung bereits genutzt war.

Das ganze nennt sich Yard Sale oder Garage Sale, abhaengig von der Gegebenheit. Eine uramerikanische Fruehform des lokalen ebay-Verkaufs. Kein Wunder wurde ebay hier erfunden und ist hier so erfolgreich. Das ganze spielt sich folgendermassen ab: Man sammelt allen moeglichen Kram in der Garage, so dass kein Auto mehr rein passt. Irgendwann nervt es so, dass niemand mehr einen Schritt in die Garage tun kann, dann wird zum ultimativen Show-Down gerufen. Ein Schild wird gemalt, an die Strasse gestellt und aller Kram rausgeraeumt, um die ausgehungerten Schnaeppchenjaeger mit neuem Stoff zu versorgen. Am Wochenende zieht diese Spezies dann suchend und lechzend durch die Strassen, um diese anfassbaren ebay-Tempel ausfindig zu machen und sich der Sammel- und Kauflust hinzugeben (man moechte ja nicht hinten anstehen und selbst auch ein solchen Event in naher Zukunft ausrichten). Dieser Kauf- und Verkaufsvirus (buy one and get one for free) macht weder vor Alter, noch Nationalitaet halt. Daher hatte sich unsere Nachbarin (wohnt im Geschoss ueber uns) gleich mit sportlichem Eifer daran gemacht, die potentiellen Kaeferhorden auf ihre Waren umzulenken.

 

 Auf diese unerwartete Herausforderung, war die andere Nachbarin nicht gefasst, ruestete nochmals nach und holte aus weiteren Untiefen ihres Hauses zusaetzlichen Kram, um die nach jederzeitigem Konsum Abhaengigen auf ihre Seite zu ziehen. Nachdem dieses Manoever nur sehr bedingt Erfolg hatte, war sie so niedergeschlagen, dass sie ihren Frust mit einer Flasche Bier in 30 Grad Hitze zu ertraenken versuchte. Was wiederum die Kaufwilligen freute, da ihr Verkaufseifer damit etwas gebrochen war (Take the whole box for just 5 bucks). Vielleicht war es auch nur eine wirklich sehr ausgefuchste Verkaufstaktik, die jahrelange Uebung voraussetzt, who knows :-)

 

Leider konnten wir diesem ueber alle Massen spannenden und sportlichen Wettkampf der Profis nicht weiterverfolgen, da wir noch einige Vorbereitungen fuer den Kaffeeklatsch am naechsten Tag machen mussten, was auch seine eigenen Tuecken in sich barg. Uta beschloss eine Tiramisu zu machen, um ein bischen liebgewonnenes italienisches Flair in den heissen kalifornischen Sonntagnachmittag zu bringen. Ein Rezept war gleich zur Hand und es klang eigentlich ganz einfach: Mascarpone oder alternativ Quark mit Creme fraiche, Zitrone, Eier, Weinbrand, Kakaopulver & Loeffelbiskuit. Also in den naechsten Grocery-Store (Supermarkt). Da war es dann, das Problem. Zitrone & Eier waren ja gleich gefunden. Mascarpone ist hier so unbekannt wie Eschelbronn oder Buende. Aber wir hatten ja einen Alternativplan Quark & Creme fraiche; soweit so gut, nur dies war auch nicht unbedingt eine grosse Hilfe. Es gibt hier zwar alle moeglichen Arten von Low fat cheese und aehnnlichem, aber Quark zu finden ist fast so schwer wie ein Edelweiss auf einer Bergtour. Die beste Naeherung war ein koerniger Frischkaese, den wir anschliessend mit dem Ruehrgeraet gezwungen haben, sich zu benehmen wie ein Quark :-) . Auch weiss ich jetzt, dass Loeffelbiskuit Lady fingers heisst (lag ja eigentlich nah…). Es war auf jeden Fall schon lustig bei der Zubereitung und die Gaeste sagten, es schmeckt interessant (was auch immer das heissen mag), wir fanden es schmeckt super (zumindestens fuer USA, ein italienisches ‘Entwicklungsland’ auf den ersten Blick).

Um nicht den ganzen Sonntag zu ‘vertroedeln’ sind wir dann gegen Spaetnachmittag noch nach San Francisco gefahren, um uns von der Hitzeschlacht (ueber 30 Grad im Schatten) wieder etwas abzukuehlen; die Moeglichkeiten hier in der Bay Area sind einfach klasse, vom Einkaufen italienischer Spezialitaeten mal abgesehen, aber wahrscheinlich muessen wir hierfuer noch Salvatores Im- & Exportladen entdecken…

In San Francisco fanden wir wettertechnisch eine andere Welt, mindestens 10 Grad kaelter und Nebel. Wir hielten es bisher fuer ein Maerchen, dass San Francisco im Sommer meistens im Nebel liegt, aber die Fakten sprachen eine eigene Sprache.

 Die Seehunde am Pier 39 sind dieses Wetter wohl gewohnt, sie kuschelten sich eng aneinander und genossen den Blick auf Alcatraz, naja man konnte es mehr erahnen unter einer Nebeldecke als wirklich sehen. Sie hatten eine muntere Unterhaltung, der wir jedoch aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht richtig folgen konnten (sprechen amerikanische Seehunde anders als deutsche?….).

