Wir haben uns entschlossen, Weihnachten dieses Jahr in USA zu verbringen. Einmal muss man es ja erleben, was hier in USA so unter Weihnachten verstanden wird. Und wie ist es, werden einige nun ungeduldig fragen. Zuerst einmal ist das Wetter etwas anders als in Deutschland. Entweder es regnet den ganzen Tag (ok, das kennen wir auch aus Deutschland) oder man kann im Dezember noch mit T-Shirt und kurzen Hosen im Garten liegen. Das hat schon etwas, nicht unbedingt das bekannte Weihnachtsfeeling, aber trotzdem nicht ganz schlecht. Ich muss zugeben, dass eine schoene Schneelandschaft stimmungstechnisch an Weihnachten nicht zu toppen ist, aber das gibt es ja leider auch nicht immer auf Bestellung. Seht selbst, das Bild habe ich am letzten Samstag gemacht.

Wie ihr leicht erkennen koennt, sind inzwischen auch unsere Orangen soweit, dass man an Ernte denken kann. Daher haben wir uns auch gleich ueber die erste Orangenernte aus heimischen Garten hergemacht, auf jeden Fall total biologisch und supergut.

Aber nun zum eigentlichen Thema, Weihnachten in Redwood City. Wenn man hier tagsueber mit offenen Augen durch die Strassen faehrt, so sieht es in vielen Gaerten nach einem Amoklaeufer aus, der sich in einer Nacht- und Nebelaktion ueber alle Nikolaus, Schneemann und sonstige Figuren hergemacht und sie in einem Blutrausch hingemetzelt hat. Nicht wirklich weihnachtlich, aber alle liegen ziemlich platt in den Vorgaerten, leblose Huellen, herzzerreisend, furchterregend, Tragoedie, das FBI ermittelt bereits… Und sowas an Weihnachten, unglaublich.

Auch den armen Pinguinen erging es nicht besser, sie waren einfach zu langsam und zu ungeschickt im Klettern und Verstecken…

Muss dieses Jahr Weihnachten einem grossen Trauergottesdienst weichen? Wann wird dieser Irrsinnige endlich gefasst sein? Traut man sich trotz dieser offensichtlichen Greueltaten bei Dunkelheit, die bereits ab 17 Uhr einsetzt, aus dem Haus, so erscheint alles veraendert. Einige Engel haben das Drama beseitigt und die Haeuser erstrahlen in einem neuen Glanz und gleisendem Licht.

Wie man es von Amerika erwartet, gibt es bei den Weihnachtspraesentationen im heimischen Vorgarten natuerlich auch entsprechende Ausrutscher, die voller Stolz ausgestellt werden. Schlittenfahrende Pinguine mit Nikolausmuetzen und einer Tweety-Flagge im Hintergrund (was diese mit Weihnachten zu tun hat, weiss wohl nur der belesene Vogelfreund)

Der Nikolaus auf der Harley darf natuerlich unter keinen Umstaenden fehlen, daher treibt er in vielen Vorgaerten sein Unwesen

An anderer Stelle winken jedem Spaziergaenger Schneemaenner in jeder Groesse und Form umringt von leuchtenden Rehen grinsend zu. Meistens tritt diese Spezies immer im Rudel auf, was sicher demnaechst in einem wichtigen verhaltenspsychologischen Forschungsprojekt naeher untersucht werden wird.

Es gibt natuerlich hier auch Mitbuerger, die zum neuen Jahr, den Blick in die Glaskugel bevorzugen. Da hier alles etwas groesser ist, ist auch die Glaskugel im Garten von beeindruckender Groesse, umringt von rot leuchtenden Bueschen und Rehen auf dem Dach. Also fuer jeden Geschmack und jede Vorliebe gibt es etwas Entsprechendes

Wem die Harley mit Nikolaus zu wenig ist, auch dem kann geholfen werden. Fuer diese Mitbuerger gibt es das ultimative weihnachtliche Duo: Harley mit Beiwagen gefahren von Nikolaus und einem als Verbrecher getarnten Schneemann. Auch ein nettes Weihnachtsmotto…

Wenn man genau hinsieht, entdeckt man neben all den schillernden Schneemaennern, Nikolaus, Pinguinen, Rehen auch einen schlichten Weihnachtsbaum, der in diesem Ensemble doch etwas Feierliches, Schoenes und Besinnliches hat. Nicht immer ist das Helle, Aufdingliche und Abgefahrene das wirklich Wertvolle, sondern das Einfache, Schlichte und Leise. In diesem Sinne wuenschen wir euch schoene Weihnachten, harmonische Stunden mit eueren Liebsten und einen Blick fuer das Wesentliche.

Bis bald.




