Uta versuchte dem Konzert zu lauschen und dachte wohl darueber nach, wieviele tolle Mauern wohl Alcatraz hat, die man beklettern koennte. Aufgrund der schlechten Sicht, konnte sie jedoch nicht richtig den Schwierigkeitsgrad ausmachen und ist wohl heute noch unschluessig, welche Hilfsmittel notwendig sind, fuer eine Besteigung. Viele der Insassen hatten wohl aehnliche Gedanken wie Uta, aber aus einem ganz anderen Beweggrund. Ihnen ging es in erster Linie um den Abstieg von der Mauer als um einen technisch perfekten Aufstieg…

San Francisco bietet fuer jeden etwas zum Traemen, zur Sehnsucht, zum Geniessen, zum Schauen und verbreitet gute Laune. Und das beste: es ist nur einen Katzensprung von uns weg (ok, nicht fuer jeden der es jetzt gerade liest, aber fuer jeden der uns besuchen kommt :-)   )

Bis bald!

 

 

 

Studentenleben ade – Container ist da!

April 10, 2008

Endlich ist es soweit! Nach monatelangem Wohnen in einer eher spartanisch moeblierten Wohnung, kam nun endlich der langersehnte Container mit unseren Moebeln und sonstigem privaten Kram, der jede Luftfrachtbegrenzung gesprengt haette. Wir konnten uns in den letzten Wochen wieder fuehlen wir vor vielen Jahren als Student. Hatte auch was, aber wir waren froh, dass ein Ende absehbar war. Morgens um 7.30 Uhr (sehr sehr spaet fuer einen californian workday) stand er vor unserer Tuer, der Truck mit dem Container.

 Endlich ist er da!

Der Container hatte ja auch in den letzten Wochen auf seiner langen Schiffsreise viel gesehen, nun war der Spass zu Ende, die Moebel mussten raus. Jedoch ist auch bei solchen Aktionen ein gewisser Stil gefragt, man goennt sich ja sonst nichts. Daher wurde in unserer Wohnung erst einmal der rote Teppich ausgerollt, um unser Stars, die Moebel, auch gebuehrend zu empfangen.

 

 Nun war Organisation gefragt, jeder bekam eine ‘tragende’ Rolle. Um festzustellen, ob sich einer unserer Stuehle oder Schraenke auf einer der schoenen Inseln waehrend der Reise auf und davon gemacht hat, wurde ein ‘Checker’ gesucht und auch schnell gefunden. Voraussetzung waren blaue Augen, blonde Haare und sonstige qualitative Kriterien. Ihr habt wahrscheinlich schon eine Idee, wer ausgewaehlt wurde. Falsch, alle Mexikaner fielen den harten Auswahlkriterien zum Opfer.

 

Die anderen machten sich unter dem kontrollierenden Auge des Checkers eifrig an das Auspacken, Reintragen, Aufbauen, Umstellen, Stapeln, nach Schrauben fahnden usw. Es hatte eine Art von Geschenke auspacken an Weihnachten: abschaetzen, was sich in der Verpackung wohl verbergen wuerde, auspacken, manchmal doch ueberrascht sein, was zum Vorschein kommt. Das Bild glich ein bischen einem ueberdimensionalen Ameisenhaufen mit nie endender Zufuhr von neuen Dingen in das Nest.

 

 Aber letzten Endes hat es doch alles sehr schnell geklappt und wir wohnen inzwischen wieder in einer richtigen Wohnung mit Bett, Sofa und Kuechentisch. Daher sind wir doch nicht sooo traurig, dass das Studentenleben wieder zu Ende ist.

Nun koennen wir das tolle kalifornische Wetter in vollen Zuegen geniessen. Und falls es mal doch schlecht sein sollte, haben wir ja eine eingerichtete Wohnung. Wieder eine ganz neue Erfahrung :-)

Uta hat auch sofort gefallen an ihrem neuen Heimarbeitsplatz gefunden. Es mangelt diesem Buero zwar an der typischen Ausstattung, aber zumindestens hat er Internetanschluss. Was braucht man mehr?

Man sieht, wie hart die Arbeit hier ist. Bis bald!

Angekommen

April 1, 2008

Nun ist es soweit, wir sind nun wirklich ‘temporaere’ Amerikaner. Wir haben eine gemuetliche Wohnung mit Garten in Redwood City gefunden (Redwood City liegt zwischen San Francisco & Palo Alto, weiss zwar jeder, aber fuer alle Faelle…).

‘Unser’ Haus

Momentan ist die Wohnung noch etwas leer, da unsere Moebel noch eine Seereise machen und sich die Welt anschauen :-) . Das Container Packen war bereits das erste Abenteuer.

Container

Unsere Wohnung liegt sehr zentral, wir haben gerade 10 min zu Fuss zu Downtown. Nach Angaben von Redwood City ist die Stadt ‘The ultimate best by government test’. Was will man mehr …

Redwood City

Morgens werden wir mit einem Blick auf eine hohe Palme daran erinnert, dass ein Sonnenstaat auch seine eigenen Vorteile hat.

Palme

Es bleibt spannend… Bis bald.